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Im Goal-Interview spricht Timo Werner über sein großes Vorbild, seinen Traum als VfB-Profi, das angebliche Interesse des FC Bayern an ihm und den kommenden Gegner.

Timo Werner gilt als eines der größten Talente im deutschen Fußball. Beim VfB Stuttgart gehört der junge Angreifer fest zum Kader der Profis und pendelt zwischen Stammelf und Ersatzbank. Der Junioren-Nationalspieler hat bereits mehrere Rekorde aufgestellt: Unter anderem ist er der jüngste Doppeltorschütze in einem Bundesligaspiel überhaupt. Am Freitagabend steht er vor seiner 50. Partie im Oberhaus. Er könnte dann mit 18 Jahren, 11 Monaten und 14 Tagen der jüngste Spieler werden, der seinen 50. Einsatz absolviert. Die Bestmarke hält Julian Draxler, der dies mit 19 Jahren und 5 Tagen schaffte.

Kein Wunder also, dass sein Name immer mal wieder mit europäischen Topklubs in Verbindung gebracht wird. Im exklusiven Goal-Interview sprachen wir mit Timo Werner über sein großes Vorbild Mario Gomez, seine Lieblingsposition und warum das Spiel gegen Borussia Dortmund am Freitagabend schwer einzuschätzen ist.

Herr Werner, Goal hat vor einigen Wochen die 50 besten U-18-Youngster der Welt zusammengestellt. Sie landeten dabei auf Platz 16. Gerechtfertigt oder haben wir Sie falsch eingeschätzt?

Werner: (lacht) Ich hoffe doch, dass Sie das richtig eingeschätzt haben.

Dabei haben wir Sie vom Spielertypen her als eine Kreuzung zwischen Andre Schürrle und Thomas Müller beschrieben. Liegen wir damit richtig?

Werner: Das sind super Spieler, die im vergangenen Sommer nicht ohne Grund Weltmeister geworden sind. Von beiden Spielern kann man sich viel abschauen. Thomas Müller hat zum Beispiel einen herausragenden Torinstinkt, Andre Schürrle ist unglaublich schnell in seinen Aktionen.

Wo spielen Sie denn am liebsten? Zentrum oder Flügel?

Werner: In der Jugend war es vornehmlich die Sturmspitze, bei den Profis bin ich schon auf beiden Positionen zum Einsatz gekommen.

Tipico

Wer ist Ihr Vorbild auf dem Platz?

Werner: Mario Gomez. Er ist ein kompletter Stürmer, der unheimlich torgefährlich ist. Mario ist seinen Weg konsequent durch die VfB-Jugend bis zu den Profis gegangen, hat dort seinen Teil zur Deutschen Meisterschaft beigetragen und sich dann bei einem der Top-Klubs in Europa etabliert.

In Ihrem Alter haben Sie bereits einige Bundesligaspiele auf dem Buckel. Ist Ihre junge Karriere bisher so verlaufen, wie Sie es sich vorgestellt haben?

Werner: Es war immer mein Traum, VfB-Profi zu werden. Jetzt möchte ich mich kontinuierlich verbessern und in der Bundesliga etablieren.

Wie gehen Sie in Ihrem jungen Alter mit dem Rummel um Ihre Person um? Ist das immer einfach?

Werner: Der Rummel ist überschaubar. Grundsätzlich freut es mich, mit Fans in Kontakt zu kommen. In sportlich schwierigen Zeiten fallen da natürlich mehr kritische Worte, aber auch das ist in Ordnung.

Sie sollen im Sommer ernsthaftes Interesse von anderen Vereinen geweckt haben. Es war zu hören, dass auch der FC Bayern an Ihnen interessiert gewesen sein soll. Stimmt das?

Werner: Davon habe ich nur gelesen.

Wo würden Sie nach Ihrer Zeit beim VfB gerne einmal spielen (Liga, Verein)?

Werner: Damit beschäftige ich mich überhaupt nicht, der Fokus liegt einzig auf dem VfB.

Marco Reus hat beim BVB den Vertrag verlängert. Vereinsikonen werden dennoch immer seltener. Könnten Sie eine in Stuttgart werden?

Werner: Mein Vertrag beim VfB läuft bis 2018. Ich habe immer betont, dass der VfB mein Verein ist und dass ich mich hier sehr wohl fühle.

Beim VfB Stuttgart ist die Situation momentan nicht ganz so einfach. Was macht Sie zuversichtlich, dass es in der Tabelle wieder nach oben geht?

Werner: In den vier Rückrundenspielen wäre mehr möglich gewesen. Mindestens zweimal haben wir einen Punkt verschenkt. Wir stehen stabiler, lassen nicht mehr viel zu. Wenn wir weiter konsequent arbeiten und die Ruhe bewahren, dann werden die Erfolgserlebnisse bald wieder kommen.

Würden Sie mit dem VfB – sollte es so kommen – auch in die 2. Liga gehen?

Werner: Ich bin davon überzeugt, dass wir den Klassenerhalt schaffen.

Huub Stevens gilt eher als ein Trainer, der defensiv spielen lässt. Wie verändern sich dadurch Ihre Aufgaben?

Werner: Wir haben in der Hinrunde viele Gegentore kassiert, daher war es klar, dass wir daran arbeiten mussten. Jeder Spieler auf dem Platz muss seinen Teil zu einer funktionierenden Defensive beitragen.

Nun geht es gegen den wiedererstarkten BVB. Genau der falsche Zeitpunkt für das Spiel?

Werner: Das ist schwer zu sagen. Wir treffen auf einen Gegner, der eine große Qualität im Kader hat. Wir müssen voll dagegenhalten und ein positives Resultat erzielen.

Hätten Sie erwartet, dass dieses Duell in der aktuellen Phase der Saison eines gegen den Abstieg ist?

Werner: Auch das spielt keine Rolle. Fakt ist, dass es ein sehr wichtiges Spiel ist.

Im Hinspiel lieferten Sie einen Assist und der VfB verspielte noch eine 2:0-Führung. Welche Erinnerungen haben Sie noch an die Partie?

Werner: In diesem Spiel war mehr möglich für uns als das Unentschieden. Der Ausgleich für den BVB ist spät gefallen.

Worauf wird es am Freitag eher ankommen? Auf das spielerische oder das kämpferische Vermögen der Mannschaften?

Werner: Ich denke eine gute Mischung aus den beiden Dingen.

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