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Manchester United: 20 Millionen Euro plus Nani für Marcos Rojo

Die Red Devils haben eingestimmt, ihren portugiesischen Flügelspieler in den Transfer des Linksverteidigers von Sporting Lissabon einzubeziehen.

EXKLUSIV
Von Duncan Castles

Manchester. Nach Goal-Informationen hat Manchester United mit Sporting Lissabon eine Einigung über den Transfer von Linksverteidiger Marcos Rojo erzielt. Demnach überweist der englische Rekordmeister 20 Millionen Euro nach Portugal und verleiht zudem Offensivspieler Nani für eine Saison an Sporting. 

Neben dem Leihgeschäft und der Ablöse, die abhängig von mehreren Faktoren noch steigen könnte, fasst Sporting eine kurzzeitige Verpflichtung von Uniteds brasilianischem Mittelfeldspieler Anderson ins Auge. Eine Option, der die Engländer durchaus positiv gegenüber stehen könnten.

De Carvalho als Gewinner

Weniger positiv ist für Manchester, dass man einen Großteil von Nanis Gehalt - einem der höchsten aller United-Spieler - weiterhin zahlen muss. So darf sich Sporting-Präsident Bruno de Carvalho mit einem gelungenen Deal rühmen. De Carvalho hatte das ursprüngliche 20-Millionen-Euro-Gebot von der Insel abgelehnt. Hintergrund: Da die Investmentgruppe Doyen Sports 75 Prozent der wirtschaftlichen Rechte an Rojo hält und dessen ehemaliger Verein Spartak Moskau mit 20 Prozent an jedem Weiterverkauf des Argentiniers für eine Summe von mehr als fünf Millionen Euro beteiligt ist, hätte man den Linksfuß beinahe ablösefrei abgegeben.

Dank seines hartnäckigen Verhandlunsgeschick wird de Carvalho mit Nani einen der besten portugiesischen Spieler gegen minimalen finanziellen Aufwand zurück zu dem Verein lotsen, bei dem der technisch versierte Flügelflitzer einst seine Karriere begonnen hatte.

Rojos Entschuldigung 

Dafür nahm der Präsident einen harschen Umgang mit Rojo in Kauf, der sogar in Trainingsstreik ging, um seinen Wechsel zu den Red Devils zu forcieren. In einem Interview mit Sportings vereinseigenem TV-Sender hat sich der 24-Jährige am Sonntag dafür entschuldigt: "Es war ein Missverständnis, ich war ein Sturkopf", gab Rojo zu. "Ich entschuldige mich für das, was passiert ist. Ich habe mich unprofessionell verhalten."

"Ich will den Leuten offenbaren, dass ich mich nicht korrekt verhalten habe, doch ich mag diesen Klub sehr. Die Verantwortlichen sind jene, die über meine Karriere entscheiden werden und ich hoffe, wir werden die beste Lösung für den Verein und für mich finden. Ich will jedoch betonen, dass ich sehr glücklich bei diesem Verein bin und die Art und Weise mag, wie ich hier behandelt werde."

Neuer Eckpfeiler im Van-Gaal-System?

Indes unterstreicht der Deal die Bemühungen von Manchester United, dem neuen Trainer Louis van Gaal geeignetes Personal für dessen risikoreiches 3-5-2-System zur Verfügung zu stellen. Der Holländer begann die Premier-League-Saison mit einer 1:2-Heimniederlage gegen Swansea City. Ein denkbar ungünstiger Auftakt. 

Rojo kann nun sowohl als einer der drei zentralen Verteidiger oder als defensiver Part auf dem linken Flügel agieren. In seinen zwei Jahren bei Sporting wurde er meist in der Innenverteidigung aufgeboten.

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