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Markus Merk: "Schutz der Spielmacher und Künstler oberstes Gebot"

Der ehemalige FIFA-Schiedsrichter bilanziert die Leistungen der Männer in Schwarz und sah ansteigende, verbesserte Leistungen. Dennoch kritisiert er deutlich.

Von Hassan Talib Haji

Berlin. Mit dem Sieger-Flieger landete die deutsche Nationalmannschaft am Dienstagvormittag. Mit an Bord: der Pokal. Zum vierten Mal wurde die DFB-Elf in Brasilien Weltmeister. Ein großartiges Turnier mit wunderschönen, unvergesslichen Momenten für die Fans ging am Sonntag gegen Argentinien (1:0 n.V.) zu Ende. Aber auch die Schiedsrichter standen im Mittelpunkt und wurden zu Beginn heftig kritisiert.

Mit dem Eröffnungsspiel der Brasilianer gegen Kroation (3:1) fand das Dilemma seinen Anfang (wir berichteten). "Bei 64 Spielen in so kurzer Zeit kann sich ein Leistungsbild in die eine oder andere Richtung schnell verselbstständigen. Sicher gab es viele, für eine WM vielleicht zu viele Fehlentscheidungen. Nach einem sehr schlechten Start wurde es aber in diesem Punkt deutlich besser", meinte Markus Merk im Gespräch mit Goal.

Gegen Ende des Turniers eröffnete sich durch die schwere Verletzung (Wirbelbruch) des brasilianischen Volkshelden Neymar eine Diskussion, die überfällig ist. Oder zumindest nicht in dieser Bedeutungsschwere und Aufmerksamkeit, vielleicht auch nachhaltig, diskutiert wurde.

Kaum Schutz der Spieler

"Unverständlich bleibt, dass hartes Spiel so lange toleriert wurde", so Merk. Der ehemalige FIFA-Schiedsrichter ergänzte: "Es mussten erst zwei, drei harte Fouls passieren, bis es zu persönlichen Strafen kam. Der Schutz der Spielmacher und Künstler, das positive Spiel muss im Fußball und für die Schiedsrichter das oberste Gebot sein!"

Doch, dass die Unparteiischen bei dieser WM mehr haben laufen lassen, ist nicht ihre Schuld. Merk ist sich sicher: "Hier muss man die Schiedsrichter aber in Schutz nehmen. Die Verantwortung hierfür trägt die Kommission und die Personen, die diese Vorgaben geben und bei dieser WM das Spiel falsch interpretiert haben. Eine Weltmeisterschaft hat mit ihrer Spielauslegung rund um den Erdball Vorbildcharakter. Diesem gilt es, gerecht zu werden."

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