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Es bleibt ein merkwürdiger Beigeschmack nach Bosniens erster WM. Kapitän Emir Spahic nimmt sich bei Goal kein Blatt vor den Mund.

EXKLUSIV

Von Mark Doyle in Salvador

Ende gut, nicht alles gut: Bosnien-Herzegowina sorgte mit dem Erfolg über den Iran für ein versöhnliches Ende der Weltmeisterschaft. Der Neuling hatte bei seiner ersten Endrunden-Teilnahme die beiden Auftaktpartien verloren und damit vor dem letzten Gruppenspiel die Chance auf das Weiterkommen verspielt.

In der Heimat hagelte es dafür teils heftige, persönliche Kritik. Im Kreuzfeuer der Medien standen nicht nur der nun scheidende Trainer Safet Susic, sondern auch Stars und Leistungsträger wie Edin Dzeko und Emir Spahic.

Leverkusens Abwehrspieler fand nach dem 3:1 gegen die Iraner im Gespräch mit Goal deutliche Worte. Spahic, der bei Bosnien die Kapitänsbinde trägt, sagte: "Kritik ist Teil unseres Berufs. Die gibt es immer, ein Leben lang. Und wir müssen uns diese Kritik auch gefallen lassen, denn wir haben nicht gut gespielt. Aber einige Sachen sind zu persönlich geworden. Das war zu heftig und hätte ich von unseren Leuten nicht erwartet. Ich habe wohl viele Feinde."

"Sie können uns das nicht wegnehmen"

Die Bosnier hatten mit ihrer Qualifikation für die Endrunde Geschichte geschrieben, umso bemerkenswerter die Schelte in den heimischen Medien. Spahic deutete auf eine Reihe Journalisten und entgegnete: "Für diese Menschen bedeutet Geschichte gar nichts."

Ihn treffe der Angriff sehr, so der 33-Jährige weiter: "Ja, das verletzt mich. Ich bin stolzer Bosnier und ich bin stolz auf meine Mitbürger. Es gibt daheim viele Kinder, die heute glücklich sind, weil wir dieses Spiel gewonnen haben. Das ist viel größer als die Kritik dieser Leute. Wir haben der Welt gezeigt, was der bosnische Fußball ist und darauf bin ich stolz. Sie (Anm.: die bosnischen Medien) können das nicht ändern. Sie können uns das nicht wegnehmen."

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