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Weltmeister Hölzenbein über Özil: "Das Gegenteil von Matthäus"

Der Weltmeister von 1974 sprach mit Goal über seine Favoriten, das Formtief Mesut Özils und entscheidende Faktoren.

Berlin. Dreimal wurde Deutschland Weltmeister: 1954 in der Schweiz, 1990 in Italien und 1974 als Gastgeber im eigenen Land. Es war eines von sechs Malen in der WM-Geschichte, bei denen sich der WM-Gastgeber die Trophäe sicherte (1930, 1934, 1966, 1974, 1978 und 1998).

„Man fühlt sich ein bisschen stärker, die Umgebung gibt einem Selbstbewusstsein“, erinnert sich Bernd Hölzenbein, früher bei Eintracht Frankfurt, an den Heimvorteil 1974. Auch wenn zu Turnierbeginn nicht alles auf den späteren Sieger schließen ließ, vor allem nach der berühmten Vorrunden-Niederlage gegen die DDR. Am Ende ersparte das Tor von Jürgen Sparwasser den Deutschen aber sogar die schwierigere Zwischenrunde mit Brasilien und Argentinien.

Weltmeister Horst Eckel erinnert sich bei Goal an die WM 1954

Nach der "Wasserschlacht von Frankfurt" gegen das damals starke Polen um Kazimierz Deyna traf die Elf von Helmut Schön im Finale auf das damals weltbeste Team aus den Niederlanden. Getragen von der heimischen Euphorie siegte die DFB-Elf mit 2:1 gegen Oranje und sicherte sich den zweiten Titel in ihrer Geschichte. Bernd Hölzenbein stand damals auf dem Platz und ist einer von drei Weltmeistern, mit denen Goal anlässlich der anstehenden WM in Brasilien sprach. Über Favoriten, Formtiefs und Faktoren.

Die Prognose für die WM 2014:

Bernd Hölzenbein über ...

... seine Favoriten: "Brasilien ist ganz klar der Favorit. Das Endspiel wird Brasilien gegen Deutschland und Brasilien gewinnt. Denn der Heimvorteil ist groß. Ich kenne das von '74, man profitiert davon. Man fühlt sich ein bisschen stärker, die Umgebung gibt einem Selbstbewusstsein. Aber in dem Fall täusche ich mich auch gerne. Die Brasilianer sind deswegen wieder so stark, weil ihre Top-Leute fast alle im Ausland spielen, sei es in Russland oder sonst wo in Europa. Das bringt der Nationalmannschaft viel."

...die jüngste Kritik an Deutschlands Spielmacher Mesut Özil: „Es gibt diese Spieler, die immer überragen - und wenn's dann um die Wurst geht ... Das Gegenteil von Lothar Matthäus gewissermaßen. Wenn es um alles ging, war der da mit Kraft und Geschwindigkeit. Bei einem Turnier ist das extrem wichtig.“

… die dünne Besetzung im Sturm und die Frage, ob man einen weiteren Stürmer wie Pierre-Michel Lasogga hätte mitnehmen sollen: „Ich glaube nicht. Er ist zwar ein guter Spieler, der gerade einen Lauf hat, aber vielleicht etwas zu jung. Und Löw kann das Problem von der Taktik her ja auch anders lösen, mit mehreren Spielern, die in den Sturm gehen und sich zurückfallen lassen. Müller zum Beispiel ist immer torgefährlich ...“

... das entscheidene Element: "Der Fußball besteht nicht nur aus Qualität, sondern Glück ist ein großer Faktor. Schiri-Fehler, abgefälschte Bälle, Pfosten: Der Sieger braucht im Verlauf des Turniers immer auch eine Portion Glück. Deshalb ist der Fußball ja auch so spannend."

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