Greuther Fürths Ilir Azemi: "Es wird ein großer Fight"

Mit seinen 13 Toren ist Ilir Azemi 2014 der erfolgreichste Torjäger im deutschen Profifussball. Vor dem Relegationsrückspiel sprach Goal mit dem Fürther Eigengewächs.

EXKLUSIV
Das Interview führte Martin Ernst

Fürth. Showdown im Rönhof: Am Sonntagabend empfängt Greuther Fürth den Hamburger SV zum zweiten Relegationsspiel (17.00 Uhr LIVE! auf Goal). Und während man in Fürth vom zweiten Aufstieg der Vereinsgeschichte träumt, bangt dem Bundesliga-Dino vor dem ersten Abstieg.

Die Hoffnungen auf Fürther Seite ruhen dabei auf Eigengewächs und Stürmer Ilir Azemi: Mit 13 Toren aus den letzten 13 Spielen ist der 22-Jährige in bestechender Form und einer der Garanten dafür, dass Fürth 2013/14 die stärkste Offensive im Unterhaus stellte (64 Tore).

Schon im Alter von einem Jahr kam der gebürtige Kosovare nach Deutschland und wuchs in Erfurt auf. Mit 15 zog es ihn über die thüringische Landesgrenze ins bayrische Fürth, wo er das Fussball-Internat besuchte und bereits in der Aufstiegssaison 2012 zum Kader der ersten Mannschaft gehörte. Ein Assist und ein Treffer im Oberhaus deuteten das Potenzial des, meist als Einwechselspieler gebrachten, Angreifers bereits an.

Nach dem Abstieg blieb Azemi den Fürthern treu, ging mit in die zweite Liga. "Wir machen uns gar keinen Druck", erklärte er vergangenen Juli im Exklusiv-Interview mit Goal. Die Devise hat sich ausbezahlt - für Fürth und Azemi. Dass die Franken nach einer starken Saison (60 Punkte) wieder um den Aufstieg mitspielen, lag auch an Azemi, der in der zweiten Saisonhälfte so richtig Fahrt aufnahm und 2014 im deutschen Ligabetrieb die meisten Tore erzielte (Opta).

Das bekam auch die Abwehr des HSV im Relegations-Hinspiel zu spüren, die der Stürmer dank seiner technischen Stärke ein ums andere Mal vor Probleme stellte. Nur an einem Tor schrammte er einige Male vorbei. Vor dem Rückspiel am Sonntagabend in Fürth sprach Azemi im Kurz-Interview mit Goal.

 

Herr Azemi, wie zufrieden sind Sie mit Ihrer Leistung aus dem Hinspiel am Donnerstag?

Azemi: Wir standen als Mannschaft kompakt und haben das Spiel kontrolliert. Leider haben wir es verpasst, unsere Tore zu machen. Ich persönlich rede nicht gerne über meine Leistungen, ich gebe auf dem Platz alles. Den Rest sollen andere beurteilten.

Welche Erkenntnisse hat Greuther Fürth aus Hamburg mit nach Hause genommen?

Azemi: Was wir aus Hamburg mitnehmen ist, dass man gesehen hat, dass wir auch einem etablierten Bundesligisten große Probleme bereiten können. Es hat nur ein Tor gefehlt. Ich bin überzeugt, dass wir am Sonntag ein Tor mehr machen als der HSV.

War der HSV so schwach und anfällig, wie es die Saison lang wirkte? Wie schnell merkt eine gegnerische Mannschaft das?

Azemi: Der HSV war nicht schwach, unser Trainer hat uns einfach gut vorbereitet. Hamburg hat starke Spieler wie van der Vaart, Janssen oder Rincon, um nur einige zu nennen. Wir standen kompakt und wollten unbequem sein. Das ist uns ganz gut gelungen.

Als kräftige, aber technisch sehr versierte Sturmspitze müssen Sie sich oft gegen mehrere Verteidiger durchsetzen. Wie sehr muss ein Stürmer heute "Schlitzohr" sein in Partien, in denen viel auf dem Spiel steht?

Azemi: Ich versuche, meinen Körper gut einzusetzen und das gelingt mir, denke ich, ganz gut. Klar muss man schlitzohrig sein, es sollte aber alles im Rahmen des Erlaubten bleiben.

 

Sturm-Kollege Lasogga sagte nach dem Hinspiel, er sieht den HSV von der Qualität her im Vorteil. Wie sehen Sie das und wie kam die Äußerung in Fürth an?

Azemi: Ich kommentiere ungern, was andere Spieler sagen. Wenn er das so sieht, dann ist es sein Recht. Aber wir in Fürth sind nur auf den Sonntag fokussiert, es wird ein großer Fight!

Warum hat Fürth es mehr verdient als der HSV?

Azemi: Ob wir in Fürth es mehr verdient haben? Ich glaube, dass überall hart gearbeitet wird und beide Mannschaften es verdient hätten. Ich bin ein gläubiger Mensch und sage, so wie Gott es will, soll es passieren. Hauptsache, beide Mannschaften liefern einen großen Kampf am Sonntag. Dann sehen wir, wer es schafft.

Herr Azemi, wir danken für das Gespräch!