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Mit teils sehr beeindruckenden Paraden war und ist Ralf Fährmann einer der Garanten für die außerordentliche Rückrunde des FC Schalke. Doch – wie geht es weiter?

Exklusiv
Von Hassan Talib Haji

Gelsenkirchen. Ralf Fährmann wehrt von fünf Torschüssen auf sein Gehäuse satte vier ab. Ein Wahnsinnswert von 80 Prozent. Derzeit gehört er zu den formstärksten Torhütern der gesamten Bundesliga. Allerdings läuft sein Vertrag 2015 aus, soll aber bald verlängert werden. Schalke 04 ist stark interessiert den Kontrakt auszudehnen, doch vorher möchte Fährmann Sicherheit.

"Es gibt im Moment keinen dringenden Handlungsbedarf. Ralf hat noch Vertrag bis 2015 und steckt mitten in den letzten Spielen der Saison. Selbstverständlich ist Schalke für ihn erster Ansprechpartner", sagt Fährmann-Berater Dirk Lips exklusiv gegenüber Goal. Zunächst liegt der Fokus noch auf den sportlichen Zielen. Für den in Chemnitz geborenen Schlussmann zählt aktuell nur die direkte Qualifikation zur Champions League, und da ist Schalke 04 auf Platz drei liegend voll auf Kurs.

Fährmann fühlt sich wohl

Durch die famosen und teils spektakulären Paraden geriet Fährmann während der letzten Monate in den Fokus der Öffentlichkeit und anderer Vereine. Atletico Madrid soll angeblich heiß darauf sein, die großen Pranken und Fährmanns Können zu verpflichten. Nun hoffen die königsblauen Fans aber auf eine baldige Vertragsverlängerung des Eigengewächses. "Er fühlt sich auf Schalke wohl und hat hier sein halbes Leben verbracht. Aber natürlich muss solch eine Entscheidung gut überlegt sein", bremst Lips die Erwartungen auf eine schnelle Einigung.

Auf Schalke geistert seit unzähligen Wochen der Name Fabian Giefer wie ein Gespenst herum. Der Torwart der Düsseldorfer Fortuna soll angeblich bei den Königsblauen unterschrieben haben. Bestätigen wollen dies auf Goal-Nachfrage weder Giefer oder dessen Berater, auch nicht Schalke-Manager Horst Heldt noch im Goal-Verhör Anfang Februar. Bis heute hat sich nichts geändert, obwohl der Transfer laut Medienberichten in trockenen Tüchern sei. Will Giefer etwa doch nicht mehr zu Schalke und hat dies mit den überragenden Leistungen von Fährmann zu tun?

Nummer eins oder nichts?

Man könnte es zumindest annehmen. "Ralf hatte immer den klaren Anspruch Nummer eins zu sein. Allerdings sollte das auch gewürdigt werden", bekräftigt sein Berater. Was Dirk Lips damit meint: Ralf Fährmann möchte nichts anderes, als ein klares Bekenntnis des FC Schalke 04. Warum er dies möchte, liegt auf der Hand: Wenn man überlegt und dabei gewissenhaft reflektiert, dass er nach seiner schweren Verletzung 2011 und den langwierigen zwei Jahren, bis zur Rückkehr ins Schalker Tor, anderes gesagt bekam, als am Ende dann zutraf – kann man dies verstehen.

Rückblende: Schalke-Manager Horst Heldt holte nach Fährmanns schwerem Kreuzbandriss Timo Hildebrand aus dem drohenden Ruhestand - verkündete vorher aber, dass Ralf Fährmann "unsere klare Nummer eins" bleibt. Es kam jedoch ganz anders.

Fährmann kämpfte sich heran und wurde gesund, doch Hildebrand und Lars Unnerstall duellierten sich um den Kasten in der Schalker Arena. Fährmann galt nahezu als abgeschrieben, niemand erwartete noch etwas von ihm. Umso beeindruckender ist dessen Wiederaufstehung der letzten Monate. Nun obliegt es dem 196 Zentimeter langen Hünen, wie er sich entscheidet. Entscheidet er sich für Schalke, dann ist dies an gewisse Bedingungen geknüpft. Dies mag man dem sympathischen Lokalmatador auch in keinster Weise übel nehmen. Zu steinig war sein langer Weg.

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