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Mike Büskens zum Revierderby: "Nicht noch einmal solche Krawalle"

Das kommende hochinteressante Derby zwischen Schalke und dem BVB steht unter Beobachtung der ganzen Liga. Büskens hofft auf einen friedlichen Abend ohne Randale.

Gelsenkirchen. Das Flutlicht hell und die Massen strömen ins Stadion. Bei atemberaubender Atmosphäre findet am Dienstagabend das größte Derby zwischen zwei Erzrivalen statt, das Fußballdeutschland zu bieten hat. Borussia Dortmund empfängt den ewigen Kohlenpott-Widersacher FC Schalke 04 zur mittlerweile 144. Auflage.

Im Hinspiel gab es allerdings auch unschöne Szenen, als sich Teile der BVB-Anhängerschaft völlig daneben benommen haben und Leuchtkörper in andere Blöcke der Veltins-Arena schossen. Die Borussia wurde vom Sportgericht des DFB, besonders auch wegen diesem Vorfall, zu einer empfindlichen Strafe verdonnert. Bei einem Meisterschaftsspiel wird die Südtribüne (fasst 25.000 Zuschauer) leer bleiben, sollte es innerhalb der vom DFB gewährten Bewährungsfrist von sieben Monaten erneut zu solch einem schwerwiegenden Fehlverhalten seitens der BVB-Fans kommen.

Fußball ist Emotion

Goal sprach im Vorfeld des Spieles exklusiv mit Schalkes Eurofighter aus 1997, Mike Büskens – der sich eindringlich ein friedliches und sicheres Derby wünscht. Büskens macht deutlich: "Natürlich lebt der Fußball von Emotionen. Besonders dieses Derby lebt von einer Rivalität, aber doch einer gesunden Rivalität." Gerade im Ruhrgebiet, wo die Übergänge zwischen einzelnen Städten fließend sind, "ist der Fußball ein Lebenselixier. Die jeweiligen Vereine haben hier im Leben eine hohe Bedeutung."

Allerdings darf es "einfach nicht passieren, dass ein Fußballspiel kein Familien-Event mehr ist." Auch ein Ausschluss der Gästefans bei zukünftigen Derbys wurde zwischen beiden Vereinen erörtert. Das Resultat: Auch die Fans haben eine Bewährungsfrist. Sollte es am Dienstagabend zu schweren Ausschreitungen kommen, werden die nächsten Duelle ohne Gästefans ausgetragen, wie unlängst von Schalke und Dortmund mitgeteilt.

Der UEFA-Pokalsieger von '97 würde solch einen drastischen Schritt der Vereine bedauern: "Eine leere Gästekurve in so einem Spiel würde mir viel von der Derby-Stimmung nehmen. Es darf nicht noch einmal zu solchen Krawallen wie im Hinspiel kommen!" Der überwiegende Großteil der Fans sorgt jedoch wie jedes Mal für eine sehr tolle Stimmung, die dann hoffentlich mit einem spannenden Spiel auf dem grünen Rasen belohnt wird.

"Nuancen" ausschlaggebend

Der Impetus sein Bestes zu geben und die Brisanz rühren allein daher, weil es "das Derby schlechthin ist, hier in Deutschland", merkt Büskens an. Allerdings hat der Dienstagabend auch tabellarisch eine Bedeutung. Schalke 04 steht auf Platz drei mit nur einem Punkt Rückstand auf Borussia Dortmund – es geht um Platz zwei hinter Bayern München. Aktuell ist es also ein Aufeinandertreffen auf Augenhöhe und es wird wohl "auf Nuancen" ankommen.

Besonders im Fokus werden beide Torhüter und beide Mittelstürmer stehen. Wer wird mehr Bälle abwehren müssen, welcher Angreifer knipst dem Gegner das Licht aus? Büskens lobt die Leistungen beider Schlussmänner: "Roman Weidenfeller und Ralf Fährmann können in so einem Spiel den Unterschied ausmachen. Weidenfeller ist ein sehr guter Torwart, der in der erfolgreichen Zeit der Borussia der Garant dafür war." Bei Schalkes Fährmann gerät der 46-Jährige sogar ins Schwärmen.

"Ralle ist für mich schon immer ein überdurchschnittlicher Torhüter gewesen, ich habe ihn ja auch hautnah verfolgen dürfen. In den letzten Spielen war er für mich der mit Abstand beste Spieler der Blauen." An eine WM-Nominierung des 25-Jährigen glaubt "Bujo" übrigens nicht, noch nicht. Denn die Nationalmannschaft kann "nach der WM" für Fährmann "ein Thema werden." Aber Lewandowski und Huntelaar werden der brisanten Partie ebenfalls ihren Stempel aufdrücken, meint der Ex-Trainer von Fortuna Düsseldorf, da beide eine "große Qualität" auszeichne.

Büskens ist derzeit ohne Verein. Wird es eine baldige Rückkehr in die Bundesliga geben? "Ich habe es schon immer so gehalten, dass ich zuerst die Dinge für mich verarbeite und abarbeite", wiegelt der gebürtige Düsseldorfer ab und genießt die Zeit ohne den hektischen Trubel in verantwortlicher Position. "Momentan fühle ich mich sehr wohl in der Rolle den Fußball mal wieder von außen betrachten zu können, ohne emotional in dieser Maschinerie drinzustecken. Ich sammele Kraft für neue Aufgaben. Wie die dann aussehen, wird man sehen."

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