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Jonatan Soriano will mit Red Bull Salzburg die beeindruckende Erfolgsserie in der Europa League ausbauen. Vergleiche mit Lionel Messi lehnt er strikt ab.

EXKLUSIV
Von Pilar Suarez

Die letzte Mannschaft, die es schaffte, den großen FC Bayern zu besiegen war... Red Bull Salzburg! In der Vorbereitung auf die Rückrunde triumphierten die Österreicher mit 3:0 gegen den Champions-League-Sieger und so mancher Fan rieb sich ob des deutlichen Resultats verwundert die Augen. Natürlich haben Testspiele nur bedingten Aussagecharakter, doch es war zumindest ein Fingerzeig für die Stärke Red Bulls.

"Das Spiel gegen Bayern München lief genauso, wie wir uns es vorgenommen hatten. Natürlich war es ein Freundschaftsspiel und sie hatten nicht all ihre Spieler dabei. Aber wir haben die Partie ernst genommen und jedes Spiel gegen die Bayern, ob in einem Wettbewerb oder nicht, ist für jeden sehr motivierend", erinnert sich Salzburgs Torjäger Jonatan Soriano im Gespräch mit Goal an die Partie aus dem Januar.

"Wir haben gezeigt, dass man mit uns rechnen muss"

Soriano ist einer der Erfolgsgaranten beim souveränen Tabellenführer der tipp3-Bundesliga (25 Punkte Vorsprung). In 28 Pflichtspielen dieser Saison markierte der 28-Jährige satte 37 Treffer.
"Wir erleben im Moment eine famose Phase. Wir sind ein tolles Team, eine echte Einheit. Vor einem Jahr waren wir eine neue Mannschaft und nun ernten wir die Früchte", schwärmte er. Anfang 2012 war er aus der Reserve des FC Barcelona in die viertgrößte Stadt der Alpenrepublik gewechselt.

Nach dem überraschend souveränen Weiterkommen gegen Hollands Rekordmeister Ajax Amsterdam trifft Red Bull am Donnerstag im Achtelfinale der Europa League auf den FC Basel. Soriano ist zuversichtlich: "Red Bull ist nicht in Wettbewerben wie diesen zu Hause. Aber Ajax Amsterdam zählte sicher zu den Favoriten in der Europa League und wir haben bewiesen, dass man mit uns rechnen muss.
Die Mannschaften, die nun noch dabei sind, die verdienen es auch. Alle verfügen über großes Potenzial. Wir erwarten Basel anders als Ajax."



Und weiter meinte er: "Ajax wollte immer den Ball kontrollieren, dagegen ist Basel ein Team mit körperlich stärkeren Spielern und sie agieren körperbetonter. Ich glaube aber, dass es unsere Stärke ist, wie wir uns auf unsere Gegner einstellen. Deswegen erwarte ich eine enge Paarung."

Der Rechtsfuß führt mit zehn Treffern die Torschützenliste der Europa League an. Vermehrt wurde er in den letzten Wochen und Monaten in Anlehnung an den vierfachen Weltfußballer aus Argentinien als "Messi Österreichs" bezeichnet. Ein Vergleich, der Soriano nicht passt: "Nein, ich sehe mich nicht als Messi Österreichs. Vergleiche mit Spielern wie ihm sind Zeitverschwendung. Ich will meinen Job erledigen und der ist es, Tore zu schießen. Manchmal hat das Glück in der Welt des Fußballs großen Einfluss. Ich werde alles dafür tun, dass mein Lauf anhält und ich will helfen, dass die Mannschaft ihre Ziele erreicht."

"Was Du bei Barca lernst, das hilft enorm"

"Es stimmt, dass ich in toller Form bin. Vor dem gegnerischen Tor läuft es sehr gut und für einen Stürmer gibt es nichts Wichtigeres, als Treffer zu erzielen. Wenn Du triffst vertraut die Mannschaft dir noch mehr und im Moment läuft es super", so der ehemalige spanische U-21-Nationalspieler.


Soriano stammt aus der Jugend von Espanyol Barcelona. Über die Stationen Almeria, Ejido und Albacete Balompie landete er 2009 in Barcas zweiter Mannschaft. Dort kickte zweineinhalb Jahre lang und erzielte insgesamt 55 Ligatore. "Als ich zu Barcelona ging, da war ich ein klassischer Stürmer. Einer, der sich an der gegnerischen Abwehr aufrieb. Aber dort lernt man, wie man sich der Bewachung entzieht. Wie Du Dich bewegen musst und wie Du als 'Falsche Neun' immer wieder den Ball fordern musst. Was ich dort gelernt habe, hilft mir hier enorm", erklärte er.

Im Januar 2012 überwies Red Bull schließlich 500.000 Euro Ablöse für ihn an die Blaugrana: "Wie viele andere Spieler, die in Spanien groß wurden und dann gewechselt sind, wusste ich nicht genau, was mich erwarten sollte. Ich habe jedenfalls nicht damit gerechnet, dass ich nach zwei Jahren der Kapitän meiner Mannschaft und solch ein wichtiger Spieler sein würde. Ich bin sehr glücklich über diese Entwicklung."

"In Salzburg genieße ich einen höheren Stellenwert im Vergleich zu Spanien. Bevor ich nach Salzburg ging, hatte ich kein Angebot aus Spanien. Dort ging es für mich nicht weiter. Red Bull bot für mich und dafür bin ich dankbar", so Soriano. Auch deshalb ist eine zügige Rückkehr in die Heimat nicht geplant: "Die Entscheidung, Spanien zu verlassen, fiel mir nicht leicht. Aber ich habe sie getroffen und ich denke, ich werde im Ausland bleiben. Mir gefällt es, neue Dinge zu erlernen und auch meiner Familie geht es gut. Im Fußball sollte man niemals 'nie' sagen, aber im Moment ist es (eine Rückkehr nach Spanien) unwahrscheinlich."

 

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