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Ex-Bremer Patrick Owomoyela im Interview: "Das Momentum ist auf Hamburger Seite"

Abstiegskampf pur! Bremen und Hamburg kämpfen um den Verbleib in der Bundesliga. Der HSV ist durch den 3:0-Heimsieg gegen Dortmund leicht im Vorteil.

Hamburg. Das 100. Nordderby zwischen dem SV Werder Bremen und dem Hamburger SV steht im Zeichen des Abstiegskampfes. Patrick Owomoyela, 34, spielte von 2005 bis 2008 für die Grün-Weißen aus Bremen und kennt die Rivalität der beiden Nordvereine. Seit Januar trägt er das Trikot des HSV und versucht den Abstieg der zweiten Mannschaft in der Regionalliga Nord zu verhindern. Im Interview mit Goal spricht Owomoyela über das Derby und die Chancen seines neuen Vereins.

Herr Owomoyela, wie läuft der Abstiegskampf in der Regionalliga?

Patrick Owomoyela: Ich versuche mit Leistung und meiner Erfahrung dazu beizutragen, dass die junge Truppe im Abstiegskampf ein wenig Richtung bekommt und nicht allzu viel Druck auf ihren Schultern lastet. Wir sind nicht gut in die Rückrunde gestartet, das soll sich aber möglichst bald ändern.

Wie lange wollen Sie noch Fußball spielen?

Owomoyela: Solange es Spaß und Sinn macht. Wenn es irgendwann zur Qual wird, ist die Zeit zum Aufhören gekommen. Nach meiner einjährigen Verletzungspause habe ich noch große Lust verspürt, der Kugel weiter hinterher zu jagen.

Heute steht das Nordderby zwischen Werder Bremen und dem Hamburger SV an. Mirko Slomka hat vor dem Spiel gesagt, dass sich die Brisanz dieses Spiels aus der Tabellenkonstellation ergibt. Ist das ein Abstiegsderby?

Owomoyela: Über diesem Spiel schwebt tatsächlich das Abstiegsgespenst. In erster Linie geht es um drei wichtige Punkte für den Klassenerhalt, weniger um die Rivalität im Nordderby.

Haben Sie den Eindruck, dass beim HSV die Erleichterung nach dem 3:0-Sieg gegen Borussia Dortmund zu spüren ist?

Owomoyela: Die Erleichterung ist in der gesamten Stadt zu spüren. Sowohl die Zuschauer beim Training, als auch die Mannschaft ist positiver drauf. Der gesamte Verein hat sich endlich wieder einen Sieg gewünscht, um das Gefühl von drei gewonnen Punkten wieder zu verspüren. Allerdings ist die Mannschaft gewarnt. Mit einer Niederlage gegen Bremen wäre man kein Stück vorangekommen. Die drei Punkte gegen den BVB sind erst dann wirklich wertvoll, wenn man jetzt gegen einen direkten Konkurrenten nachlegen kann.

Welchen Stellenwert wird dem Derby in Bremen beigemessen?

Owomoyela: Es ist immer ein besonderes Spiel in Bremen. Zu meiner Zeit war es ein Duell auf Augenhöhe. In meinem ersten Jahr ging es am letzten Spieltag sogar noch um den direkten Einzug in die Champions League. Bremen ist von seiner Medienlandschaft etwas umgänglicher, etwas humaner und ruhiger. Es gibt weniger Boulevardmedien als in Hamburg, die aus diesem Derby möglichst viel ausschlachten wollen. In Bremen fokussiert sich mehr auf die sportliche Ebene, wenngleich die Wichtigkeit des Spiels ähnlich hoch angesehen wird.

Wie haben Sie die Derbys als aktiver Spieler erlebt?

Owomoyela: Auch für uns Spieler sind Derbys etwas Besonderes gewesen. Das habe ich in Dortmund beim Revierderby in einer noch größeren Dimension erleben dürfen. Erst recht, wenn man sich sportlich in einer ähnlichen Situation befindet. Es ist nicht nur ein Thema der Medien, obwohl es dadurch noch größer gemacht wird. Bei den Derbys zwischen dem BVB und Schalke ging es auf dem Platz hoch her, und auch Drumherum wurde eine Schlacht geführt. Hinterher stand man jedoch im Kabinengang zusammen, einige sind sogar miteinander befreundet.

Sehen Sie den HSV in diesem Derby im Vorteil?

Owomoyela: Das Momentum ist definitiv auf Hamburger Seite. Werder kämpft um die letzten Strohhalme, holen hier und da einen Punkt. Dennoch treten sie auf der Stelle und kommen aus dem Tabellenkeller nicht raus. Der HSV hat eine lange Durststrecke hinter sich, vieles ist auf sie eingestürzt. Die Mannschaft hat sich dennoch gegen einen extrem starken Gegner zurückgekämpft und sich in erster Linie wieder ein wenig Luft verschafft. Mit dem Erfolgserlebnis im Rücken sind sie mental leicht im Vorteil.

 EURE MEINUNG: Wie geht das Nordderby zwischen Bremen und Hamburg aus?

 Folge HSV-Reporter Daniel Jovanov auf und und bleibe ständig am Ball!

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