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Schieber denkt an Abschied vom BVB: "Darf mich nicht selbst belügen"

Seit bald zwei Jahren spielt der ehemalige Junioren-Nationalspieler nun im Ruhrgebiet. Eine lehrreiche, aber auch ernüchternde Zeit. Nun denkt er an Abschied.

EXKLUSIV
Das Gespräch führte Hassan Talib Haji

Dortmund. Julian Schieber vom Bundesliga-Tabellendritten Borussia Dortmund ist mit seiner persönlichen Situation unzufrieden. Zu sporadisch sind seine Einsatzzeiten, was im Besonderen an seinem bärenstarken Kontrahenten Robert Lewandowski liegt. Am polnischen Nationalspieler gibt es im Sturm-Zentrum einfach kein Vorbeikommen.

Das registriert Schieber, der mittlerweile sein zweites Jahr bei den Schwarz-Gelben spielt. Im Gespräch mit Goal schildert der 25-Jährige, dass ihn ein Weggang zwar treffen würde, da er sich im Umfeld des BVB sehr wohl fühlt. Er müsse aber auch an sich selbst denken.

Angesprochen auf das bislang Erlebte unter Jürgen Klopp sagt er: "Es ist eine spannende und schöne Zeit, aber natürlich habe ich sportlich gesehen auch persönliche Enttäuschungen erlebt, ganz klar." Logisch, dass er bei diesen Enttäuschungen an die geringe Spielpraxis denkt.

Lewandowski zu stark

Für den in Backnang geborenen Linksfuß ist die Situation eine Zwickmühle. Auf der einen Seite fühlt er sich pudelwohl, auf der anderen leidet die Karriere unter dem Reservisten-Dasein. Schieber macht deutlich: "Ich will mehr spielen, das ist doch klar." Solange Lewandowski, der zur neuen Saison für den FC Bayern auf Torejagd gehen wird, nicht ausfällt oder in ein Formtief geraten sollte, wird sich die Situation für ihn in der laufenden Spielzeit kaum ändern. Wobei es zu erwähnen gilt, dass der Stoßstürmer für die Borussia bereits von Wert war. Beim Halbfinal-Einzug in der Champions League der abgelaufenen Saison war er am 3:2-Siegtreffer von Felipe Santana in der spannenden Partie gegen den FC Malaga beteiligt. In dieser Spielzeit legte er ebenfalls nach Einwechselung für Kevin Großkreutz in Marseille auf, als der BVB gegen Olympique den Einzug ins Achtelfinale auf der Zielgeraden besiegelte.

Schieber gab sich aber bereits im Sommer 2012, als er seinen Vertrag bis 2016 erhielt, keinen Illusionen hin: "Als ich mich für den Wechsel zum BVB entschieden habe, wusste ich, dass Robert als Stürmer gesetzt ist. Er spielt überragend und zeigt seine Leistung Woche für Woche, da ist es für mich schwer. Ich habe in dieser Saison trotzdem nur sechs Einsätze in der Liga und hochgerechnet nur knapp über eine Halbzeit lang gespielt." Für ihn sei das "selbstverständlich eine unbefriedigende Situation. Da fehlt einem dann natürlich das Selbstvertrauen."

Schieber denkt an Abschied

Hinzu kommt, dass für Lewandowski im Sommer offenbar hochdekorierter Ersatz den Weg in den Signal-Iduna-Park finden soll. Über Adrian Ramos von Hertha BSC wird angeblich gegrübelt, auch Kevin Volland (TSG 1899 Hoffenheim) soll ein Thema in den Gedankenspielen von Manager Michael Zorc sein. Ob Schieber beim BVB und bei Jürgen Klopp als Stammstürmer vorgesehen ist, darf angezweifelt werden. Er sieht das noch gelassen: "Es wird immer viel diskutiert und andere Spielernamen fallen in den Medien. Ich muss für die Zukunft für mich eine Entscheidung treffen. Ich mache mir natürlich meine Gedanken."

Goal hakte nach und wollte konkret wissen, ob der Angreifer den BVB verlassen möchte. Auf Nachfrage ließ Schieber wissen: "Ich darf mich ja nicht selbst belügen, darüber denke ich nach. Ein Blick auf meine Einsatzzeiten reicht, so ehrlich sollte man dann schon sein. Im Vergleich zum ersten Jahr beim BVB ist das deutlich weniger. Für mich ist das einfach kein Fortschritt, ich hatte mir vorgenommen, den nächsten Schritt zu machen."

Am Samstagnachmittag (ab 15:30 Uhr bei Goal im Live-Ticker) trifft Julian Schieber mit Borussia Dortmund auf seinen Ex-Klub, den 1. FC Nürnberg.

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