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Nürnbergs Abwehr-Ikone Javier Pinola sprach nach dem Sieg in Berlin mit Goal über Trainer Verbeek, seinen Wechsel in die Innenverteidigung und über Hertha-Stürmer Adrian Ramos.

INTERVIEW
Von Martin Ernst aus Berlin

Herr Pinola, wie haben sie die Partie gegen Hertha BSC und vor allem die letzten Minuten mit dem Handspiel von Petrak und der Abseits-Entscheidung des Schiedsrichters erlebt?

Ehrlich gesagt: Es ging alles sehr schnell und ich konnte es mir noch nicht in Ruhe ansehen. Plötzlich sprach der Schiedsrichter mit dem Linienrichter und hat uns auch nicht zu sich gelassen. Am Ende hat er entschieden, wie er entschieden hat - für uns sicher auch glücklich! Wir wussten, dass Hertha ein schwerer Brocken ist und als Mannschaft gut arbeitet und kompakt steht. Es war eine schwierige Partie. Mit sechs Punkten aus den ersten beiden Rückrundenspielen können wir hoch zufrieden sein.

Das frühe Gegentor scheint den Club nicht beunruhigt zu haben...

Das stimmt, wir haben uns schnell gefangen und ausgeglichen. Danach war es auch Kampf und eine Frage, wer den ersten Fehler macht. Ich denke, wir zeichnen uns gerade durch eine gute Spielanlage aus, aber wir kämpfen auch. Etwas Galligkeit und Willen gehört in Situationen wie der unseren natürlich auch dazu.

Was klappt jetzt, was in der Hinrunde vielleicht noch nicht lief? Worauf hat Trainer Gertjan Verbeek seinen Schwerpunkt gelegt?

In der Hinrunde haben wir auch unglücklich Punkte liegen lassen, aber wir haben nie am Weg des Trainers gezweifelt und sind geduldig geblieben. Wir haben uns jeden Tag besser mit ihm gefühlt. Der Erfolg letzte Woche gegen Hoffenheim hat uns natürlich auch einen großen Schub gegeben, das war extrem wichtig. Wichtig sind ihm grundlegende Sachen: Zum Beispiel, dass wir das Spielfeld breit machen, den Ball flach halten, die Flügel bespielen. Wir versuchen auch hinten besser raus zu spielen und den Ball nur unter höchstem Druck nach vorne zu schlagen.

Er scheint bei der Mannschaft den richtigen Ton getroffen zu haben.

Ja, er hat klare Ansagen. Mir sagte er schon beispielsweise früh, dass er auf Marvin Plattenhart setzten wird. Für mich war das eine neue Situation und natürlich nicht einfach. Aber seine Geradlinigkeit und dass er an seinen Ideen festhält, ich denke, das hat uns auch viel Selbstvertrauen eingebracht. Ich glaube, wenn Spieler so wie ich darauf antworten und sich dem Trainer anbieten, ist das der richtige Weg.

Für Sie selbst hat sich der Wechsel in die Innenverteidigung als Glücksfall erwiesen...

Ja, ich habe seit meiner Jugend als Innenverteidiger gespielt, bis ich vor neu Jahren nach Nürnberg kam. Für mich deswegen keine große Umstellung, die Position liegt und gefällt mir. Von hinten kann ich die Fehler von Mitspielern ausbügeln und als erfahrener Spieler muss ich auch mehr reden – vor allem momentan mit unserer jungen Defensive. Mir liegen die vielen Ballkontakte und die Zweikämpfe. Hoffentlich kann ich auch noch eine Weile weiter auf dieser Position spielen.

Was macht Herthas Adrian Ramos aus, den Sie heute oft decken mussten und der derzeit ja beim BVB im Gespräch ist?

Ramos ist ein sehr komplizierter Stürmer und nicht umsonst kolumbianischer Nationalspieler. Er bewegt sich sehr intelligent, ist dann plötzlich sehr schnell und behauptet den Ball einfach stark. Man darf ihn nie aus den Augen verlieren. Es waren heute gute Duelle zwischen uns und weitestgehend ausgeglichen.

Auch Club-Angreifer Josip Drmic hat derzeit einen Lauf, was trauen Sie ihm - und Nürnberg - in dieser Saison noch zu?

Manchmal sieht man ihn wie heute 80 Minuten kaum und er verliert viele Bälle. Charakteristisch für diesen Stürmertyp ist wohl, dass er dann aber in fünf Minuten das Spiel entscheiden kann. Es ist jedoch auch wichtig, dass er immer für die Mannschaft und auch weiter an sich arbeitet, dann kann er ein großer Angreifer werden. Jetzt haben wir zwei Spiele gewonnen, das ist gut, aber noch nicht so viel. Wir versuchen nicht auf die Tabelle zu schauen. Nächste Woche wird es gegen die Bayern schwer, aber wir haben kaum was zu verlieren und werden versuchen, dagegenzuhalten.

Herr Pinola, wir danken für das Gespräch!

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