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Keine Einigkeit unter den Betreibern der fünf Konzepte – daran ändert auch nichts, dass Felix Magath seine Bereitschaft zu einem runden Tisch signalisiert hat.

EDITORIAL
Von Daniel Jovanov

Rund um den Hamburger SV brodelt es. Der einst so glorreiche Verein wird vor eine ungeheuerliche Zerreißprobe gestellt. Vor der Mitgliederversammlung am Sonntag tobt unter den fünf konkurrierenden Reforminitiativen ein erbitterter Kampf. Die Außenseiter versuchen das in allen Prognosen führende Konzept HSVPLUS zu verhindern. Deshalb lud die Initiative "Rautenherz" alle Mitstreiter zu einem letzten Konsensgespräch. Mit dabei sein sollte auch Felix Magath, den sich viele HSV-Fans in einer verantwortlichen Position bei den Hamburgern wünschen.

Zum Hintergrund: Die Mitglieder stimmen am Sonntag über fünf Konzepte zur Zukunft des Hamburger SV ab (eine Übersicht der wichtigsten Fakten rund um die möglichen Zukunftsmodelle gibt es HIER). Es geht um die grundsätzliche (Neu-)Ausrichtung des Vereins, der Wahlkampf ist in vollem Gange. Die Initiative "Rautenherz hatte für den gestrigen Freitagabend alle Antragsteller zu einem Dialog-Gespräch geladen. Für eben diese Diskussion sagte auch Felix Magath seine Unterstützung zu. Der 60-Jährige, der den HSV vor 30 Jahren zum Triumph im Europapokal der Landesmeister geführt hat, wäre angeblich zu diesem Treffen erschienen.

Dazu kam es aber nicht. Denn die Initiative HSVPLUS, der aktuell die größten Erfolgschancen eingeräumt werden, sagte ihre Teilnahme ab. In einer öffentlichen Stellungnahme von "Rautenherz" heißt es nun: "Leider konnten wir die Initiative HSVPLUS um Otto Rieckhoff nicht von einer Teilnahme und der Suche nach einem Konsens überzeugen. Wir bedauern dies sehr, sind aber nach wie vor davon überzeugt, dass es unter Bündelung aller Kompetenzen und Kräfte für ein gemeinsames Handeln zum Wohle unseres HSV noch immer nicht zu spät ist." Warum sich Rieckhoff mit den Vertretern der übrigen Konzepte auf einen Konsens einigen sollte, begründet Rautenherz mit der Sorge vor einer tiefen Spaltung innerhalb der Mitgliedschaft. Diese dürfte nun umso größer werden.

Meier soll AR-Vorsitz übernehmen

Rieckhoff, ehemaliger Aufsichtsratschef des Vereins und Initiator von HSVPLUS, wollte sich auf Nachfrage von Goal nicht äußern. In den vergangenen Wochen hatten Gespräche zwischen HSVPLUS und den anderen Antragstellern zu keinem Ergebnis geführt. Die Standpunkte scheinen nach wie vor unvereinbar. Vor wenigen Tagen bekräftige Rieckhoff gegenüber Goal, dass HSVPLUS zu keinem Zeitpunkt in Kontakt mit Magath stand. Personelle Angelegenheiten stünden derzeit ohnehin nicht zur Diskussion.

Noch am Donnerstag hatte Magath gegenüber NDR2 gesagt: "Es waren nicht Strukturen, die den HSV in diese Situation geführt haben, es waren Personen. Sinnvoll ist es schon, wenn der Verein wieder eine Persönlichkeit hätte, die den HSV nach außen auch vertritt", und damit die Spekulationen angeheizt.

Derweil scheinen sich Veränderungen im höchst umstrittenen Aufsichtsrat anzubahnen. Nach Informationen der Bild steht der erst vor einem Jahr gewählte Jens Meier für den Vorsitz des Kontrollgremiums bereit. Nach der Mitgliederversammlung soll der 47-Jährige in einer konstituierenden Sitzung zum neuen Boss gewählt werden. Dem bisherigen Vorsitzenden Manfred Ertel fehlt dafür die Mehrheit.

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