thumbnail Hallo,

Der Weltmeister arbeitet daran, den FCA in der Bundesliga zu etablieren. Vor dem Heimspiel gegen Hoffenheim spricht er über Ziele und Voraussetzungen - und den deutschen Clasico.

Augsburg. Der FC Augsburg ist inzwischen in seinem dritten Jahr in der Bundesliga. Allen Negativprognosen zum Trotz hat sich der Klub zwei Mal erfolgreich gegen den Abstieg gewehrt - und auch in diesem Jahr sieht es beim FCA nicht schlecht aus. Vor dem Heimspiel gegen die TSG 1899 Hoffenheim haben wir uns exklusiv mit Manager Stefan Reuter unterhalten. 

Herr Reuter, im Allgemeinen heißt es immer, dass für einen Aufsteiger die zweite Saison die schwerste in der Bundesliga ist. Die zweite Saison im Oberhaus haben sie überstanden. Wie schwer wird die dritte Saison in der Bundesliga für den FCA?

Reuter: "Genauso schwer wie die zweite Saison. Ich halte nicht viel von diesen Weisheiten, denn uns ist klar, dass für uns das Ziel Klassenerhalt mit dem im Vergleich zur Konkurrenz geringeren Etat immer wieder eine neue Herausforderung ist. Aber wir tun alles dafür, dass wir uns dieser Herausforderung in der Bundesliga jedes Jahr neu stellen können."

Wie sehen Sie die Entwicklung, die der FC Augsburg seit dem Aufstieg im Sommer 2011 durchgemacht hat?

Reuter: "Sehr gut. Ich möchte hier aber noch einen Schritt zurückgehen. Der Aufschwung des FCA hat mit dem Beginn des Engagements von Präsident Walther Seinsch begonnen. Er hat den FCA in der vierten Liga übernommen und die Vision eines neuen Stadions in die Tat umgesetzt, als viele dem FCA eine solche Entwicklung nicht zugetraut haben. Diese Entwicklung gipfelte dann im Aufstieg in der Bundesliga, in der sich unsere Mannschaft nun auch immer weiter entwickelt."

Alles aus der Bundesliga bei Goal.com

Ab wann kann man davon sprechen, dass eine Mannschaft in der Bundesliga richtig angekommen ist? Was sind die Zeichen, die das in der Stadt, im Umfeld und auf dem Platz zeigen?

Reuter: "Ein Verein ist in der Bundesliga etabliert, wenn er sich fünf, sechs Jahre unter den besten 18 Mannschaften behauptet hat und dann aber auch in der Lage ist, einen möglichen Rückschlag wie einen Abstieg wegzustecken und zurück zu kommen. So haben es zum Beispiel Vereine wie Mainz oder Freiburg in den letzten Jahren vorgemacht."

In die meisten Bundesliga-Spiele geht der FC Augsburg – trotz beachtlicher Leistungen in den vergangenen beiden Jahren – immer noch als großer Außenseiter. Gefällt Ihnen diese Rolle oder beklagen Sie die fehlende Wertschätzung?

Reuter: "Das hat nichts mit fehlender Wertschätzung zu tun. Ich denke, dass viele die Leistungen unserer Mannschaft honorieren, weil sie einschätzen können, unter welchen Voraussetzungen wir in den letzten beiden Jahren den Klassenerhalt geschafft haben. Wir haben gezeigt, was mit Teamgeist, Geschlossenheit, Einsatzwillen und Leidenschaft möglich ist."

Mit der TSG Hoffenheim trifft der FCA am Samstag auf eine Mannschaft, die sich inzwischen in ihrem sechsten Jahr in der Bundesliga etabliert hat. Die Hoffenheimer haben nach den Anfangsjahren ihren finanziellen Aufwand inzwischen deutlich zurückgefahren. Wo sehen Sie noch die großen Unterschiede zum aktuellen Tabellennachbarn?

Reuter: "Selbst wenn die TSG ihren finanziellen Aufwand wie sie sagen deutlich zurückgefahren hat, so ist der Etat dennoch weitaus höher als unserer."

Kann man in Ihrer Situation etwas aus der Entwicklung der Hoffenheimer lernen, um den FC Augsburg in der Bundesliga zu halten?

Reuter: "Ich denke, dass wir gut daran tun, unseren eigenen Weg zu gehen. Das haben wir in den letzten Jahren gemacht und werden wir auch so fortsetzen."

Was ist bei Verhandlungen mit möglichen Neuzugängen das größte Plus, das man als FC Augsburg bieten kann? Und was ist das größte Handicap?

Reuter: "Wir haben einige Vorzüge. So weiß bei uns ein Spieler, dass er sich in einem familiären Umfeld sportlich sehr gut weiterentwickeln kann. Wir verfolgen eine klare Philosophie, haben einen super Teamgeist, bei dem alle gemeinsam an einem Strang ziehen. Außerdem haben wir Fans, die die Situationen realistisch einschätzen und unser Team fantastisch unterstützen. Kommen Sie doch mal in unsere SGL arena und genießen die tolle Stimmung. Als größtes Handicap wollen Sie wahrscheinlich auf die begrenzten finanziellen Möglichkeiten hinaus: Seien Sie hier aber versichert, dass auch unsere Spieler nicht am Hungertuch nagen."

Geht es für Sie nach dem Spiel am Samstag direkt nach Hause, um sich den kommenden Pokalgegner FC Bayern noch einmal im Spitzenspiel gegen Borussia Dortmund anzusehen oder sind Sie schon über den FCB ausreichend informiert?

Reuter: "Wahrscheinlich werde ich mir das Spiel noch im Stadion anschauen."

Dass Sie auf einen Heimsieg des FCA gegen Hoffenheim tippen, ist klar. Wie aber geht das Duell Ihrer beiden Ex-Klubs aus Dortmund und München aus – und warum?

Reuter: "Da ich für beide Klubs aktiv war und auch noch ein sehr gutes Verhältnis zu beiden Vereinen und deren Verantwortlichen habe, möchte ich es bei einer Phrase belassen: Der Bessere möge gewinnen, auch wenn sich der Großteil der Liga wohl einen Dortmunder Heimsieg wünscht, damit es in der Liga spannend bleibt."

Vielen Dank für das Gespräch. 

EURE MEINUNG: Wie beurteilt Ihr die Leistungen des FC Augsburg?

Bleibe am Ball und sei Teil des größten Fußball-Netzwerkes der Welt: Folge Goal auf
oder werde Fan von Goal auf !

Dazugehörig