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Andreas Möller: "Dortmund hat nicht so viel investiert, um den DFB-Pokal zu gewinnen"

Schalke 04 und der BVB treffen erneut auf die Londoner Klubs. Andreas Möller attestiert beiden Vereinen bisher eine gute Gruppenphase in der Königsklasse und sieht Chancen.

EXKLUSIV
Das Gespräch führte Hassan Talib Haji

Es ist Zeit für die besonderen Spiele: Die Champions League hält wieder Einzug in Europas Stadien - dabei treffen die deutschen Vertreter Borussia Dortmund und Schalke 04 auf die Londoner Großklubs Arsenal und Chelsea. Einer, der den Henkelpott bereits in die Höhe stemmen durfte, ist Andreas Möller.

Goal
sprach mit dem Champions-League-Triumphator von 1997, der insgesamt elf Jahre für Gelb-Schwarz und Königsblau die Stiefel schnürte.

"Dortmund muss natürlich eines der Heimspiele gegen Arsenal oder Neapel gewinnen", betont Möller. Der wichtige 2:1-Erfolg im Emirates kann im Rückspiel gegen die Gunners vergoldet werden. Reichlich Brisanz ist durch die Ausgangslage garantiert: In der Gruppe F führt der BVB die Tabelle punktgleich mit Arsenal sowie dem SSC Neapel an. Alle drei Teams haben sechs Zähler auf dem Punktekonto.

Um in der Königsklasse die K.o.-Phase zu schaffen, habe man "mindestens zwölf Punkte zu erreichen. Die Borussia hat es selbst in der Hand, die Gruppe zu überstehen." Damit dies auch klappt, wurde kräftig in das Team investiert. Der Bundesliga-Zweite gab kolportierte 50 Millionen Euro für neue Stars aus, um unter anderem den Abgang Mario Götzes zu kompensieren.

Der Anspruch, in Europa für Furore zu sorgen, ist dementsprechend hoch, wie Möller erklärt: "Solch große Investitionen macht man nicht, um lediglich den DFB-Pokal zu gewinnen. Da sieht man, was der BVB vorhat. Dortmund war in der letzten Saison im Finale, selbstverständlich wollen die da noch mal hin."

Vor allem die Kaufkraft sei ein Indiz dafür, wie konkurrenzfähig Deutschland mittlerweile ist. Auch wenn die Premier League noch Vorteile hat, so Möller: "In der Bundesliga hat kein Klub irgendeinen Monarchen oder Geldgeber im Hintergrund, wie es in England der Fall ist." Ob die getätigten Investitionen für Schwarzgelb am Ende auch zu einem Titelgewinn reichen, "das wissen nur Propheten", ergänzt der 46-Jährige.

Verletzungspech macht Schalke zu schaffen

Was den zweiten Ruhrgebietsklub im Konzert der Großen betrifft, relativiert Möller: "Die Schalker Mannschaft hat ein unglaublich großes Verletzungspech. Wenn Leistungsträger und Leader nicht dabei sein können, dann ist das ein Substanzverlust. Klaas-Jan Huntelaar und Jefferson Farfan sind für Schalke sehr wichtige Spieler. Das auszugleichen, ist sehr schwierig." Entsprechend möchte er die zuletzt gezeigten Leistungen keinesfalls überbewerten.

Dennoch hält der Europameister von 1996 fest: "Das Schalker Publikum erwartet nichts Unmögliches. Es will leidenschaftlichen Fußball sehen, natürlich auch erfolgreichen. Aber ich glaube, sie haben das Gespür dafür, dass im Moment nicht mehr drin ist."



In der Bundesliga liegt der Revierklub auf Tabellenplatz sechs, der Abstand zum Dritten Bayer Leverkusen beträgt acht Punkte. Möller plädiert dafür, der Schalker Truppe Zeit zu geben - trotz des nervösen Umfeldes: "Als Horst Heldt sagte, man spielt nur noch um Platz vier, wollte er dem jungen Team auch den Druck nehmen. Man muss der Realität ins Auge sehen: Diese Mannschaft ist durch die vielen Ausfälle schwer gebeutelt. Die Jungen, wie zum Beispiel Max Meyer oder Leon Goretzka, brauchen einfach Zeit."

Am Mittwochabend wartet im Stadion an der Stamford Bridge der FC Chelsea mit Startrainer Jose Mourinho. In der Veltins Arena gewann dessen Team mit 3:0, konterte die Knappen dabei gnadenlos aus. Möller traut dem Team von Jens Keller in London aber dennoch eine kleine Überraschung zu.

"Unabhängig von der Situation um die verletzten Spieler kann der FC Schalke auch in London punkten. Das ist zwar nicht einfach, aber es ist auf jeden Fall möglich. Platz zwei ist drin." Derzeit rangiert S04 mit sechs Zählern punktgleich mit den führenden Blues auf Rang zwei, gefolgt vom FC Basel.

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