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Goal sprach mit Christian Wörns exklusiv über die Innenverteidigung der deutschen Nationalmannschaft, Mats Hummels und das Duell des BVB gegen den FC Arsenal.

INTERVIEW
Das Gespräch führte Stefan Döring

Dortmund. FC Arsenal gegen Borussia Dortmund, Per Mertesacker gegen Mats Hummels. Es gibt viele reizvolle Duell beim Champions-League-Knaller im Emirates. Aber das Aufeinandertreffen der beiden Nationalverteidiger dürfte bestimmt eines der interessanteren werden. Wer sammelt in der Königsklasse Pluspunkte bei Joachim Löw?

Goal sprach mit Ex-Nationalspieler Christian Wörns über die Situation in der Abwehr der DFB-Elf. Außerdem äußerte sich der ehemalige Borusse zu den Formschwankungen von Mats Hummels und dessen möglichen Wechsel zum FC Barcelona

Herr Wörns, Joachim Löw hat einige gute Innenverteidiger zur Verfügung. Wer ist derzeit am Stärksten?

Wörns: Für einen Trainer ist es schön, wenn er drei, vier Spieler ohne Bedenken bringen kann. Für ihn sind daher die Tagesform oder die letzten Einsätze vor dem Länderspiel entscheidend.

Welches Innenverteidiger-Pärchen favorisieren Sie?

Wörns: Es ist schwer zu sagen, welches Pärchen das Beste ist. Ich bevorzuge momentan eher Hummels und Boateng. Das ist aber nur ein Gefühl.

Wie beurteilen Sie die Entwicklung Per Mertesackers?

Wörns: Mertesacker hat gute Leistungen in der Nationalmannschaft und auch beim FC Arsenal gebracht. Er hat sich dort durchgebissen, was vorher nicht so klar war. Er ist eine gute Option für die Innenverteidigung. Wie gesagt, es ist abhängig von der Tagesform.

Der Druck ist hoch im DFB-Team: Hilft das als Spieler oder hemmt es einen?

Wörns: Als Fußballer muss man sich dem Konkurrenzdruck innerhalb einer Mannschaft stellen. Ich finde es gut, so spielt jeder am Limit. Ohne Druck fehlen eventuell die letzten Prozent. Durch den Konkurrenzkampf kitzelt man die heraus.

Viel wurde über die Leistungsschwankungen von Mats Hummels diskutiert. Wie beurteilen Sie seine letzten Auftritte?

Wörns: Er hat in den letzten Jahren sehr konstant gespielt. Da gibt es vielleicht mal schwächere Phasen. Das liegt in der Natur der Sache. Andere Innenverteidiger hatten auch schwächere Phasen. Meistens werden allerdings die Fehler der Verteidiger und Torhüter direkt bestraft. Da ist es einfach, auf sie zu zeigen.

Barcelona soll Interesse an Hummels bekunden. Glauben Sie ein Wechsel wäre sinnvoll? Was wäre Ihr Rat an ihn?

Wörns: Wenn Vereine wie Barca, Real, Manchester United oder Bayern anrufen, dann wird man als Spieler wehmütig. Das ist verständlich und nachvollziehbar. Er hat in allen Wettbewerben bewiesen, dass er Qualität hat. Wenn man lange bei einem Verein ist, sich die Möglichkeit ergibt, will man eine neue Herausforderung annehmen. Wichtig ist allerdings, ob man sich der Aufgabe gewachsen fühlt. Raten tue ich zu nichts, ich bin ja nicht sein Berater. Das muss jeder selbst wissen. Er wäre aber im richtigen Alter.

Würde er überhaupt zu Barca passen?

Wörns: Ob ein Spieler zu einem Team passt, überlegen sich die Vereine immer gut, vor allem wenn es um Ablösen geht, wie sie bei Hummels gehandelt werden.

Falls Hummels wechseln sollte wird Fabian Schär als Ersatz gehandelt. Kennen Sie den Schweizer?

Wörns: Ich kenne Schär nicht. Aber vielleicht bedient man sich aus dem eigenen Haus. Sokratis wurde im Sommer bereits für zehn Millionen Euro verpflichtet. Kirchhoff wäre ebenfalls eine gute Alternative aber den haben sich die Bayern schon im Sommer geschnappt. Auch alle anderen Innenverteidiger stehen langfristig unter Vertrag. Als Ersatz für Hummels müsste es allerdings jemand vom Kaliber Mertesacker sein.

Am Dienstag spielt der BVB in London. Wie schätzen Sie die Chancen der Schwarz-Gelben ein?

Wörns: Der BVB steht schon ein klein wenig unter Zugzwang. Die Borussen spielen zweimal gegen Arsenal. Wenn man in London verlieren sollte, was durchaus möglich ist, dann wird der Druck zu Hause noch größer. Arsenal ist für mich leichter Favorit in dem Spiel. Sie haben im Sommer gute Leute geholt und hinterließen zuletzt einen starken Eindruck. Der BVB ist aber auch gut drauf, hat in der letzten Saison bewiesen, dass sie sich wehren. Das wird kein Selbstläufer für Arsenal.

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