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Werders Sommer-Neuzugang spricht vor dem Spiel gegen Freiburg über den alten Verein, seine Rolle im Mittelfeld und klärt auf, wie man seinen Vornamen schreibt.

INTERVIEW
Das Gespräch führte John C. Brandi

Bremen.
Der neue Mann im Mittelfeld von Werder Bremen hat einen guten Start an der Weser hingelegt, bis ihn vor einigen Wochen eine Knieverletzung stoppte. Pünktlich zum Spiel gegen seinen Ex-Verein SC Freiburg ist Cedrick Makiadi wieder im Training und guter Dinge. Goal sprach mit dem Deutsch-Kongolesen über Ziele, Positionswandel und die Arbeit von Coach Robin Dutt, mit dem er aus Freiburger Zeiten schon bestens bekannt ist.

Herr Makiadi, wie haben Sie die ersten Monate bei Ihrem neuen Arbeitgeber Werder Bremen erlebt, wie ist die Stimmung in der Mannschaft?


Makiadi: Ich wurde gut aufgenommen. Die ersten Monate waren natürlich intensiv, die Zusammenarbeit mit dem neuen Trainerteam, dass die Philiosophie vom Trainer auf das Team übertragen und umgesetzt wird – aber ich habe ein gutes Gefühl.

Zu Ihnen selbst: Nach einer Bänderdehnung sind Sie inzwischen wieder im Training. Wie geht es Ihnen aktuell, bei wie viel Prozent sind Sie derzeit?

Makiadi: Mir geht es gut. Ich konnte vergangenen Freitag erstmals wieder mit der Mannschaft trainieren, ich habe keine Beschwerden.

Einem Startelfeinsatz gegen Freiburg steht also nichts im Wege?

Makiadi: Wenn es weiterhin so läuft, dann denke ich schon, dass es reichen wird. Alles andere entscheidet dann der Trainer.

Sie sind bei Ihrem Wechsel im Sommer gewissermaßen auch Ihrem Mentor gefolgt – unter Dutt haben Sie bereits zwei Jahre im Breisgau gespielt. Jetzt geht es gegen Ihren alten Ex-Klub. Gibt es spezielle Gespräche, sozusagen "Insidertipps" von Ihnen beiden ans Team?

Makiadi: Nein, da muss es keine speziellen Gespräche geben. Wir werden uns wie gegen jeden Gegner gut vorbereiten, das Trainerteam macht die Scouting-Arbeit, sie werden uns die Videos zeigen, uns auf die Schwächen und Stärken der Freiburger aufmerksam machen.

Gibt es noch Kontakt nach Freiburg, eventuell Gespräche mit ehemaligen Kollegen im Vorfeld des Spiels, vielleicht sogar eine Wette?

Makiadi: Nein, eine Wette oder so etwas haben wir nicht laufen. Ich habe noch Kontakte zu den ehemaligen Mitspielern, wir schreiben noch untereinander, aber keine Wetten.

Kann man Freiburg und Bremen vergleichen? Beide gelten als familiär geführt, ohne massiven Mediendruck, den man von anderen Bundesligisten kennt...

Makiadi: Ja, da sind einige Punkte, wo du die Vereine miteinander vergleichen kannst. Ich denke, dass Werder Bremen im Grunde ein ambitionierter Klub ist, der auch schon sehr erfolgreich war, und da gehst du nicht in die Saison und sagst, du spielst gegen den Abstieg. Das hat man in Freiburg gesagt, aber Werder Bremen hat schon andere Ziele, von daher gibt es schon Unterschiede.

Als Freiburg-Coach Christian Streich zuletzt Torwart Baumann lobte, gab es einen Seitenhieb á la: "Dem ist der Klub wichtiger als das Geld." Was war Ihre Motivation zu wechseln?

Makiadi: Meine Motivation war, dass ich in Freiburg vier erfolgreiche Jahre hatte, und dann hat sich für mich durch Robin Dutt eine neue Perspektive ergeben. Ich konnte einfach noch mal etwas Neues machen, noch immer klingt Werder Bremen als Vereinsname attraktiv. Das hat mich sofort gereizt und da wollte ich das unbedingt machen.

Wie sehen Sie die aktuelle Situation des Sportclubs?

Makiadi: Die haben eine schwierige Situation und ich hoffe, dass sie da rauskommen, aber mir ist es wichtig, dass ich mich auf Werder Bremen konzentriere. Alles andere, das sage ich ganz ehrlich, interessiert mich nicht so sehr, weil ich mit Werder erfolgreich sein will.

Was für eine Rolle spielte Dutt bei Ihrer Entwicklung als Fußballer?

Makiadi: Er hat eine entscheidende Rolle gespielt. Er hat mich vom offensiven Spieler zum defensiven Mittelfeldspieler umfunktioniert. Die Position habe ich jetzt über Jahre gespielt, das hat mich auch als Fußballer und als Mensch weitergebracht.

Vielleicht können Sie uns die Schwerpunkte vom Trainer Robin Dutt etwas näher bringen. Worauf legt er im Training wert, was ist ihm besonders wichtig?

Makiadi: Robin Dutt ist ein Trainer, der ausgewogenen Fußball spielen lässt. Als er in Bremen angetreten ist, war ihm wichtig, erst einmal unsere Defensive zu stabilisieren. Von der Vorbereitung bis heute trainieren wir immer wieder viele defensive Abläufe, dass wir nicht immer wieder so viele Gegentreffer kriegen wie in der letzten Saison. Bis jetzt ist uns das ganz okay gelungen. Nichtsdestotrotz will er auch einen attraktiven Fußball nach vorne spielen, mit schönem Kombinationsspiel, das versucht er der Mannschaft neben der ganzen Defensivarbeit auch zu vermitteln.



Sie haben sich in der Liga ja zu Beginn bei Wolfsburg schnell einen guten Ruf als offensiver, torgefährlicher Spieler erarbeitet, retteten den Verein mit Ihrem Treffer am letzten Spieltag 05/06 vor dem Abstieg und wurden danach als Leihspieler Duisburgs sogar Torschützenkönig in Liga zwei. Inzwischen sind sie Sechser. Wie ging dieser Wandel vonstatten – und sind Sie glücklich damit?

Makiadi: Ich bin sehr glücklich damit! Das kam so: Als ich nach Freiburg kam, war ich Offensivspieler, da lief es erstmal nicht so wirklich rund für mich. Über die Trainingsarbeit hat der Trainer gesehen, dass ich mit meiner Zweikampfstärke einen defensiven Part im Mittelfeld spielen könnte. Er hat mich da ausprobiert und es ging gut. Ich war am Anfang nicht davon überzeugt, aber mit der Zeit fühlte ich mich in der Rolle sehr wohl, und es klappt auch ganz gut.

Wie sehen Sie sich selbst als Spieler – was sind Ihre Stärken und auf welcher Position können Sie diese am besten einbringen?

Makiadi: Meine Stärken sehe ich darin, dass ich der Mannschaft defensiv helfen kann, dadurch, dass ich auch zweikampfstark bin, und nach vorne natürlich dadurch, dass ich längere Zeit Stürmer beziehungsweise im offensiven Mittelfeld gespielt habe. Ich habe auch die Qualität, das eine oder andere Tor zu machen, ich kann nach vorne wie nach hinten der Mannschaft helfen.

Was glauben Sie, ist mit Werder in dieser Saison möglich? Was ist aus Ihrer Sicht ein realistisches Saisonziel, wohin geht der Weg?

Makiadi: Der Weg ist vorgegeben, um mittelfristig oben mitspielen zu können. Jetzt ist es realistisch, dass wir uns in dieser Saison stabilisieren. Nachdem der Verein speziell in der letzten Saison gegen den Abstieg gespielt hat, ist es einfach wichtig, Stabilität reinzukriegen, dass wir mit diesem Thema nichts zu tun haben. Wenn wir einen Platz im Mittelfeld belegen, dann wäre das okay. Darauf lässt sich dann aufbauen, dass wir in der nächsten Saison eventuell höhere Aufgaben angreifen können.

Nochmal zu Ihnen persönlich: Ihr Vorname wird in den deutschen Medien mal mit ck, mal mit c am Ende geschrieben. Welches ist nun die richtige Variante?

Makiadi: Bitte mit ck!

Abschlussfrage: Vor Werder gegen Freiburg - ein Tipp von Ihnen, wie es ausgeht?

Makiadi: 2:0 für Werder!

Herr Makiadi, herzlichen Dank für das Gespräch!

EURE MEINUNG: Was haltet Ihr von Makiadi - und was kann er mit Werder mittelfristig erreichen?

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