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Auf der vergangenen Mitgliederversammlung wurde der Aufsichtsrat von vielen Rednern für seine Arbeit heftig kritisiert. Im Protokoll blieben diese Beiträge unerwähnt.

Hamburg. Der Mitgliedervorstand Oliver Scheel steht in der Kritik. Redebeiträge, die sich auf der letzten Versammlung des Hamburger SV im Juni 2013 insbesondere gegen Aufsichtsratchef Manfred Ertel richteten, fanden im obligatorischen Protokoll keine Erwähnung. Obwohl die mediale Berichterstattung belegt, dass dieser von einigen Mitgliedern zum Rücktritt aufgefordert wurde, weigert sich der Vorstand das Protokoll zu ergänzen.

In einem Schreiben, das Goal exklusiv vorliegt, rechtfertigt Scheel seine Vorgehensweise gegenüber mehreren Mitgliedern, die eine Stellungnahme für das Fehlen der entsprechenden Beiträge verlangen. Bei dem veröffentlichten Protokoll soll es sich "nur um einen Entwurf an alle 72.000 Mitglieder handeln", über dessen Genehmigung oder Ablehnung die Mitglieder auf der kommenden Versammlung entscheiden.

Das Herausgeben des vollständigen Wortprotokolls sei "nach der derzeitigen Satzungslage nicht möglich", heißt es weiter. Nicht zum ersten Mal sorgt das Streichen kritischer Beiträge für Verwunderung.

Keine Abstimmung mit Ertel

Sowohl Scheel, der für die Erstellung des Protokolls zuständig ist, als auch Manfred Ertel bestreiten, dass es im Vorfeld der Veröffentlichung zu einer Abstimmung über den Inhalt gekommen sei. Dies würde dem Aufsichtsrat lediglich zur Kenntnis vorgelegt werden – Umfang und Inhalt verantworte allein der Vorstand.

Einige Mitglieder erheben dennoch den Vorwurf, dass Kritik innerhalb des HSV der Zensur unterliegt. Die Debatte über Sinn und Unsinn eines solchen Vorgangs demonstriert abermals die politischen Machtspiele bei einem Verein, der den Anspruch hegt, vielen in Europa als Vorbild für basisdemokratischen Strukturen zu dienen. 

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