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In München häufen sich die Misstöne zwischen einem Teil der eigenen Fans und dem Rekordmeister. Goal sprach mit den Verantwortlichen der vermeintlichen Rebellen.

EXKLUSIV
Von Philipp Nagel

"Herz und Seele unseres Vereins" - So prangt es in der Allianz-Arena über der Südkurve. Spätestens seit dem Auftaktspiel des FC Bayern vor etwas mehr als einer Woche gegen Gladbach fragt man sich, ob der Verein klinisch tot ist. Nicht nur das Banner war verschwunden, sondern mit ihm auch die letzte Stimmung aus der Allianz-Arena. So wirkte es jedenfalls.

Goal hat nachgehakt und mit den Verantwortlichen des "Club Nr. 12" gesprochen. Vorstand Gregor Weinreich und der Pressebeauftragte Wolfgang Martin schildern, was ihnen an der aktuellen Fanpolitik ihres Vereins nicht passt.

Zuallererst: Was ist der "Club Nr. 12"?
 
CN12: Der "Club Nr. 12" ist eine überregionale, unabhängige Vereinigung aktiver Bayern-Fans mit rund 2300 Mitgliedern. Etwa 150 unserer Mitglieder sind Fanclubvorsitzende von offiziellen FCB-Fanclubs.

Worin besteht aktuell die Problematik zwischen den aktiven Fans in der Südkurve und FC Bayern?
 
CN12: Das jüngste Problem besteht darin, dass durch den Einbau von Zugangsbeschränkungen durch Drehkreuze vor der Südkurve, viele der stimmungsbereiten Fans nicht mehr in den Block gelangen können und somit keine gebündelte Unterstützung der Mannschaft mehr möglich ist. Die zusätzlichen Tickets, die seit Saisonbeginn vom Verein für die Blöcke 112/113, verkauft werden, können von allen Fans, die Mitglied beim FCB sind, erworben werden. Also auch Fans, die keine Stimmung machen.

Was fordert der Club Nr. 12 ganz konkret vom FC Bayern?
 
CN12: Wir sind nicht in der Position um Forderungen zu stellen. Wir würden uns jedoch wünschen, dass die Vereinsführung in einen unvoreingenommenen Dialog mit der aktiven Fanszene tritt, um die Probleme zu lösen und eventuelle Missverständnisse auszuräumen.



Warum ist die Zusammenarbeit mit Wolfgang Salewski - der 2011 inmitten der "Koan Neuer" Proteste durch den FC Bayern als Mediator eingesetzt wurde, so schwierig?
 
CN12: Herr Salewski ist ein Vertreter des Vereins und wird von diesem bezahlt. Er kann somit nicht der Mediator bei Konfliktgesprächen zwischen Vereinsführung und Fanbetreuung und den Fans sein.

Sehen Sie Möglichkeiten den Streit kurzfristig beizulegen?
 
CN12: Wenn die Beteiligten sich zusammen an einen Tisch zu setzen und offen miteinander zu sprechen, sind immer Lösungen möglich. Die Fans sind jederzeit dazu bereit.

Vergangenen Samstag fand ein Treffen in Frankfurt statt. Worum ging es da und wie bewerten sie das Ergebnis?
 
CN12: Es ging um die pauschale Kündigung von rund 400 Auswärtsdauerkarten für die Champions League und den DFB-Pokal wegen Pyrotechnikvorwürfen gegenüber einzelnen Fans beim Champions-League-Finale und DFB-Pokalfinale. Es ist in keiner Weise belegt, dass die Pyrotechnikzünder aus dem Kreis der Auswärtsdauerkartenbesitzer kamen. Das Treffen war ein erster Schritt in die richtige Richtung.

Ebenfalls kommt es heute Abend zu einem Regionaltreffen der Fanclubs aus dem Großraum München. Wird ein Bayern Vertreter vor Ort sein?
 
CN12: Vermutlich ja.

Haben sie Sorge vor einem "Auswärtsspiel" in der Allianz-Arena nächste Woche gegen Nürnberg?
 
CN12: Nein. Die Fans des FC Bayern werden unsere Mannschaft bestimmt unterstützen. Natürlich wird die Stimmung in der Südkurve nicht so intensiv sein, wie wir uns dass alle wünschen.

Was sind Ihre Hoffnungen und Wünsche für die restliche Saison?
 
CN12: Wir wünschen uns, dass für die aktiven Fans in der Südkurve die Möglichkeit geschaffen wird, die Mannschaft gemeinsam anzufeuern.

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