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Seit vier Jahren ist Alexander Merkel in Italien aktiv, nun liebäugelt er öffentlich mit einem Weggang. Vor allem die Bundesliga wäre für ihn reizvoll. Auch eine Leihe ist denkbar.

EXKLUSIV
Von Claas Philipp

Udine. Im Januar wechselte Alexander Merkel in der Serie A vom CFC Genua 1893 zu Udinese Calcio, wirklich glücklich wurde der 21-Jährige dort bislang aber nicht. Dieser Umstand und die Tatsache, dass der Deutsch-Kasache kürzlich bei einem Spiel der TSG Hoffenheim in Sinsheim war, heizten mediale Spekulationen über mögliche Verhandlungen mit den Kraichgauern an - der Ausflug in die Rhein-Neckar-Arena aber war rein privater Natur.

"Ich habe vom Verein ein paar Tage frei bekommen und meine Familie in Stuttgart besucht. Bei Hoffenheim spielt mein Kumpel Andreas Beck, daher habe ich mir das Spiel angeschaut", klärt Merkel gegenüber Goal auf. Derzeit gibt es definitiv keine Verhandlungen mit der TSG.

Kein Vertrauen von Guidolin

Dennoch: Das Interesse an einem Vereinswechsel ist vorhanden. In Udine kam er in der Rückrunde der vergangenen Saison auf lediglich fünf Einsätze, stand nur einmal in der Startelf. "Als ich im Winter kam, war mir klar, dass es mit einem Stammplatz schwierig werden würde, da die Mannschaft eingespielt war", so Merkel.

Für neue Spielzeit aber hatte er sich Einiges ausgerechnet. "Jetzt habe ich die Vorbereitung komplett mitgemacht und war nicht schlecht." Udinese-Coach Francesco Guidolin aber scheint kein Fan des Mannes aus der Jugend des VfB Stuttgart zu sein: "Ich habe gemerkt, dass der Trainer nicht auf mich baut."

Guidolin setzt auf altbewährtes Personal und somit Akteure wie Giampiero Pinzi, Andrea Lazzari und Allan: "Im Prinzip gibt es feste Stammspieler, da wurde fast gar nicht gewechselt. Auch die Neuzugänge, die jetzt neu dazugekommen sind, hatten bislang kaum eine Chance - es spielen immer die Gleichen", erläutert der im zentralen Mittelfeld beheimatete Merkel. "Das muss man akzeptieren. Wenn der Trainer es so will, dann will er es so. Ich gebe mein Bestes, um zu zeigen, dass ich gut genug bin, aber irgendwie klappt das hier nicht."

Rückendeckung aus der Chefetage

Dabei scheint man in Udineses Chefetage durchaus vom Ex-Milan-Akteur angetan zu sein: "Der Präsident ist überzeugt von mir und hat größtes Vertrauen in mich." Im Gegensatz zum Coach: "Aber leider entscheidet der Trainer, wer auf dem Platz steht."

Daher will der Jungspund nun wechseln. Im Sommer hatte es bereits Gespräche mit Interessenten gegeben, Merkel wollte sich aber eigentlich in Udine durchbeißen, wo er im Winter einen Vertrag bis 2017 unterschrieb. "Mein Berater hatte Gespräche mit deutschen und russischen Vereinen. Bis vor Kurzem kam das aber nicht in Frage. Ich wollte in der Vorbereitung Vollgas geben und abwarten, was der Trainer sagt. Mein Ziel war es, mich hier durchzusetzen. Ich mag es nicht, einen Verein einfach zu verlassen."

Jetzt aber hat sich die Situation geändert, ein Transfer wäre sinnvoll - Merkel ist jung und braucht Spielzeit, die er bei Udinese vorerst offenbar nicht bekommen wird. "Ich werde mir alle Angebote anhören. Ich möchte nicht unbedingt hierbleiben. Wenn es was Konkretes gibt, das ich mir vorstellen könnte, wäre ich nicht abgeneigt."

"Bundesliga sehr, sehr reizvoll"

Ob er die Bundesliga oder die russische Premier Liga bevorzugen würde? "Das ist kein Wunschkonzert. Ich würde in beiden Ligen gerne spielen. Aber die Bundesliga ist sehr, sehr reizvoll. Eine der besten Ligen der Welt. Man hat das jetzt gesehen, zwei deutsche Vereine waren im Champions-League-Finale - das ist ja kein Zufall."

Im Vertrag von Merkel, dessen Transferrechte zu 100 Prozent bei Udinese liegen, ist keine fixe Ablösesumme festgeschrieben. Nach Goal-Informationen kämen für Udinese sowohl ein Verkauf als auch eine Leihe infrage, falls die Rahmenbedingungen stimmen. Nicht ausgeschlossen also, dass Alexander Merkel bald wieder in Deutschland kickt.

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