thumbnail Hallo,

EXKLUSIV - Gegen Arminia Bielefeld beginnt für die SpVgg Greuther Fürth am Sonntag die Rückkehr in die zweite Liga. Nachwuchsstürmer Ilir Azemi sprach mit Goal über den Neustart.

EXKLUSIV
Von Martin Ernst

Neustart in Franken: Gegen Arminia Bielefeld beginnt für die SpVgg Greuther Fürth am Sonntag die Rückkehr in die zweite Liga. Für Fürth ein vertrautes Pflaster, für Ilir Azemi eine neue Erfahrung: Letzte Saison konnte der Nachwuchsstürmer, der vor dem Aufstieg im Sommer 2012 noch regelmäßig in der Regionalliga Süd zum Einsatz kam, bereits Bundesliga-Luft schnuppern.

Im Oberhaus kam Azemi 18 Mal von der Bank ins Spiel, weil Gerald Asamoah und Bernd Nehrig in der Startelf den Vorzug  erhielten. Mit einem Tor und zwei Vorlagen konnte der 1,91-Angreifer aber schon auf sich aufmerksam machen. Trotz seiner Körpergröße ist der gebürtige Kosovare eine starker Techniker, was er nicht zuletzt im März dieses Jahres zeigte, als er im Regionalliga-Spiel für Fürths Zweite gegen Nürnberg II per Fallrückzieher traf.

Der Treffer schaffte es sogar in die Abstimmung der ARD zum Tor des Monats. „Ich dachte, probier's einfach“, sagt Azemi rückblickend. Kein Wunder, dass die Hoffnungen auf Tore neben Marko Djurdcic und Neuzugang Ognjen Mudrinski auf dem Mann aus der eigenen Jugend ruhen. Mit Goal sprach Azemi über Abstieg und Neuanfang in Fürth.


Nach dem ersten Bundesligajahr der Vereinsgeschichte: Wie hat die Spielvereinigung Greuther Fürth den Abstieg weggesteckt?

Azemi: Der Abstieg war für Verein und Spieler natürlich bitter, die Enttäuschung groß. Allerdings liegt das auch schon wieder eine Weile zurück. Gegen Arminia Bielefeld beginnt nun die zweite Liga, wir greifen neu an. Unser Team hat jetzt viele junge Spieler und ist sehr hungrig. Frank Kramer hat uns sehr gut vorbereitet und gepusht. Alle sind froh, dass es am Freitag losgeht. Von Kater keine Spur mehr.

Fürth hat sich schon früh als Abstiegskandidat abgezeichnet. Wann hast du selbst nicht mehr an den Klassenerhalt geglaubt?

Azemi: Persönlich hatte ich diesen Eindruck, als wir einige Spiele sehr dumm verloren haben. Dann, als wir gut spielten und trotzdem keine Punkte einfuhren. Nach dem gewonnenen Spiel in Nürnberg in der Rückrunde habe ich starke Zweifel bekommen, da haben wir anschließend gegen Hannover geführt und trotzdem wieder verloren. Das hat am Selbstbewusstsein genagt.

Auffällig war Fürths Heimschwäche im Rönhof, wo ihr ohne Sieg geblieben seid. In der Auswärtstabelle hingegen war Fürth Elfter. Woran könnte das gelegen haben?

Azemi: Ich denke, wir haben uns zuhause oft einfach zu viel vorgenommen und dementsprechend Angst gehabt, Fehler zu machen. Das hat gehemmt... dann kommt das ein oder andere Mal noch Pech dazu – und beim nächsten Mal wird es nicht leichter.

Was hat sich unter Frank Kramer geändert?

Azemi: Es ist nun sehr klar eine Spielphilosophie erkennbar und wir arbeiten verstärkt im taktischen Bereich. Frank Kramer kennt und passt einfach gut zum Verein. Er kommuniziert sehr genau und viel mit den Spielern, spricht Positives und Negatives an. Als Spieler weiß man, was von einem erwartet wird.

Wie hast du persönlich das Jahr im Oberhaus erlebt? Obwohl du in Mainz und Schalke an den Siegtreffern beteiligt warst, hat es nicht mit mehr Einsatzzeiten geklappt - warum?

Azemi: Im Großen und Ganzen eine ganz besondere Erfahrung und ein Traum. Nach meinem ersten Bundesligaspiel ausgerechnet gegen Bayern München konnte ich abends nicht einschlafen. Mit 13 bin ich noch auf dem Bolzplatz gestanden und habe Elber nachgeahmt, dann spielst du selbst gegen die Bayern... Ich bin zufrieden und will bestimmt niemanden kritisieren. Letztlich gilt aber wohl, dass ein Stürmer, der auf der Bank sitzt, auch keine Tore machen kann.

Ilir Azemi | Greuther Fürth, ST, 21 Jahre
STATISTIKEN 2012/2013
BuLi-Einsätze 21
Startelfeinsätze 3
Tore 1
Assists 2
Gelbe/Rote Karten 4/0

Startet ihr als Absteiger mit einem konkreten Ziel in die neue Zweitligasaison?

Azemi: Wir wollen uns da gar keinen Druck machen. Dass wir soviel Spiele wie möglich gewinnen wollen, liegt auf der Hand. Zum Ende der Hinrunde sehen wir dann, wo wir stehen und was möglich ist.

Wen siehst du als Favoriten auf den Aufstieg?

Azemi: Kaiserslautern und Düsseldorf haben sehr gute Mannschaften und sind für mich Favoriten. Aber die letzten Jahre haben ja gezeigt, das meistens ein Underdog oben mitspielt wie letzte Saison Eintracht Braunschweig. Dass die aufsteigen, hätte man vor der Sasion nicht unbedingt erwartet.

Werdet ihr wie in der Vorbereitung mit zwei Spitzen in die Saison starten?

Azemi: Bis jetzt haben wir die Vorbereitung mit zwei Spitzen gespielt und alles gewonnen. Ich denke es wird nicht viel Anlass geben, daran was zu ändern. Persönlich möchte ich mich als Stammspieler etablieren, die Tore kommen dann wohl von alleine.

Trotz Anfragen auch von Erstligisten bleibst du in Fürth. Was macht den Verein für dich aus?

Azemi: Ich denke, vor allem das beschauliche Umfeld und wie hier miteinander umgegangen wird. Hier bin ich auch fussballerisch groß geworden und habe dem Verein sehr viel zu verdanken, der mich von Anfang an sehr familiär aufgenommen hat. Aber auch meiner Familie. Da mein Vater schon früh starb, ist sie natürlich umso wichtiger. Meine Mutter und meine Schwestern sind hierhergezogen, um mich zu unterstützen.

In deiner kosovarischen Heimat zieht man mitunter schon Vergleiche mit Zlatan Ibrahimovic...

Azemi: Das ist natürlich ein schönes Kompliment und wohl wegen meiner Körpergröße und weil ich viel Wert auf Technik lege. Aber nur auf Talent sollte man sich nicht verlassen, am Ende sind nur hartes Arbeiten und Disziplin Ausschlag gebend.

Wir danken für das Gespräch!

EURE MEINUNG: Gehört Fürth diese Saison zu den Aufsteigskandidaten?

Umfrage des Tages

Blatters Kehrtwende: Wann soll bei der WM 2022 gespielt werden?

Dazugehörig