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Vor zehn Jahren feierte er mit "Das Wunder von Bern" einen seiner größten Erfolge. Goal.com sprach mit Schauspieler und Schalke-Fan Peter Lohmeyer über Fußball.

EXKLUSIV
Von Andreas Becker

Nürnberg.
Peter Lohmeyer ist einer der bekanntesten und beliebtesten deutschen Schauspieler, dazu ist er ein großer Fußballfan. Bei der Verleihung der Awards der Initiative "Deutscher Fußball Botschafter" hielt er am vergangen Montag die Laudatio auf Holger Obermann, der als "Deutscher Fußball Botschafter 2013" ausgezeichnet wurde.

Am Rande der Veranstaltung wollte sich Goal.com die Chance nicht nehmen lassen, mit Peter Lohmeyer, der ein großer Fan des FC Schalke 04 ist, über die Preisverleihung, seinen Klub, das deutsche Champions-League-Finale und Fußballfilme zu sprechen. Lohmeyer, der selbst viel in der Welt rumkommt, sieht eine solche Initiative wie den "Deutschen Fußball Botschafter" sehr positiv. "Ich denke, dass die Rolle des deutschen Fußballs im Ausland dadurch neu beleuchtet werden kann. Denn der Fußball hat eine große, soziale Aufgabe", sagte der 51-Jährige.

Große Aufmerksamkeit

"Ich denke, dass der deutsche Fußball durch die mediale Präsenz eine sehr große Aufmerksamkeit genießt. Durch Özil und Khedira, die gerade in Spanien spielen, hat sich die Sicht auf den deutschen Fußball gewandelt. Das war auch lange in Italien so." In Italien spielten Anfang der 1990er Jahre unter anderem auch Andreas Brehme und Jürgen Klinsmann, mit denen Lohmeyer bei einem Dreh auf Kuba verglichen wurde. "Ich hatte vor ein paar Jahren zu einem Dreh auf Kuba meine Fußballschuhe mitgenommen. Zu dieser Zeit hatte ich blond gefärbte Haare und war für meine Mitspieler gleich der Brehme oder Klinsmann."

Hat Freiburg mit Schalke Mitleid?

Am Samstag drückt der Schauspieler dem FC Schalke 04 die Daumen, der gegen den SC Freiburg um den Einzug in die Champions League spielt. "Ich glaube und hoffe, dass Schalke noch die Champions-League-Qualifikation schafft", sagte Lohmeyer gegenüber Goal.com. "Die Hoffnung stirbt zuletzt. Es wäre schon schön, wenn das hinhaut. Die Champions League ist sehr wichtig für Schalke 04. Vielleicht nicht ganz so wichtig für Freiburg, und vielleicht haben die Mitleid mit uns." Geschenke werden die Freiburger aber nicht verteilen. Und sollte Schalke die Qualifikation nicht schaffen, droht nur eine Woche später schon die nächste Schmach, wenn nämlich der ewige Rivale von nebenan, Borussia Dortmund, die Champions League gegen den FC Bayern gewinnen sollte.

Ein Alptraum für jeden Schalker. Peter Lohmeyer sieht das allerding nüchterner und würde sich freuen, wenn der Pokal am Ende in den Pott kommt, wie er im Gespräch mit Goal.com verriet. "Es ist ganz schwer, da einen Tipp abzugeben. Das ist ja das tolle. Ich finde, da gibt es keinen Favoriten, glaube aber, Dortmund hatte mit Madrid den härteren Gegner im Halbfinale; Barcelona sehe ich nicht mehr so stark. Ich denke, es hängt auch davon ab, ob Götze spielt. Wenn er denn spielt, stehen sie auf der gleichen Höhe", so Lohmeyer.



Am Ende holt der BVB den Pott in den Pott

"Ich würde es Herrn Heynckes persönlich wünschen. Ich würde es auch Herrn Hummels persönlich wünschen. Ich würde mir so Leute zusammensuchen, denen ich das wünsche. Es gibt keinen Verein, dem ich es mehr wünsche. Ich wünsche es der Region, dass der Pott in den Ruhrpott kommt, das finde ich immer gut. Aber so richtig habe ich da keinen Liebling." Ihr Tipp, Herr Lohmeyer? "Ich will immer viele Tore sehen. Von mir aus ein 3:2 und in der 90. Minute das 3:3. Dann Verlängerung und Elfmeterschießen." Und am Ende gewinnt der BVB? "Und dann für Dortmund, ja", ließ sich Lohmeyer entlocken, der sogar schon einen Schritt weiter, an die WM 2014 in Brasilien, dachte.

"Ich denke, durch das Endspiel in England gibt es auch noch einmal eine ganz andere Sicht auf den deutschen Fußball. Das wird man auch in Brasilien merken, da ist noch einmal ein anderer Respekt vor dem deutschen Fußball da. Das haben wir uns dann irgendwie auch selbst zuzuschreiben. Aber das ist natürlich etwas sehr Positives", sagte Lohmeyer, der auf die Frage nach einem möglichen Weltmeister aus Deutschland klar mit "ja" antwortete.

Deutschland holt den Titel

"Ich traue Deutschland durchaus den Titel zu. Jeder Fan eines jeden Landes sollte seinem Land erst mal den Titel zutrauen. Wenn ich jetzt sagen würde, wir scheiden dann und dann aus, wäre das ja schade. Also ich glaube, dass die Mannschaft noch stärker ist als in Südafrika. Ich glaube, die anderen haben ein bisschen nachgelassen, das ist vielleicht unsere Chance. Schauen wir mal." Am Ende wollten wir noch wissen, ob sich Peter Lohmeyer vorstellen könnte, noch einmal einen Fußballfilm zu drehen. Einen seiner größten Erfolge feierte er 2003 mit "Das Wunder von Bern".

"Stimmt, man könnte da noch mal was machen. Vielleicht könnte ich mal einen Trainer spielen", sagte Lohmeyer. "Aber Sportfilme sind immer noch ein schwieriges Thema, die sind schwer zu realisieren. Emotionale Momente zu finden, die das ausgleichen, was man im Stadion oder vor dem Fernseher erlebt, das ist wahnsinnig schwierig. Aber wenn es da noch mal etwas gibt, bin ich gerne dabei."

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