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EXKLUSIV - Der 19-jährige Offensivspieler wird in der kommenden Saison vom Karlsruher SC zum Hamburger SV wechseln, bei dem er sich namhafter Konkurrenz stellen muss.

Hamburg/Karlsruhe. Lange Zeit wurde beim Hamburger SV nach einem Kreativspieler im Mittelfeld gesucht. Mit Rafael van der Vaart verpflichteten die Rothosen ihren Heilsbringer, mit dem sie bis auf den sechsten Tabellenrang vorgerückt sind.

Im Sommer wird mit Hakan Calhanoglu vom Karlsruher SC der potenzielle Nachfolger des Niederländers an die Elbe wechseln. Doch trotz namhafter Konkurrenten wie Milan Badelj, Dennis Aogo, Heung-Min Son oder Per Ciljan Skjelbred will sich der 19-jährige in Hamburg durchsetzen, wie er im Interview mit Goal.com erklärt.

Herr Calhanoglu, der Karlsruher SC ist seit 19 Spieltagen in der 3. Liga ungeschlagen. Wer kann Sie und Ihre Mannschaftskollegen beim Ziel Aufstieg in die zweite Bundesliga noch aufhalten?

Hakan Calhanoglu: Ich denke, dass wir auf einem sehr guten Weg sind. Wir denken von Spiel zu Spiel und schauen nur auf uns. Wenn wir diesen Weg weitergehen, haben wir glaube ich gute Karten, um am Ende einen der ersten beiden Plätze zu belegen.  

Im vergangenen Sommer gab es innerhalb des Teams einen großen Umbruch, der KSC ist nicht gut in die Saison gestartet. Wie lange haben Sie gebraucht, um sich auf die neue Aufgabe und die neuen Kollegen einzustellen?

Calhanoglu: Es hat schon ein bisschen gedauert, das hat man ja auch an den Ergebnissen der ersten Spieltage gesehen. Das Pokalspiel gegen den HSV war die Initialzündung, danach wussten wir, dass wir zusammen erfolgreich sein können.

Trotz Ihres jungen Alters übernehmen Sie auf dem Platz Verantwortung, erzielten sechs Ihrer 12 Saisontore vom Elfmeterpunkt. Woher kommt das Selbstvertrauen?

Calhanoglu: Ich mag es, Verantwortung zu übernehmen. Ich übe und trainiere diese Dinge entsprechend. Daher ist es kein Problem, dann auch den Ball zu nehmen.



Weitere fünf Tore erzielten Sie per Freistoß. Wie viel Zeit nehmen Sie sich außerhalb des Mannschaftstrainings, um Freistöße zu üben und zu perfektionieren?

Calhanoglu: Das mache ich regelmäßig immer wieder nach den eigentlichen Trainingseinheiten. Ich glaube, dass das wichtig ist, um gute Freistöße schießen zu können.

In der ersten Runde des DFB-Pokals trafen Sie auf Ihren zukünftigen Verein. Haben Sie sich im Vorfeld des Spiels Gedanken darüber gemacht?

Calhanoglu: Natürlich macht man sich da Gedanken. Es war schon ein stückweit komisch. Aber zum Spiel selbst konzentriert man sich auf das Geschehen auf dem Platz und blendet den Rest aus.

Gibt es derzeit Kontakt zu Spielern und Verantwortlichen des HSV?

Calhanoglu: Den gibt es. Ich tausche mich mit den Verantwortlichen regelmäßig aus, gerade was meine Spiele und meine Entwicklung betrifft.

Wie haben Sie Thorsten Fink und Frank Arnesen von einem Wechsel nach Hamburg überzeugt?

Calhanoglu: Es ist ja bekannt, dass zunächst Werder Bremen sehr interessiert war. Als sich das zerschlagen hat, kam der HSV – und Torsten Fink und Frank Arnesen haben mir eine sehr gute Perspektive beim HSV aufgezeigt. Da war schnell klar, dass es der HSV wird.



Welche Rolle sollen Sie im Team einnehmen?

Calhanoglu: Ich bin ein Offensivspieler. Ich hatte und habe hier beim KSC alle Möglichkeiten, Spielpraxis zu sammeln. Das war die richtige Entscheidung. Und im Sommer gehe selbstbewusst nach Hamburg. Ich weiß, was ich kann, will mich durchsetzen und werde die notwendige Geduld mitbringen.

Auf welcher Position wird mit Ihnen geplant?

Calhanoglu: Das entscheidet am Ende der Trainer. Ich kann auf mehreren Positionen im Mittelfeld und Sturm spielen. Am allerwohlsten fühle ich mich auf der 10 oder als hängende Spitze. Aber das wird man sehen, wenn ich dann dort bin.  

Wie haben Sie auf die Verpflichtung von Rafael van der Vaart reagiert?

Calhanoglu: Ich habe mich gefreut. Ich habe schon in seiner ersten Zeit beim HSV für ihn geschwärmt. Ich freue mich darauf, mit einem so klasse Fußballer zusammen in einem Team zu spielen.

Derzeit gibt es das Gerücht, dass Sie im Falle eines Aufstieges ein weiteres Jahr an den KSC verliehen werden sollen. Hat man mit Ihnen schon darüber gesprochen?

Calhanoglu:
Ich will mit dem KSC in die zweite Liga aufsteigen. Und ab dem Sommer habe ich einen Vertrag beim HSV. Ich gehe davon aus, dass es auch genau so kommt.

Möchten Sie ein weiteres Jahr in Karlsruhe bleiben?

Calhanoglu: Wie gesagt, ich habe ab dem Sommer Vertrag beim HSV. Ich bin seit 2009 beim KSC und habe hier bisher eine tolle Zeit erlebt. Und am liebsten würde ich mich mit dem Wiederaufstieg verabschieden.

Falls es doch planmäßig zu einem Wechsel zum HSV kommt: Wird Ihre Familie Sie nach Hamburg begleiten?

Calhanoglu: Nein, ich gehe allein nach Hamburg und werde nach der Zeit zu Hause und der WG mit Marco Terrazzino und Pascal Groß im letzten Jahr meine erste eigene Wohnung beziehen.

Vorher findet die U-20 Weltmeisterschaft in der Türkei statt. Haben Sie schon eine Entscheidung getroffen, für welchen Verband Sie danach spielen möchten?

Calhanoglu: Erst einmal steht die WM an. Auf die konzentriere ich mich. Ich will mit der Türkei einiges erreichen bei diesem Turnier. Dann sehen wir weiter.

Geht es hierbei um die sportliche Perspektive oder ist die Entscheidung eine reine Sache des Herzens?

Calhanoglu: Es gilt, einige Dinge abzuwägen, um dann die richtige Entscheidung zu treffen.

EURE MEINUNG: Wird sich Hakan Calhanoglu beim HSV durchsetzen?

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