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Ex-Werder-Star Herzog: „Normal, dass Schaaf kritisiert wird“

EXKLUSIV - Am Samstag tritt Werder Bremen in Mönchengladbach an. Vor dem richtungsweisenden Spiel spricht Ex-Bundesliga-Profi Andreas Herzog über den Krisen-Klub von der Weser.

Düsseldorf. Es ist gerade mal viereinhalb Monate her, aber es fühlt sich an wie eine Ewigkeit. Am 20. Oktober 2012 gastierte Borussia Mönchengladbach im Bremer Weserstadion, und Werder gewann 4:0. Nils Petersen, Marko Arnautovic, Niclas Füllkrug und Zlatko Junuzovic schossen die Tore, es war ein großer Fußballabend. An der Weser hatten sie damals die Hoffnung, dass sich ihr Klub am Ende der Saison auf der europäischen Bühne zurückmelden könnte.

Am Samstag (18.30 Uhr) kommt es zum Wiedersehen, aber an den Europapokal verschwendet Werder keinen Gedanken mehr. Vielmehr geht es für die Mannschaft von Trainer Thomas Schaaf nach drei Niederlagen in Folge mit 3:10 Toren darum, nicht sogar noch in den Abstiegsstrudel zu geraten.

„Der Mannschaft fehlt die Konstanz. Das Talent und die Qualität sind da, um vielleicht nicht unter den ersten Fünf zu stehen, aber doch viel weiter oben in der Tabelle“, sagt der österreichische Ex-Profi Andreas Herzog im Gespräch mit Goal.com. Der aktuelle Co-Trainer der US-amerikanischen Nationalmannschaft spielte zwischen 1996 und 2001 für Werder und absolvierte 142 Bundesliga-Spiele.

„Ich verfolge auch heute noch fast alle Werder-Spiele im Fernsehen, wenngleich ich oft nur Zusammenfassungen sehe“, so Herzog, der die Gründe für den Bremer Absturz in den vergangenen drei Jahren vor allem in der Transfer-Politik des Klubs sieht: „Die ein oder andere Verpflichtung hat sich nicht bezahlt gemacht. Wenn ich etwa an Carlo Alberto denke, muss ich sagen: Da ist nicht viel bei herumgekommen. Die Millionen, die Werder investiert, müssen aber gut angelegt sein. Bremen ist nicht Bayern München, die einfach für zehn, 20, 30 Millionen nachlegen können.“

„Micoud, Diego, Özil - immer hat es funktioniert“

Vier bis fünf teure Spieler, die in der jüngeren Vergangenheit verpflichtet wurden – darunter Mehmet Ekici – würden dem Team noch nicht weiterhelfen, meint Herzog: „Das war in den Jahren zuvor anders. Da kam nach Micoud Diego und dann Özil – und immer hat es funktioniert. Diese Top-Transfers hat es zuletzt nicht mehr gegeben.“

Zuletzt war auch Thomas Schaaf in die Kritik geraten. Der Trainer schafft es nicht, die Abwehrfehler der Mannschaft abzustellen – und das seit Jahren nicht. Ein sportlicher Fortschritt war zuletzt nicht zu erkennen, bei einer weiteren Niederlage gegen Gladbach könnte die Situation für den beliebten Coach noch brenzliger werden.

Trotzdem scheint nach den Treueschwüren der Klub-Bosse in den vergangenen Tagen klar: Entlassen wird Schaaf nicht, wenn es zu einer Trennung kommen sollte, dann muss sich der Trainer selbst für diesen Schritt entscheiden. „Es ist normal, dass der Trainer in einer solchen Situation in die Kritik gerät. Aber man hat gesehen, wie schwer es Werder nach der Ära Rehhagel gefallen ist, einen Trainer für mehrere Jahre zu verpflichten.“

Ob Schaaf noch der richtige Mann ist, vermag Herzog nicht zu sagen: „In jedem Fall ist es gut, dass sich niemand im Verein für einen Schnellschuss entscheidet.“

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