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EXKLUSIV - Hoffenheims Neuzugang aus La Liga sprach mit Goal.com über die Krisen in Hoffenheim und auf der iberischen Halbinsel sowie den spanischen Trend in der Bundesliga.

Sinsheim. Auf dem Platz ständig unter Strom, nach dem Abpfiff ein ruhiger Typ: David Abraham ist eigentlich gut angekommen bei der TSG 1899 Hoffenheim. Und einer, dem sein neuer Verein und seine neue Aufgabe trotzt der schwierigen Situation Spaß machen. Auch wenn der Argentinier im ländlichen Kraichgau gelegentlich noch leichte Probleme hat, den Weg zum Trainingsplatz in Zuzenhausen zu finden, wie er schmunzelnd gestand.
 
Dabei war Abraham nach der bitteren Heimniederlage gegen den VfB Stuttgart kaum zum Lachen zumute, vor allem, weil es wieder einmal früh schepperte im Kasten der 1899er. Trotz ordentlicher Leistung in der Defensive steckt der Innenverteidiger, der im Winter vom FC Getafe kam, mit der TSG nun tief im Abstiegskampf. Nach dem Stuttgart-Spiel sprach Abraham mit Goal.com exklusiv über frühe Gegentreffer, den Sprung von Madrid nach Heidelberg und den spanischen Trend in der Bundesliga.


Herr Abraham, wie haben die die Niederlage gegen Stuttgart erlebt? Und: wie hat Marco Kurz die Mannschaft auf den Abstiegskampf vorbereitet?

Abraham: Ich bin unzufrieden, denn wir haben verloren. Wieder mal haben wir in den ersten fünf Minuten ein Gegentor kassiert, und dann werden dir alle unter der Woche gefassten Pläne über den Haufen geworfen. Aber jetzt bleibt uns nichts anderes übrig, als auf die nächste Partie zu schauen. Im mentalen Bereich haben wir uns gut vorbereitet, reden stets positiv. Aber dann kommt das Spiel und die ersten Minuten... Man sieht schon, dass wir es versuchen. Uns fehlt im Moment ein bisschen Glück – und dass wir keinen frühen Gegentreffer mehr kriegen. Wir brauchen jetzt eine zähe Mentalität für das, was ansteht. Wir sind nun in der Bringschuld.

Bevor Sie herkamen: Kannten Sie Hoffenheim oder die Region? Wie gefällt es Ihnen hier?

Abraham: Ja schon, ich verfolge alle großen europäischen Ligen. Außerdem war mir bewusst, dass mein früherer Teamkamerad aus Basler Zeiten Eren Derdiyok hier spielt. Natürlich wusste ich nicht alles über den Verein, aber schon Einiges. Jetzt wohnen wir in Heidelberg, einer schönen Stadt! Wenn man aus so einer Großstadt wie Madrid kommt, wäre es wohl schwieriger gewesen, hier nach Sinsheim zu ziehen. (Lacht) Außerdem wollte ich meiner Frau das Leben nicht noch schwerer machen. Ich glaube, momentan ist es wegen des Winters noch die unwirtlichste Zeit, aber ich freue mich auf den Frühling. Und wir hoffen dann auf passende Ergebisse...



Sie kamen im Winter aus der Primera Division. Wie ist die Bundesliga im Vergleich zur BBVA? Haben Sie lange gebraucht, um sich einzugewöhnen?

Abraham
: Sie ist völlig unterschiedlich, von der Organsiation und der Spielweise. Es geht hier sehr physisch zu, man kommt öfter in Eins-gegen-Eins-Situationen und rennt mehr. Die meisten Teams wollen angreifen, vielleicht erscheint die deutsche Liga deswegen attraktiv und torreich. Weil ich lange in der Schweiz gespielt habe, musste ich mich nicht groß akklimatisieren, weil auch dort die Physis wichtig ist.

Sie sind einer von mehreren Spielern, die in dieser Saison den Sprung aus La Liga nach Deutschland gemacht haben. Glauben Sie, dass sich ein Trend abzeichnet?

Abraham: Sicher, ich denke nächsten Sommer werden weitere Verpflichtungen spanischer Spieler folgen. Vor allem auch wegen der Ankunft Pep Guardiolas, die Deutschland zusätzlich attraktiv macht. Aber vor allem auch die Seriosität, mit der hier in den Vereinen und der Liga gearbeitet wird. Ich glaube, vielen Spielern wird die Schulden-Situation in Spanien mehr und mehr bewusst, viele werden Spanien verlassen.

Sie kamen vom FC Getafe, einem der kleinen Vereine. Wie sieht die Realität aus, wenn man nicht bei Barca oder Real ist?

Abraham: Die Krise in Spanien macht sich überall bemerkbar, das beginnt bei der Rasenpflege und geht bis zu den Spielegehältern, viele Dinge. Generell gibt es überall finanzielle Einschnitte. Auch in Getafe gab es leider Probleme, was für mich mit Ausschlag gebend war. Aber ich weiß auch von vielen Freunden und Kollegen aus anderen Vereinen, dass die Situation dort nicht besser ist.

Herr Abraham, wir danken für das Gespräch!

EURE MEINUNG: Wie spanisch wird die Bundesliga?

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