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Steffi Jones: Jupp Heynckes auf einer Stufe mit Pep Guardiola

Steffi Jones gehörte zu den erfolgreichsten Fußballerinnen Deutschlands. Im Interview mit Goal.com sprach sie über ihren Sport und Pep Guardiola, den neuen Trainer von Bayern.

Frankfurt. Steffi Jones war eine der erfolgreichsten Fußballerinnen in Deutschland. Nach ihrer aktiven Karriere organisierte sie die Heim-WM 2011 und lenkt nun als verantwortliche DFB-Direktorin die Geschicke des Frauenfußballs. Im Interview mit Goal.com sprach sie exklusiv über den Hallenpokal in Magdeburg, die Lage ihres Sports in der Bundesrepublik und den neuen Trainer des FC Bayern München, Pep Guardiola.

Wie geht es Ihnen, nachdem Sie bei dem Hallenpokal leider nicht dabei sein konnten?

Ganz gut, ich war ja leider kurzfristig erkrankt. Ich habe es mir aber auf DFB-TV angeschaut. Es war wirklich ein tolles Turnier und wieder eine tolle Veranstaltung für den Frauenfußball.

Sind Sie zufrieden mit dem Hallenpokal?

Ja, natürlich. Wir haben vor dem Turnier Redaktionsbesuche gemacht und unsere Medienpartner vor Ort alle mitgenommen, der Landesverband, die Stadt und der Magdeburger FFC haben im Vorfeld großartige Arbeit geleistet. Wir sind mit der Resonanz sehr zufrieden und auch sportlich war es toll.

Warum haben Sie Magdeburg als Standort gewählt?

Magdeburg hatte sich 2009 beworben. Nach dem ersten Auftritt dort, gab es schon eine positive Zuschauerentwicklung, die Halle ist optimal. Es ist ein guter Standort, wir waren jetzt schon vier Mal dort. Jetzt wird alles ausgewertet, so wie wir das immer tun und dann wird entschieden, wie es weitergeht.

Was sagen Sie zu dem Leistungszentrum in Magdeburg?

Ich weiß nur, dass dort eine sehr gute Nachwuchsarbeit geleistet wird, maße mir aber kein Urteil an, da ich noch nie persönlich vor Ort war. So etwas ist aber generell sehr, sehr gut und das kann man sich nur flächendeckend wünschen.

STEFFI JONES

Vereinserfolge
Titel mit dem FSV Frankfurt dt. Meister 1998
Titel mit dem 1. FFC Frankfurt dt. Meisterin 2005, Doublesiegerin 2001, 2002, 2003 und 2007, sowie UEFA Women's Cup 2002 und 2006
Titel mit Washington Freedom US-Meisterin 2003
Titel insgesamt 13
Nationalmannschaftserfolge
Länderspiele 111
Tore 9
Titel Weltmeisterin 2003 und Europameisterin 1997, 2001 und 2005, sowie die Olympische Bronzemedaillen 2000 und 2004

Einige große Vereine im Herrenbereich haben keine Frauenfußballabteilung. Planen Sie da Projekte, damit sich auch das ändert?

Mittlerweile ist es normal, dass wir Vereine haben, die im Profibereich tätig sind und auch eine Frauenabteilung haben. Zum Beispiel Bayern München, Wolfsburg oder Freiburg. Wir haben aber auch Vereine, die selbstständig sind und sich mit einer Frauenmannschaft etabliert haben. Es ist für uns beides möglich. Uns ist es wichtig, dass sich der Frauenfußball weiterentwickeln kann – ob nun als Teil eines Lizenzvereins oder eigenständig.

Anfang des Jahres wurde Abby Wambach zur Weltfußballerin gewählt. Ist dies eine gute Wahl in Ihren Augen?

Ja, das muss ich ganz ehrlich sagen. Ich habe mit Abby selbst zwei Jahre zusammengespielt, ich habe sie auch damals schon als eine der weltbesten Spielerinnen gesehen. Dass sie es jetzt tatsächlich geworden ist, kann ich nur befürworten, sie hat es sich verdient.

Wer könnte die nächste deutsche Spielerin werden, die auf dieser Bühne auftritt?

Wir haben in unserer Mannschaft sehr viele talentierte Spielerinnen, die schon auf einem sehr hohen Niveau spielen. Welche dann einmal diesen Sprung schaffen kann, wird man sehen. Es ist ja auch immer davon abhängig, dass sie gesund bleiben und sich keine Verletzungen zuziehen. Es waren ja schon einige namhafte Spielerinnen auf der Liste, wie etwa Lira Bajramai, Simone Laudehr, Nadine Angerer oder Kim Kulig. Wir haben sehr viele Spielerinnen, die Weltklasseniveau haben. Ich bin davon überzeugt, dass wir auch wieder eine Spielerin auf den Plätzen eins bis drei haben werden.

Was sagen Sie zur Wahl Pia Sundhages zu Welttrainerin?

Auch da kann ich nur zustimmen. Ich bin ja auch in der FIFA-Kommission und sehe immer die Kandidaten für die Wahlen und da muss ich zugeben, Pia Sundhage ist wirklich eine Weltklassetrainerin. Sie hat es sich dieses Jahr verdient.

Wäre Silvia Neid demnächst auch wieder eine Kandidatin?

Sie war die erste Trainerin, die ausgezeichnet wurde und das war für uns alle ein großer Erfolg. Jetzt ist es Pia Sundhage geworden. Ich bin davon überzeugt, dass Silvia Neid nach der EM wieder in die engere Auswahl kommen wird.

Könnten Sie sich vorstellen, dass eine namhafte Trainerin oder ein namhafter Trainer nach Deutschland in die Bundesliga wechseln würde?

Das kann ich mir natürlich vorstellen, denn unsere Frauen-Bundesliga ist nicht nur europa- sondern weltweit bekannt. Man weiß, dass sie eine attraktive Liga ist und sehr viele internationale Spielerinnen, neben unsere deutschen, dort unter Vertrag stehen. Es ist aber leider so, dass wir generell nicht genügend Trainerinnen haben, und einige weibliche Trainer für ihre Nationalverbände zuständig sind. Es ist auch wichtig, dass sie ihre Nationalmannschaften erfolgreich begleiten, da ergeben sich noch ganz andere Perspektiven. Aber dennoch ist es vorstellbar, dass künftig interessante Trainerinnen auch die Frauen-Bundesliga bereichern können.

Steffi Jones: „Wir werden uns optimal auf die EM vorbereiten.“

Was denken Sie über die Verpflichtung von Pep Guardiola bei Bayern München? Wäre dies auch im Frauenbereich, gerade auch finanziell, zu stemmen?

Wir hatten ja gerade das Beispiel Pia Sundhage, interessante Verpflichtungen sind sicherlich auch im Frauenfußball möglich. Das lässt sich aber nicht mit den finanziellen Möglichkeiten der Männer vergleichen. Wenn Sie mich nun zu Bayern München direkt fragen, ist dies ein Transfer, der weltweit wahrgenommen wird und für Bayern München eine sehr positive Außenwirkung hat. Die Spieler sind sicherlich auch gespannt auf den neuen Trainer, wobei sie sich im Moment auf die aktuelle Saison konzentrieren und der aktuelle Trainer ist ja auch ein sehr erfolgreicher. Jupp Heynckes hat ganz viele Erfolge feiern dürfen. Ich habe hohen Respekt vor ihm und stelle ihn auf eine Stufe mit dem neuen Trainer.

Ist der Titel bei der Europameisterschaft das Ziel?

Das Ziel spricht die Bundestrainerin aus. Wir alle wünschen der Mannschaft, dass sie ihre beste Leistung abrufen kann. Wir alle wissen aber, wie es in einem Turnier laufen kann und das beste Beispiel war nun mal die Weltmeisterschaft. Es ist abhängig von der Tagesform und vom Gegner. Auch bei der EM in Schweden warten schwere Gegner. Wir haben zunächst einmal mit unserer Gruppe eine anspruchsvolle Aufgabe zu lösen. Wir als DFB werden alles dafür tun, dass sich die Mannschaft gut vorbereiten kann, die Frauenbundesliga wird ihre Spielerinnen genauso unterstützen, so dass das Team zur Europameisterschaft auch die beste Leistung abrufen kann.

Der Titel wird wohl nicht an Frankreich vorbeigehen. Wer ist noch Favorit?

Frankreich ist eine der Mannschaften, die zu den Favoriten gehören. Sie zeigen immer wieder, dass sie sehr kompakt und auch sehr leistungsstark sind. Es sind aber auch noch andere Mannschaften, die dazu zählen, wie Schweden oder England. Wir haben in Europa ein sehr dichtes Feld, da kann Jeder Jeden schlagen und so fällt es immer schwer, im Vorfeld Favoriten festzulegen. Es kommt auf viele Komponenten an: Muss ich Spielerinnen durch mögliche Ausfälle kompensieren oder mich taktisch umstellen. Da kann so viel zusammen kommen, so dass ich mich schwer tue, jetzt einen Favoriten festzulegen.

Wie wichtig wird der Algarve-Cup mit Hinblick auf die EM-Vorbereitungen für die Europäerinnen?

Der Algarve-Cup ist auf jeden Fall für die europäischen Mannschaften eine sehr gute Vorbereitung, weil sie sich mit starken Gegnern messen können. Wir haben aber auch noch andere Testspiele. Zum Beispiel gegen Frankreich im Februar, die USA im April und Japan im Juni. Daneben stehen noch zwei Testspiele an, wo die Gegner noch nicht feststehen. Wir werden uns optimal auf die EM vorbereiten.

EURE MEINUNG: Was kann die deutsche Nationalmannschaft der Frauen bei der EM erreichen?

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