thumbnail Hallo,

EXKLUSIV - Die Bayern sind in Liga und Champions League voll im Soll. Kein Wunder also, dass sein Ex-Klub für Marcel Witeczek der absolute Titel-Favorit ist - zumindest national.

Düsseldorf. Der Sieg im Prestige-Duell mit Borussia Dortmund ist dem FC Bayern am vergangenen Wochenende verwehrt geblieben, mit dem 1:1-Unentschieden hat der Rekordmeister aber immerhin seine Elf-Punkte-Vorsprung auf den Titelträger der vergangenen zwei Jahre verteidigt.

Und den wird er auch nicht mehr komplett aufbrauchen, sagt Marcel Witeczek im exklusiven Gespräch mit Goal.com. Der heute 44-Jährige trug zwischen 1993 und 1997 das Bayern-Trikot, machte 97 Bundesliga-Spiele für die Münchner und schoss neun Tore. Bis heute ist er dem Klub verbunden. Er spielt in der Traditionsmannschaft, in seinem Büro bei einer Krankenkasse, für die er Fußball-Turniere, -Lehrgänge und -Trainingseinheiten organisiert, hängt ein altes Trikot der Bayern an der Wand.

„Der FC Bayern wird auf jeden Fall Meister. Obwohl immer mal wieder einige verletzt sind, ist der Kader gut genug, weil 18 bis 20 Spieler überdurchschnittliche Bundesliga-Qualität haben“, sagt Witeczek, der davon überzeugt ist, dass die Münchner aus der vergangenen Saison mit dem Absturz nach der Winterpause gelernt haben: „Außerdem wird Matthias Sammer dafür sorgen, dass niemand abhebt. Dazu kommt, dass der Konkurrenzkampf – anders als im Vorjahr – riesig ist. Niemand kann sich einen Hänger erlauben, sonst sitzt er sofort auf der Bank.“

„Meisterschaft wichtiger als Champions League“

Witeczek, der neben seinem Engagement in München in der Bundesliga auch für Uerdingen, Kaiserslautern und Mönchengladbach spielte und auf insgesamt 410 Einsätze (50 Tore) kommt, sagt: „Ich denke, dass den Bayern die Meisterschaft in diesem Jahr wichtiger ist als die Champions League. Die wollen mit aller Macht verhindern, dass sie drei Spielzeiten hintereinander den Titel verpassen.“

Trotz der Fokussierung auf das nationale Geschäft traut Witeczek den Bayern, die im letzten Gruppenspiel am Mittwoch (20.45 Uhr) auf Borisov treffen, auch im Europapokal einiges zu: „Neben dem FC Barcelona, Real Madrid und den englischen Teams gehören die Bayern und Borussia Dortmund zu den Favoriten. Allerdings muss man abwarten, ob sie das Finale gegen Chelsea verkraftet haben. Es ist möglich, dass das einen Knacks gegeben hat.“

„Man muss abwarten, ob die Bayern das Finale gegen Chelsea verkraftet haben. Es ist möglich, dass das einen Knacks gegeben hat.“


- Marcel Witeczek

So oder so: Stärker als der BVB ist der FCB laut Witeczek in jedem Fall. „Der Verein hat sehr gut aufgerüstet. Die Abwehr hat endlich die nötige Stabilität. Das liegt vor allem an Dante, dem man anfangs nicht unbedingt zugetraut hat, dass er sofort Stammspieler wird. Und natürlich sind auch die Außenspieler überragend, dazu hat Mario Mandzukic voll eingeschlagen. Claudio Pizarro macht ebenfalls seine Tore, wenn er reinkommt, und Mario Gomez wird im Januar wieder fit sein.“

Das sei der große Unterschied zu den Möglichkeiten der Borussia – vor allem im Blick auf den Angriff. Witeczek sagt: „Die Bayern haben drei Top-Stürmer, der BVB mit Robert Lewandowski nur einen. Wenn der länger ausfällt, ist der Ofen aus.“

EURE MEINUNG: Wie viele Titel holen die Bayern?

Bleibe am Ball und sei Teil des größten Fußball-Netzwerkes der Welt: Folge Goal.com auf
oder werde Fan von Goal.com auf !

Dazugehörig