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EXKLUSIV - In der U21 eine Führungsfigur, von Dortmund nach Fürth verliehen und dort aktuell nur Ergänzungsspieler: Goal.com hat sich mit Abwehrtalent Lasse Sobiech unterhalten.

Fürth. Er ist jung, aufstrebend, dynamisch und talentiert. Lasse Sobiech hatte gewichtigen Anteil, dass sich die U21 des DFB für die Europameisterschaft in Israel qualifizieren konnte. Goal.com führte ein exklusives Gespräch mit dem Jungspund und thematisierte dabei Fürth, Borussia Dortmund, die U21 und die Nationalmannschaft.

Hallo Herr Sobiech. Sie spielten bei der U21-Qualifikation zur Europameisterschaft in Israel eine tragende Rolle im DFB-Team. Wie groß war die Erleichterung nach dem 3:1-Sieg in der Schweiz?

Lasse Sobiech: „Das war auf jeden Fall eine Riesenerleichterung. Es war auch für die meisten Spieler eine große Chance, sich in den Fokus der Nationalmannschaft zu spielen. Wir sind froh, diese Gelegenheit genutzt zu haben - bei einer Niederlage wäre es für viele von uns vorbei gewesen mit der U21.“

Sie selbst konnten im Rückspiel mit dem Treffer zum 2:0 ja entscheidend beitragen. Ein Meilenstein?

Lasse Sobiech: „Ein bisschen vielleicht schon, weil es ein wichtiger Treffer war, um Sicherheit zu gewinnen.“

Statt mit ihrem üblichen Partner Jan Kirchhoff bildeten sie in den Relegationsspielen mit Stefan Thesker von der TSG Hoffenheim die Innenverteidigung. Kann man sagen, sie haben in Kirchhoffs Abwesenheit die Rolle des Abwehrchefs eingenommen?

Lasse Sobiech: „Sicherlich habe ich versucht, die Rolle zu übernehmen. Stefan hatte vorher ja noch nicht so oft gespielt in der U21. Es war von Anfang an klar, ihn mit uns Boot zu nehmen. Ich denke, das hat ganz gut geklappt.“

Führungsspieler in der U21. Die Europameister von 2009 (Özil, Hummels, Neuer, Khedira) machen es vor. Folgt man diesem Beispiel, kann ihr Ziel ja eigentlich nur die A-Nationalmannschaft sein – richtig?

Lasse Sobiech: „Das ist natürlich alles noch ziemlich weit weg. Ich bin ganz froh darüber, dass ich in der U21 eine gute Rolle inne habe und dort spielen darf. Derzeit gilt es, sich darauf zu konzentrieren.“

Gab es bereits Kontakt mit dem Trainerstab um Cheftrainer Joachim Löw?

Lasse Sobiech: „Nein, den gab es bislang nicht.“

Das Feld bei der U21-Europameisterschaft ist hochkarätig besetzt. Sehen sie dem gelassen entgegen oder spielen Angst und Respekt eine Rolle?

Lasse Sobiech: „Also Angst haben wir auf gar keinen Fall. Alle Teilnehmer, die am Turnier teilnehmen, sind Topmannschaften. Es wird in jedem Falle sehr schwierig. Wir haben eine sehr gute Mannschaft, egal, wer da kommt.“

Kommen wir zur Spielvereinigung Greuther Fürth. 13 Spiele, acht Punkte, gerade mal ein Sieg. Was läuft falsch, Herr Sobiech?

Lasse Sobiech: „Wenn ich das wüsste, hätten wir wahrscheinlich mehr Punkte auf dem Konto. Es ist eine schwierige Phase für uns. Wir hören oft, dass wir ordentlich spielen, aber eben keine Punkte holen. Woran es liegt, kann ich auch nicht genau sagen. Vor allem sehe ich mir die meisten Spiele ja von der Bank an. Es ist nicht einfach, das Problem zu diagnostizieren.“

Zuletzt kam in und rund um Fürth immer wieder die Schiedsrichter-Diskussion auf. Dem Aufsteiger werde nicht genug Respekt entgegengebracht. Die Wahrheit? Und welchen Anteil haben die Unparteiischen an der sportlichen Misere des Kleeblatts?

Lasse Sobiech: „Ich persönliche lege da keinen großen Wert drauf. Sicherlich gab es die ein oder andere Entscheidung, bei der man sagt, bei einer großen Mannschaft wäre anders entschieden worden. Aber selbst das ist nur Spekulation. Ich denke, dass Schiedsrichter nur in den seltensten Fällen spielentscheidende Fehler machen.“

   „Ich versuche im Training alles. Wenn der Trainer rotieren oder etwas ausprobieren möchte, will ich bereit sein.“

Sobiech auf die Frage, wie er seine Einsatzchance sieht

Sie selbst sind nach Fürth gekommen, um Spielpraxis zu sammeln. Wie enttäuscht sind sie, bisher gerade einmal von Anfang an zum Zug gekommen zu sein?

Lasse Sobiech: „Es ist natürlich nicht so, wie ich mir das vorgestellt habe. Das ist klar. Es bringt nun aber auch nichts, den Kopf enttäuscht in den Sand zu stecken. Es gilt, weiter Gas zu geben. Ich muss versuchen, bis Saisonende meine Chance zu nutzen. Dass ich aktuell natürlich nicht zufrieden bin, ist auch klar.“

Ihre beiden Konkurrenten, Thomas Kleine und Kapitän Mergim Mavraj, scheinen aktuell gesetzt zu sein. Sie werden häufig als Brechstangen-Stürmer für die Schlussphase eingewechselt. Stört sie diese Rolle?

Lasse Sobiech: „Ich versuche es positiv zu sehen. Es wäre doch schlimmer, wenn ich gar nicht spielen würde. Eigentlich ist es nicht meine Position, aber ich helfe, wo ich gebraucht werde.“

Führt in naher Zukunft ein Weg an Kleine oder Mavraj vorbei?

Lasse Sobiech: „Das kann ich Ihnen leider nicht sagen. Es ist mein Wunsch und meine Hoffnung, von Anfang an zu spielen. Aber der Trainer setzt häufig auf die Mannschaft, die eingespielt ist. Ich versuche im Training alles. Wenn der Trainer rotieren oder etwas ausprobieren möchte, will ich bereit sein.“

Borussia Dortmund hat sie nur an die Franken aus Fürth verliehen. Wo sehen sie ihre Zukunft? Beim deutschen Meister?

Lasse Sobiech: „Das ist aktuell total ungewiss. Natürlich ist es ein Traum, bei seinem Heimatverein zu spielen. Wie die nächste Saison allerdings aussieht, kann ich nicht sagen. Aktuell zählt nur die Spielvereinigung.“

Als ehemaliger Dortmund-Spieler verfolgen sie sicher auch die Borussia in der Champions League. Zuletzt bezwang man sogar Real Madrid und nahm Manchester City einen Punkt ab. Wie bewerten sie die Erfolge der Klopp-Elf?

Lasse Sobiech: „Zunächst einmal freuen mich diese Erfolge natürlich. Ich denke, man wird auch in der nächsten Runde mit dem BVB rechnen können. Wenn man sieht, wie kompakt der BVB steht und wie schnell sie nach vorne spielen. Da können sich auch die großen Mannschaft warm anziehen.“

Wird man selbst etwas wehmütig, wenn man nach Dortmund blickt? Sie könnten nun auch mit Neven Subotic und Mats Hummels trainieren und Stadien in Manchester oder Madrid zu Gesicht bekommen.

Lasse Sobiech: „Vor der Saison kann man natürlich nicht wissen, wie es genau läuft. Für mich war natürlich nicht das Ziel, dass ich mit Mats und Neven trainiere und dann auf der Bank sitze, sondern dass ich in der 1. Bundesliga selbst eine tragende Rolle spielen. Das ist definitiv ein größeres Ziel für mich als gute Trainingspartner zu haben.“

   „Ich tippe, dass Dortmund auch dieses Mal wieder gewinnt.“

Sobiech auf die Frage zum Sieger beim Gipfel zwischen FCB und BVB

Am Samstag trifft die Borussia zum Gipfel in München an. Wie geht's aus?

Lasse Sobiech: „Letztes Jahr war ich im Stadion, als Dortmund in München gewonnen hat. Der BVB hat sehr gut gespielt und verdient gewonnen. Ich tippe, dass Dortmund auch dieses Mal wieder gewinnt.“

Und eine letzte Frage. Ich beginne den Satz und Sie bringen ihn zuende: Die Spielvereinigung Greuther Fürth hält die Klasse, wenn…

Lasse Sobiech: „...wir mehr Punkte haben als drei andere Teams.“

EURE MEINUNG: Was erwartet ihr von Lasse Sobiech in der Zukunft?

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