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EXKLUSIV - Im Interview spricht Leverkusens Sidney Sam über den Saisonstart der Bayer-Elf, seine Verletzungspause und die Möglichkeit, nigerianischer Nationalspieler zu werden.

Leverkusen. Mit dem 2:2 beim VfB Stuttgart musste Bayer Leverkusen nach zuvor guten Ergebnissen einen kleinen Rückschlag einstecken - von dem sich die Werkself aber nicht aus der Spur bringen lässt, wie Sidney Sam, 24, sagt. Goal.com führte in der Länderspielpause ein Exklusiv-Interview mit dem Mittelfeldspieler.

Herr Sam, in der Bundesliga ist Bayer Leverkusen nach sieben Spielen Sechster, in der Europa League stehen bislang ein Sieg und ein Unentschieden zu Buche. Wie bewerten Sie den Saisonstart?

Sidney Sam: In den ersten Spielen haben wir nicht konstant unser Potenzial abgerufen. Wir haben zum Beispiel deutlich in Dortmund verloren und in der Europa League nur 0:0 gegen Charkow gespielt. Jetzt sind wir aber auf einem guten Weg, im letzten Spiel haben wir leider den Schritt nach ganz oben verpasst. Aber wir haben eine super Mannschaft, und ich blicke optimistisch auf die kommenden Wochen.

Was muss besser werden?

Sam: Die Defensive steht schon sehr gut, wir lassen nur wenig Tore zu. Aber unsere Chancenauswertung müssen wir verbessern.

Sie fehlten in der Vorsaison wegen eines Muskelbündelrisses seit Februar. Kurz vor dem Start dieser Spielzeit hatten Sie erneut muskuläre Probleme. Wo stehen Sie jetzt?

Sam: Ich bin auf einem guten Weg. Es war ärgerlich, dass ich in diesem Sommer noch einmal ausgefallen bin. Aber ich denke, dass ich gut trainiere und mich jede Woche neu empfehle. Der Trainer wirft mich oft rein, und ich kann nach und nach an die Leistungen vor meiner Verletzungspause anknüpfen. Das ist gut so.

Ihren Stammplatz haben Sie noch nicht zurück. Sind Sie ungeduldig?

Sam: Nein. Natürlich will ich wieder zur ersten Elf gehören und kämpfe dafür. Aber im Moment geht es erst einmal darum, zu zeigen, dass ich für das Team da bin und alles gebe, wenn ich reinkomme. Irgendwann werde ich schon wieder von Anfang an spielen.

GEDULD AUF DEM WEG ZUM STAMMPLATZ


„Im Moment geht es erst einmal darum, zu zeigen, dass ich für das Team da bin. Irgendwann werde ich schon wieder von Anfang an spielen.“

- Sidney Sam
Ende September wurden Sie wegen Fahrens unter Alkoholeinfluss zu einer Geldstrafe und einem Monat Führerscheinentzug verurteilt. Im ersten Spiel danach trafen Sie beim 2:0 gegen Fürth doppelt. Spielte dieser Ärger gar keine Rolle für Sie?

Sam: Ich habe mich auf das Spiel konzentriert und war gut drauf, das ist alles. Über dieses Thema möchte ich auch nicht mehr reden, das ist abgehakt.

Was ist drin für Bayer Leverkusen in dieser Saison?

Sam: Ich denke, dass wir unter den ersten Fünf landen müssen, aber auf einen Platz unter den ersten drei hoffen. Der Einzug ins internationale Geschäft ist Pflicht, und auch in der Europa League wollen wir sehr weit kommen.

Wie frustrierend ist es, nach der ordentlichen Champions-League-Saison im Vorjahr nun in der zweitklassigen Europa League zu spielen?

Sam: Es macht trotzdem Spaß. Wir sind nicht die einzige Mannschaft, die in der Vorsaison noch in der Champions League gespielt hat und nun in der Europa League ran muss. Und auch so gibt es spannende Gegner. Aber klar: Einige Reisen an entfernte Orte machen dann doch etwas weniger Freude als in der vergangenen Saison. Wir müssen den Anspruch haben, zurück in die Champions League zu kommen.

Ihr ehemaliger Trainer Jupp Heynckes hat Sie einmal mit Arjen Robben verglichen. Freuen Sie sich über diesen Vergleich oder setzt er sie noch mehr unter Druck?

Sam: Nein, das ist kein Druck für mich, dieser Vergleich freut und motiviert mich. Robben ist ein Weltklasse-Spieler und natürlich ein Vorbild für mich. Ich hoffe, dass ich auch einmal dahin kommen kann, wo er ist.

Sie haben für Deutschland bis zur U21 gespielt. Da Ihr Vater aus Nigeria stammt, könnten Sie auch für dessen Heimatland spielen. Ist das eine Option?

Sam: Ich hatte schon Kontakt mit dem nigerianischen Verband, aber derzeit gibt es keine Gespräche. Ich konzentriere mich voll auf Bayer Leverkusen.

Reizt Sie diese Möglichkeit?

Sam: Auf jeden Fall. Das ist ein guter Verband, und durch meinen Vater habe ich eben Verbindungen in dieses Land. Ich werde mir das überlegen.

EURE MEINUNG: Kann Sidney Sam so gut werden wie Arjen Robben?

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