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EXKLUSIV - Im Interview spricht Peter Frymuth, Präsident von Fortuna Düsseldorf, über den Start des Aufsteigers, alte Oberliga-Zeiten - und er sagt, dass er Kölns Abstieg bedauert.

Düsseldorf. Mit zwei Siegen und vier Unentschieden ist Fortuna Düsseldorf überraschend gut in die erste Bundesliga-Saison nach 15 Jahren gestartet. Vor dem Auswärtsspiel beim FSV Mainz 05 am Samstag (15.30 Uhr) führte Goal.com ein Exklusiv-Interview mit Fortunas Präsident Peter Frymuth.

Herr Frymuth, Fortuna Düsseldorf hat in den ersten sechs Spielen zehn Punkte geholt, mit dieser Ausbeute ist noch keine Mannschaft abgestiegen. Muss sich überhaupt noch jemand über den Klassenerhalt Gedanken machen?

Peter Frymuth: Zehn Punkte sind ein außerordentliches Ergebnis, das hätten wir uns vor dem Saisonstart nicht erträumt. Es ist eine tolle Situation. Aber es sind schon Mannschaften abgestiegen, die im Winter 20 Punkte hatten und dachten, sie seien gerettet. Wir müssen uns weiter darauf konzentrieren, Punkt für Punkt einzusammeln und realistisch zu bleiben.

Wie zufrieden sind Sie mit dem Start?

Frymuth: Nach dem Aufstieg, als klar war, dass wir uns mit den 17 besten Vereinen Deutschlands messen dürfen, dachten wir: Größer kann die Freude gar nicht sein. Jetzt haben wir aber einen guten Start hingelegt und in der zweiten Halbzeit des 2:2 gegen Schalke herausragenden Fußball gespielt. Das freut uns noch mehr, aber dennoch heben wir nicht ab.

SCHAHIN IST ZUVERSICHTLICH
16 Neue holte Fortuna im Sommer, nirgendwo war der Umbruch in der Bundesliga so groß wie in Düsseldorf. Hand aufs Herz: Wie skeptisch waren Sie vor dem Start, dass Fortuna mithalten kann?

Frymuth: Ich wusste, dass die Bundesliga eine schwierige Herausforderung wird und wir mit unseren Einschätzungen vorsichtig sein müssen. Es gab allerdings keine Skepsis, sondern eher ein Fragezeichen, wie wir uns entwickeln werden.

Was macht Fortuna nun so stark?

Frymuth: Wir haben immer gesagt, dass wir nun dann Erfolg haben können, wenn wir uns als Einheit präsentieren. Die reine fußballerische Qualität ist bei den meisten Gegnern höher, aber durch das geschlossene Auftreten machen wir das bislang ganz gut wett.

Wohin führt der Weg von Fortuna Düsseldorf?

Frymuth: Wir müssen die Basis schaffen, dauerhaft in der Bundesliga spielen zu können. Wir sind auf einem guten Weg, aber der Weg ist lang. Selbst wenn wir in diesem Jahr den Klassenerhalt packen, darf man nicht davon ausgehen, dass sich das im zweiten, dritten und vierten Jahr automatisch wiederholt. Es gibt genügend warnende Beispiele.

Die Euphorie in Düsseldorf ist groß wie selten zuvor. War der Absturz bis in die vierte Liga das Beste, was dem Klub passieren konnte?

Frymuth: Das ist schwer zu sagen. Die Situation, die wir bei unserem Amtsantritt im November 2004 vorgefunden haben, wünsche ich niemandem. Aber dann haben wir entschieden, immer nach vorne zu schauen, die Vergangenheit nach und nach abzuarbeiten und uns neu auszurichten. Jammern hätte nichts gebracht.

Wie war die Situation vor acht Jahren?

Frymuth: Damals war Fortuna Düsseldorf weder in der Stadt noch im Umfeld präsentabel und als Werbepartner eher schlecht geeignet. Wenn irgendwo etwas schief gegangen ist, wurde gesagt: „Das ist ja so chaotisch wie bei Fortuna.“ Aber nicht nur wir sind diesen Weg gegangen und waren in der vierten Liga dabei, sondern auch tausende unserer Fans. Die Entwicklung, die unsere Anhängerschaft genommen hat, beeindruckt mich sehr. Begünstigt wurde das alles natürlich dadurch, dass es in den vergangenen Jahren nur temporäre Rückschläge gab.



Wie lange hält der Aufschwung an? Fortuna ist laut Tabelle die Nummer eins am Rhein, vor Leverkusen, Mönchengladbach und Köln. Kann sich der Klub da halten?

Frymuth: Das ist eine wahnsinnig tolle Momentaufnahme, die uns auch stolz macht – vor allem, wenn man überlegt, wie weit wir vor ein paar Jahren davon entfernt waren, uns mit diesen Teams messen zu können. Aber wir werden, wie schon gesagt, sicher nicht übermütig, ein einziges Spiel kann für eine Wende sorgen. Und es wird in der Bundesliga sicherlich auch Rückschläge geben.

Köln ist in diesem Sommer abgestiegen. Hat Fortuna den FC überholt?

Frymuth: Für unsere Fans und die Karnevalisten muss das natürlich ein Ziel sein, so gesehen ist die Situation derzeit also optimal, und wenn der Karneval beginnt, werden die Frotzeleien diesmal in die andere Richtung gehen. Ich möchte das aber nicht grundsätzlich bewerten, denn ich weiß aus eigener Erfahrung, wie schwer es gerade für die handelnden Personen in Köln gerade sein dürfte. Ich hätte mich gefreut, wenn der FC den Klassenerhalt geschafft hätte und wir endlich wieder gegeneinander hätten spielen können.

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