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EXKLUSIV - Nach bärenstarker Vorbereitung muss sich Gladbachs Amin Younes im Moment hinten anstellen. Wir sprachen mit ihm über seine Situation und seine Zukunft beim DFB.

Mönchengladbach. In der Saisonvorbereitung stieg er wie Phönix aus der Asche auf: Amin Younes (19) spielte sich mit starken Aufritten in den Testspielen in den erweiterten Kader von Borussia Mönchengladbach. Der beidfüßige Edeltechniker kam unter Lucien Favre regelmäßig zum Einsatz und wurde von Neuzugang Granit Xhaka als „Supertalent“ geadelt.

Seit seinem siebten Lebensjahr kickt Younes mittlerweile für die „Fohlen“. Nachdem er in der vergangenen Spielzeit beim 1:2 in Hannover erstmals Bundesliga-Luft schnuppern durfte, wartet er nun noch auf weitere Einsätze im Oberhaus. Wir trafen den hochbegabten Mittelfeldspieler mit libanesichen Wurzeln zum exklusiven Gespräch.

Herr Younes, Sie haben am Sonntag Ihr Debüt in der deutschen U20-Nationalmannschaft gefeiert. Wie ist es Ihnen ergangen?

Amin Younes: Ich hätte natürlich gerne länger gespielt als 15 Minuten nach meiner Einwechslung. Aber am Ende war ich ganz zufrieden, ich hatte zwei, drei gute Aktionen. Insgesamt war es ein guter Lehrgang, und die Philosophie von Trainer Frank Wormuth kommt mir sehr entgegen.

Warum?

Amin Younes: Weil er im Training viel Fußball spielen lässt. Da ist viel klein, klein dabei, und das kenne ich aus Mönchengladbach von Lucien Favre. Mir gefällt dieser schnelle Fußball.


„Ich will A-Nationalspieler werden, das ist doch das Ziel von jedem Spieler.“

- Amin Younes

Nach der U20- kommt die U21-Nationalmannschaft, dann das A-Team. Trauen Sie sich die weiteren Karriereschritte zu?

Amin Younes: Ich will A-Nationalspieler werden, das ist doch das Ziel von jedem Spieler. Jeder U-Auswahlspieler will immer den nächsten Schritt machen, immer einen Stufe weiterkommen und, wenn es geht, dann eben bis zur A-Auswahl. Das ist auch mein Ziel. Ich werde Gas geben, will auffallen und die Borussia auf DFB-Ebene immer würdig vertreten. Aber man weiß nie, wie sich alles entwickelt.

SO GEHT ES WEITER
Gladbachs anstehende Aufgaben
15.9.
1. FC Nürnberg (H)
23.9.
Bayer Leverkusen (A)
26.9.
Hamburger SV (H)
29.9. Borussia Dortmund (A)
6.10.
 Eintracht Frankfurt (H)
20.10. Werder Bremen (A)
Es scheint so, als habe sich der Konkurrenzkampf unter den jungen Spielern durch die Jugendleistungszentren des DFB verstärkt. Wie sehen Sie das?

Amin Younes: Das mag so sein. In der U20-Nationalmannschaft ist es aktuell es so, dass sich zwei Jahrgänge – die von 1992 und von 1993 – miteinander messen müssen. Aber ich sehe darin kein Problem, der Konkurrenzkampf tut allen gut. Es ist dadurch schwieriger, sich durchzusetzen.

Sie könnten auch für den Libanon spielen, ihr Vater ist Libanese. Haben Sie schon darüber nachgedacht?

Amin Younes: Mit Theo Bücker ist ein Deutscher libanesischer Nationaltrainer. Er hat mich vor einiger Zeit angerufen und mich gefragt, ob ich mir einen Wechsel vorstellen kann. Ich habe abgesagt. Für mich ist das kein Thema.

Was sind die Gründe?

Amin Younes: Zum einen würde es Terminschwierigkeiten geben, weil die meisten Länderspiele in Asien mitten in der Bundesliga-Saison stattfinden. Zum anderen ist der Fußball im Libanon nicht der gleiche wie in Deutschland. Wie gesagt: Ich will es hier schaffen, also kann ich es nicht woanders versuchen.

Wie eng ist Ihre Bindung zur Heimat Ihres Vaters?

Amin Younes: Sehr eng. Wir fahren jedes Jahr zusammen in den Urlaub dorthin.



In der Saisonvorbereitung von Borussia Mönchengladbach wurden Sie oft gelobt – von Trainer Lucien Favre und von Teamkollege Granit Xhaka. Einige Medien spekulierten sogar, für Sie würde das System umgebaut. Nun haben Sie in der Bundesliga noch keine Sekunde gespielt und kamen nur in der zweiten Mannschaft zum Einsatz. Wie groß ist die Enttäuschung?

Amin Younes: Wenn ich sagen würde, dass ich zufrieden wäre, hätte ich den Beruf verfehlt. Ich will dieses Jahr unbedingt noch bei den Profis zum Einsatz kommen. Auf Dauer ist es keine Lösung und auch nicht mein Ziel, dass ich in der Regionalliga spiele. Ich bin bereit für den nächsten Schritt.

Haben Sie eine Erklärung für Ihre Nicht-Berücksichtigung? Gab es ein Gespräch mit dem Trainer?

Amin Younes: Nein. Aber ich lasse den Kopf nicht hängen. Ich gebe weiter bei jedem Training hundert Prozent und kämpfe für meine Chance.

EURE MEINUNG: Wieviel Talent steckt in Amin Younes? Traut Ihr ihm den großen Durchbruch zu?

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