thumbnail Hallo,

EXKLUSIV - Der ehemalige Stürmer und Nationalspieler Bosnien-Herzegowinas spielte sechs Jahre beim HSV. Im Gespräch mit Goal.com fordert Sergej Barbarez Geduld.

Hamburg. Er ist der letzte Stürmer, der im Dress des Hamburger SV Torschützenkönig wurde: Sergej Barbarez, 40, ist der Hansestadt treu geblieben. Mit seiner Frau und seinen zwei Kindern lebt der Bosnier auch nach seinem Karriereende in der Stadt. Der HSV, für den er von 2000 bis 2006 auf Torejagd ging, ist für ihn mehr als nur eine Station in der Karriere. Im exklusiven Gespräch mit Goal.com spricht Barbarez über die bisherige Transferpolitik und die sportliche Situation bei den Rothosen.

Herr Barbarez, was halten Sie von den bisherigen Neuverpflichtungen Beister, Adler und Rudnevs?

Sergej Barbarez: Ich bin prinzipiell dafür, neuen Spielern Zeit zu geben, auch wenn man jetzt zwei Spiele verloren hat. Zum jetzigen Zeitpunkt kann man die Neuen noch nicht beurteilen.

Nichtsdestotrotz waren die bisherigen Auftritte des Hamburger SV nicht gut.

Barbarez: Dem kann ich zustimmen. Ich habe das Spiel gegen Nürnberg im Stadion verfolgt und sehe es ähnlich wie die Kritiker. Da ist nicht einmal ein kleiner Schritt in die richtige Richtung zu erkennen. Wenn die Spieler selbst nach der Niederlage äußern, dass sie stagnieren und keine Weiterentwicklung sehen, dann sagt das schon etwas aus. Ich bin allerdings der Meinung, dass die Niederlage zu einem richtigen Zeitpunkt kam, auch wenn meine Freunde und Bekannte mich für verrückt erklären. Ich glaube, dass die Führung endgültig erkannt hat, dass man reagieren muss.

SO GEHT ES WEITER
Hamburgs anstehende Aufgaben
1.9.
Werder Bremen (A)
16.9.
Eintracht Frankfurt (A)
22.9.
Borussia Dortmund (H)
26.9.
Borussia M'Gladbach (A)
29.9. Hannover 96 (H)
6.10.
Greuther Fürth (A)

Glauben Sie, dass der HSV mit der Verpflichtung von Badelj und Jiracek das Problem im zentralen Mittelfeld gelöst hat?

Barbarez: Das wird man sehen. Man darf keine Wunderdinge erwarten. Jeder weiß, dass man in Hamburg nach der vergangenen Saison keine Geduld haben wird. Die Stimmung am vergangenen Wochenende gibt mir zu denken. Die Neuverpflichtungen sind international erfahren und ich hoffe, dass sie dem HSV weiterhelfen können.

Braucht der HSV noch einen Stürmer?

Barbarez: Die sportliche Leitung hat sich auf ein Spielsystem festgelegt und den vorhandenen Stürmern das Vertrauen ausgesprochen. Wenn auch noch Van der Vaart verpflichtet würde, dann fehlt das Geld für einen weiteren Stürmer. Es kann sich natürlich immer in letzter Sekunde etwas ändern.

Die Raute im Herzen - Von Januar 2009 bis Mai 2010 gehörte Barbarez dem Aufsichtsrat an

Wird van der Vaart in Hamburg eine Aufbruchstimmung wecken?

Barbarez: Jeder neue Spieler, der international seine Duftmarke gesetzt hat, tut einer Mannschaft und einem Verein gut. Aber auch van der Vaart muss man ein paar Spiele Zeit geben.

Sie haben während Ihrer Zeit in Hamburg ein Jahr lang mit ihm zusammenspielen dürfen. Ist er der Typ Spieler, der die jungen mitreißen kann?

Barbarez: Rafael hat seine Führungsqualitäten immer mit Leistung untermauert. Er wird, obwohl er die Stadt und den Verein kennt, eine Eingewöhnungszeit brauchen, um seine Leistung zu bringen. Er ist keiner, der große Töne spuckt – er geht mit seiner Leistung vorweg. Ich bin überzeugt, dass er in Hamburg da weitermachen kann, wo er aufgehört hat.

Aber auch ohne van der Vaart dürfte der HSV von den Namen her nichts mit dem Abstieg zu tun haben.

Barbarez: Das ist auch meine Meinung. Mit der Mannschaft kann und wird man nicht absteigen, obwohl mich die beiden bisherigen Spiele sehr enttäuscht haben. Es ist traurig, dass man beim HSV überhaupt über das Thema diskutieren muss.

EURE MEINUNG: Was ist beim HSV mit den Neuverpflichtungen drin?
Bleibe am Ball und sei Teil des größten Fußball-Netzwerkes der Welt: Folge Goal.com auf oder werde Fan von Goal.com auf !
 

Dazugehörig