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EXKLUSIV - Mit dem Sieg gegen Hoffenheim schrieb der BAK Pokal-Geschichte. Goal.com unterhielt sich mit Trainer Jens Härtel über die größte Sensation der ersten Pokalrunde.

Berlin. Mit dem Schlusspfiff startete die Party. Trainer, Spieler, Betreuer und Fans des Berliner Athletik Klub lagen sich nach dem gerade erzielten 4:0-Sieg gegen 1899 Hoffenheim in der ersten Runde des DFB-Pokals in den Armen und feierten eine Sensation, die es so im Pokal noch nie gegeben hat. Der Sieg des BAK ist der höchste eines Viertligisten gegen einen Bundesligisten in der Historie des Wettbewerbs.

Nie mit so einem Erfolg gerechnet

Dementsprechend glücklich waren die BAK-Spieler. „Mit so einem deutlichen Ergebnis haben wir nicht gerechnet, das ist natürlich traumhaft. Ich denke, bei uns hat viel zusammengepasst, bei Hoffenheim nicht. Wir sind gut ins Spiel gekommen und haben die Räume eng gemacht. Das ist für alle Spieler hier natürlich ein Supererlebnis“, sagte Niklas Brandt nach dem Schlusspfiff (Bericht). Die Hauptstädter waren über die komplette Spielzeit die bessere Mannschaft, Hoffenheim blamierte sich bis auf die Knochen und konnte am Ende froh sein, nicht noch höher verloren zu haben. Als Belohnung haben die Berliner Spieler bis Dienstag frei.

Danach will Trainer Jens Härtel den Fokus voll auf den nächsten Gegner in der Regionalliga, Zwickau, richten. Hoffenheim und der Pokal sollen nach seinen Vorstellungen dann erst mal Geschichte sein. Im exklusiven Interview mit Goal.com sprach er darüber, wie schwer es sein wird, seine Spieler auf den Boden zurückzuholen, seinen Wunschgegner für die zweite Runde und warum er lieber auf die Feier am Abend mit der Mannschaft verzichtete.

Nach so einem Spiel, einem tollen Auftritt ihrer Mannschaft und einem Sieg gegen einen Bundesligisten in der ersten Pokalrunde. Wie fühlen Sie sich?

Jens Härtel: Das Gefühl ist immer noch neu, und da muss man sich erst mal drauf einstellen. Ich denke, das kriegt man erst die nächsten Tage mit, dass man eine Sensation geschafft hat. Wir sind froh und dankbar, Zeugen gewesen zu sein. Aber nächste Woche kommt Zwickau und darauf gilt es nun, den Fokus zu richten, weg von Hoffenheim. Das wird ein ganz anderes Spiel, da haben wir alle Hände voll zu tun.

Die Euphorie ist natürlich groß. Wie werden Sie ihre Mannschaft denn nach so einem Erfolg wieder auf den Boden zurückholen?

Jens Härtel:
Das ist die spannende Frage. Das haben wir in der Art und Weise noch nicht gehabt. Wir werden sehen, ob sie faul werden und denken, das geht von alleine. Aber wir werden sie schon wieder rechtzeitig auf den Boden zurückholen. Der Kader gibt auch ein paar Alternativen, also wer sich dann ausruhen will, weil man mal einen Bundesligisten geschlagen hat, der hat sich geschnitten und ist draußen.

Haben Sie ihre Mannschaft denn so stark erwartet?

Jens Härtel: Natürlich wünscht man sich so einen Auftritt, aber erhofft hatte ich mir das nicht, und wissen kann man das erst recht nicht. Es muss eben alles mitspielen, und heute hat alles gepasst. Sie haben uns ein Stück unterschätzt, wir haben einhundert Prozent gegeben und hatten auch noch Glück dazu. Und wenn diese drei Komponenten zusammenkommen, dann kann man im DFB-Pokal auch eine Runde gegen einen Bundesligisten weiterkommen.

Wie beurteilen Sie die Leistung von Hoffenheim?

Jens Härtel: Sie haben nicht so giftig und aktiv gespielt, wie sie spielen können. Aber wir mussten trotzdem immer auf der Hut sein, sie hatten auch ihre Möglichkeiten. Und wenn sie eine davon nutzen, läuft so ein Spiel ganz anders. Wenn man aber nicht voll fokussiert ist und denkt, das wird schon von alleine gehen, das geht dann eben nicht.

Was bedeutet dieser Erfolg für den gesamten Verein?

Jens Härtel: Man ist jetzt deutschlandweit auf einmal im Fokus, wo wir ja sonst hier in Berlin auch nur einen Schattendasein führen. Die Mannschaft hat sich das verdient, weil sie sehr hart gearbeitet hat.

Wie wäre es in der zweiten Pokalrunde mit einem Berliner Derby gegen Hertha BSC oder Union?

Jens Härtel: Sehr gern. Dann ist das Stadion auch voll. Heute hatten wir leider nur 1400 Zuschauer und jeder, der nicht da war, sollte es eigentlich bereuen, dass er das Spiel nicht live gesehen hat.

Wer ist denn ihr Wunschgegner?

Jens Härtel: Als ehemaliger Spieler von Union hätte natürlich so ein Derby seinen Reiz.

Bei ihren Spielern stehen Dortmund und Bayern hoch im Kurs.

Jens Härtel: Das wäre natürlich auch was, ohne Frage. Wenn man sich mal gegen die Weltstars messen kann, das wird man nie vergessen. Das brennt sich bei den Jungs ein, davon können sie noch ihren Enkeln erzählen. Schon mit ihrem Spiel heute, haben sie ihren Stempel aufgedrückt. Das kann ihnen keiner mehr nehmen.

Warum gehen Sie mit der Mannschaft nach so einem Erfolg nicht zusammen feiern?

Jens Härtel: Da wäre ich eher die Spaßbremse, die will ich nicht sein. Das habe ich noch nie so gehalten, dass ich bei solchen Feiern zugegen war und das werde ich auch weiter so machen. Die Party wird nur halb so gut, wenn der Trainer mitkommt.

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