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EXKLUSIV - Der erfahrene Offensivspieler sprach vor dem DFB-Pokalspiel der Alemannia aus Aachen gegen Borussia Mönchengladbach mit Goal.com.

Aachen. Der DFB-Pokal hat bekanntlich seine eigenen Gesetze und schreibt seine eigenen Geschichten. Endlich ist es wieder soweit und der Ball rollt in Deutschland. Mit Sascha Rösler wollte sich am Ende der vergangenen Saison eigentlich ein echter Charakter vom aktiven Sport zurückziehen. Doch es kam das Angebot von Alemannia Aachen und der 34-Jährige entschied sich für den Rücktritt vom Rücktritt. Nun trifft er im Pokal auf seinen Ex-Klub Borussia Mönchengladbach.

Mit den „Fohlen“ schaffte Rösler 2008 den Aufstieg in die Bundesliga. Doch nach nur einem halben Jahr im Oberhaus trennten sich die Wege des Blondschopfes und der Borussia wieder. Vor dem Wiedersehen im DFB-Pokal sprach Rösler im exklusiven Goal.com-Interview über sein zweites Engagement bei der Alemannia und das Duell am Samstag gegen die Elf vom Niederrhein.

Herr Rösler, Sie spielten bereits zwei Jahre (2005-2007) für die Alemannia. Welche Erinnerungen haben Sie an die damalige Zeit und was hat sich verändert?

Sascha Rösler: Seitdem hat sich nicht viel verändert. Damals war ja noch Jörg Schmadtke der Manager, der eigentlich schon damals, als es Aachen nicht gut ging, etwas aufgebaut hat mit DFB-Pokal und Europa League. Der gravierendste Unterschied ist, dass wir nicht mehr am Tivoli spielen, sondern ein neues Stadion haben. Aber sonst, denke ich, hat sich nicht so viel verändert.

Die 3. Bundesliga ist ja ein relativ hartes Pflaster. Wie sind sie persönlich in die Liga gestartet?

Sascha Rösler: Hartes Pflaster ist genau der richtige Ausdruck. Die Mannschaften dort kommen alle über den Kampf. Fußballerisch ist es sicher anders als in der 2. Bundesliga. Es kommen viele lange und einfache Bälle. Ich denke, wir sind solide gestartet, hatten sicherlich jetzt mit dem Spiel gegen Offenbach einen Rückschlag. Da hatten wir uns schon erhofft zu Hause gewinnen zu können. Deswegen ist es eigentlich schade, denn mit elf Punkten haben wir für unsere Liga einen sehr guten Saisonstart gehabt. Aber es war uns schon vorher klar, dass es nicht so einfach wird mit der komplett neu zusammengestellten Mannschaft. Das muss sich alles erst noch finden und viele müssen sich noch an die Liga gewöhnen. Deswegen hoffe ich, dass wir das mit ein bisschen mehr Zeit in den Griff kriegen.

In dieser neu zusammengestellten Mannschaft sind sie eine der Führungspersönlichkeiten. Wie wichtig sehen Sie sich in Ihrer Rolle?

Sascha Rösler: Es ist natürlich eine wichtige Rolle, aber dafür haben sie mich auch nach Aachen geholt, dass ich hier vorneweg marschiere und den jungen Spielern zeige, wie es funktioniert. Andererseits haben wir mit Thomas Stehle, Seyi Olajengbesi, Albert Streit, Aimen Demai und Michael Melka auch noch andere erfahrene Spieler, die genauso wissen wie es funktioniert und die vorangehen. Von daher müssen wir es uns aufteilen.

Wie schätzen Sie denn ihre Chancen gegen Gladbach am Samstag ein? Was muss passieren, damit Aachen die Überraschung schaffen kann?

Sascha Rösler: Wir müssen einfach unseren besten Tag erwischen und eine absolute Bestleistung abrufen. Gleichzeitig müssen wir hoffen, dass Gladbach nicht seinen besten erwischt. Dann ist auf jeden Fall eine Chance da, dann wären wir bestimmt auf Augenhöhe und mit dem Publikum im Rücken wäre einiges möglich. Aber es muss schon ein perfekter Tag für uns sein.

Sind Sie in irgendeiner Art beeindruckt von den Transferaktivitäten der Gladbacher? Bekommt man das mit oder ist die Borussia sowieso ein Traumlos? Verlieren kann ja eigentlich nur der Erstligist…

Sascha Rösler: Erstens ist es für uns natürlich ein Traumlos, es ist ein Derby. Für uns ist es ein Riesenhighlight und auch für die Fans. Sicherlich bekommt man es mit, dass die Gladbacher für viel Geld neue Spieler gekauft haben, andererseits müssen die sich auch erst einmal finden und einschlagen. Das beeindruckt uns in der Hinsicht jetzt nicht. Aber wir wissen natürlich schon, dass die Gladbacher ein überragendes Jahr hatten und zu den besten Mannschaften in Deutschland gehörten.

Sascha Rösler bewies auch während seiner Zeit bei der Borussia Auge

Woran erinnern Sie sich denn noch gerne an Ihre Zeit in Mönchengladbach?

Sascha Rösler: Prinzipiell der Aufstieg. Ich bin ja damals auch hingekommen da war Gladbach gerade abgestiegen. Es war nicht gerade leicht und es war sehr negativ im Umfeld bei den Fans, doch wir hatten mit Jos Luhukay einen sehr guten Trainer, der die Ruhe behalten hat und auch wieder etwas aufgebaut hat. Wir hatten auch dort ein paar Jungs, die angepackt haben und voranmarschiert sind. Deswegen sind wir zum Schluss auch als Erster aufgestiegen nach einem super Jahr. Das ist als Absteiger auch nicht selbstverständlich, daher war es eine super Sache.

Als Drittligist ist der DFB-Pokal die große Bühne. Was ist denn für Sie das Besondere am Pokal? Was ist das besondere Flair?

Sascha Rösler: Besonders ist am Pokal, dass im Spiel die Entscheidung fällt. Es gibt kein Unentschieden, es gibt kein Geplänkel oder Abtasten, sondern es geht darum, weiterzukommen. Deswegen muss auch jeder in dem Spiel jeder auf den Punkt da sein. Das Besondere am Pokal ist natürlich auch, dass unterklassige Vereine dann die Bundesligamannschaften ärgern, dass es Überraschungen gibt.

Sind denn diese Pokal-Fights wie geschaffen für Spielerpersönlichkeiten wie Sie, die den Sieg wollen? Wie ausschlaggebend ist das auf dem Platz?

Sascha Rösler: Klar ist das schön, wenn die Hütte voll ist und die Fans da sind. Aber das Spiel muss dann natürlich immer erst gespielt werden. Man muss sehen, wie man selber reinkommt. Diese gewisse Aggressivität muss man sich erst einmal erarbeiten. Natürlich ist es eine schöne Bühne für uns. Andererseits müssen wir uns keinen Kopf oder unnötigen Druck machen, etwas Besonderes zu leisten. Das wäre sicherlich der falsche Weg. Wir müssen einfach versuchen, unser Spiel durchzuziehen, aggressiv sein und es den Gladbachern so schwer wie möglich zu machen, zu Torchancen zu kommen. Dann wird es für die auch nicht so einfach wenn die merken, dass sich die andere Mannschaft wehrt. Das kenne ich selber aus eigener Erfahrung. Unterklassige Mannschaften die wehren sich und sind gallig, dann ist das eklig für dich.

BORUSSIA M'GLADBACH
CL-QUALIFIKANT
DIE SAISON-VORBEREITUNG
Ergebnis
SSVg Velbert - BMG
 0:6
Preußen Münster - BMG
0:3
BMG - Birmingham City
 2:2
1860 München - BMG
 2:4
VfL Bochum - BMG
1:4
BMG - FC Sevilla
 0:0
Norwich City - BMG
0:2

Sie wollten eigentlich Ihre Karriere beenden, nachdem der Vertrag bei Fortuna Düsseldorf ausgelaufen war. Haben Sie noch Abschiedsschmerz, denn Sie hatten dort ja auch eine großartige Zeit? Und was trauen Sie der Fortuna in der neuen Saison zu?

Sascha Rösler: Abschiedsschmerz ist jetzt übertrieben, aber es waren natürlich schon zwei besondere Jahre und eine richtig schöne Zeit. Es ist ja klar, dass du dich da gerne daran erinnerst, auch mit dem Aufstieg. Ich freue mich auch, wenn ich mal zu den Spielen gehen kann und es mir im Stadion anschauen kann. Ich denke für die Mannschaft geht es in diesem Jahr nur um den Klassenerhalt, das traue ich der Fortuna aber auch zu. Mit den Fans im Rücken, das hat uns in den vergangenen zwei Jahren in der 2. Bundesliga ausgezeichnet, hatten wir so eine Heimstärke, ich glaube da kann man viele Mannschaften auch ärgern, die eigentlich besser sind. Wenn sie dann zu Hause ihre Punkte holen, haben sie eine gute Chance, den Klassenerhalt zu schaffen.

Was schätzen Sie denn für das Spiel am Samstag?

Sascha Rösler: Im Endeffekt ist es immer schwer zu sagen, es wird viele über die Tagesform entschieden. Es gibt auch Spielverläufe, da kann man vorher nie sagen wie so etwas im Endeffekt läuft. Der Schiedsrichter spielt auch noch eine Rolle. Aber ich hoffe einfach, dass wir es so eng wie möglich machen können und die Fans ein richtiges Spektakel geboten bekommen. Wenn wir dann auch noch das glückliche Ende für uns haben, wäre das natürlich überragend.

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