thumbnail Hallo,

EXKLUSIV - Drei Dinge müssen zusammengekommen, dann sei eine Pokal-Sensation gegen 1899 Hoffenheim vielleicht möglich. Das sagt Jens Härtel, Trainer vom Berliner AK 07.

Berlin. Letztendlich ist es für die Kleinen wie immer, wenn man in der ersten Runde des DFB-Pokals auf einen Klub aus der Bundesliga trifft: Man hat keine Chance, die will man aber nutzen. So auch der Regionalligist Berliner AK 07 im Spiel gegen 1899 Hoffenheim am Samstag. Die von Markus Babbel, für den es zu einem Wiedersehen mit seiner ehemaligen Wahlheimat Berlin kommt, trainierten Hoffenheimer gelten als haushoher Favorit. Doch vorher geschlagen geben will man sich laut BAK-Trainer Jens Härtel nicht.

Es gibt eine Chance


„Eine Chance gibt es immer, aber die ist natürlich äußerst gering und es müssen schon ein paar Sachen zusammenkommen“, sagte Härtel im exklusiven Gespräch mit Goal.com. „Sie dürfen uns nicht ganz ernst nehmen und müssen uns ein Stück unterschätzen, das ist Nummer eins. Das Nächste ist, dass wir einhundert Prozent abliefern müssen. Und zu guter Letzt gehört auch eine Menge Glück dazu, dass man als Regionalligist einen Bundesligisten aus dem Pokal werfen kann. Da muss schon viel passieren.“ Für den Berliner Amateur-Klub ist es schon ein großer Erfolg, überhaupt wieder dabei zu sein.

Vor zwei Jahren gegen Mainz

Vor zwei Jahren gelang dieses Kunststück schon einmal. Nach dem Gewinn des Berliner Landespokals reiste Mainz 05 in der ersten Pokalrunde in die Hauptstadt. Der bis dahin größte Erfolg in der Vereinshistorie. Die Berliner waren bemüht und spielten lange Zeit gut mit, am Ende siegten die kräftemäßig überlegenen Mainzer jedoch mit 2:1. Für den Verein und den jetzigen Trainer spielt das alles aber keine Rolle mehr. „Das ist jetzt zwei Jahre her und betrifft uns nicht mehr so sehr. Das war für die Jungs damals sicherlich ein tolles Erlebnis, aber jetzt müssen wir uns auf das konzentrieren, was aktuell ansteht“, erklärte Härtel. Und das heißt 1899 Hoffenheim. Härtel, der als Spieler für den Lokalrivalen Union Berlin gespielt hat, wird seine Mannschaft akribisch auf die Partie gegen die Babbel-Elf vorbereiten.



Die Möglichkeiten sehen

„Wo es Möglichkeiten gibt, sich auf den Gegner einzustellen, werden wir dies auch tun“, erklärte Härtel. Ein Vorteil ist vielleicht, dass der BAK schon ein Pflichtspiel in der Regionalliga absolviert hat, während Hoffenheim noch in der Vorbereitung steckt. „Das ist immer von Vorteil, wenn man schon den Rhythmus hat, aber ich denke nicht, dass das so schwer wiegt. Wir müssen auf uns gucken und versuchen, unsere Möglichkeiten zu sehen.“ Seit der Saison 2011/12 spielt der Berliner AK in der Regionalliga, die letzte Saison beendete der Aufsteiger auf Rang sieben. Ein großer Erfolg für den Klub und Trainer Jens Härtel, der seit knapp über einem Jahr den BAK trainiert.

Keine Angst haben

Härtel wurde dafür als Berlins Amateurtrainer des Jahres ausgezeichnet. Er weiß also, wie er seine Mannschaft auf die Stars um Tim Wiese und Eren Derdiyok einzustellen hat. „Wir machen das genau so, wie wir das auch sonst in der Saison handhaben. Es wird eine Gegnerbesprechung geben, dann werden wir ein paar Videos sehen - die Mannschaft soll einen Eindruck davon bekommt, was sie erwartet, was Hoffenheim gut kann und wo sie manchmal Probleme kriegen. Da werden wir drauf hinweisen“, sagte Härtel zu Goal.com. „Ansonsten dürfen sie einfach keine Angst haben. In so einem Spiel gibt es immer eine Chance, und die wollen wir versuchen zu nutzen.“


„Wir sind krasser Außenseiter, können mit der Rolle aber ganz gut leben.“
- BAK-Trainer Jens Härtel


Die Nummer drei


In Berlin wird der Berliner AK, nach Hertha BSC und Union Berlin, schon als dritter großer Klub gesehen. Für Härtel verständlich, doch es sei in den kommenden Jahren noch ein weiter Weg nach oben. „Das ist ja nicht wegzudiskutieren. Wir sind schon die dritte Mannschaft, aber andere Vereine investieren viel. Es liegt natürlich auch am Verein, noch ein paar Schritte weiterzugehen und den Verein zu entwickeln, damit der BAK auch dauerhaft die Nummer drei sein kann. Das eine ist das Sportliche, das andere muss dann natürlich nachziehen“, erläuterte Härtel.

Krasser Außenseiter

Die nähere Zukunft heißt aber zunächst 1899 Hoffenheim. Hier will der Berliner AK versuchen, eine Überraschung zu landen und die Pokal-Sensation zu schaffen. „Wir sind krasser Außenseiter, können mit der Rolle aber ganz gut leben“, sagte Jens Härtel abschließend. „Wir freuen uns einfach auf das Spiel. Wenn wir hier sonst einen Bundesligisten begrüßen wollten, müssten wir eine Menge Geld in die Hand nehmen, das können wir nicht. Hoffenheim kommt umsonst, das ist ein Pflichtspiel – herzlich Willkommen in Berlin, Hoffenheim.“

EURE MEINUNG: Gelingt dem Berliner AK am Ende die große Überraschung?
Bleibe am Ball und sei Teil des größten Fußball-Netzwerkes der Welt: Folge Goal.com auf oder werde Fan von Goal.com auf !

Dazugehörig