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EXKLUSIV - Seit nunmehr einem Jahr spielt Torsten Frings beim FC Toronto in der amerikanischen Fußball-Liga MLS. Im Interview spricht er über Beckham und seinen Ex-Klub Bremen.

Berlin. Vor fast genau einem Jahr hat Torsten Frings Deutschland und die Bundesliga verlassen. Der Mittelfeldmotor wechselte in die amerikanische Fußball-Liga MLS und spielt seit dem beim FC Toronto. Frings hat sich in Toronto schnell zurechtgefunden und wurde zum absoluten Führungsspieler.

Seinen Ex-Klub Werder Bremen hat er aber noch lange nicht vergessen. Frings hält den Umbruch, den Werder diesen Sommer vollzogen hat, für völlig richtig und hofft, dass die Grün-Weißen bald wieder international spielen. Das erklärte der 35-Jährige im Interview mit Goal.com, in dem er außerdem über David Beckham und seine Zeit nach seiner Spielerkarriere sprach.

Der Fußball ist in Nordamerika momentan die am schnellsten wachsende Ballsportart. Wie wirkt sich das aus?

Torsten Frings: Es werden die notwendigen Veränderungen vorangetrieben. Hier in Toronto wurde beispielsweise dieses Jahr das modernste Trainingscamp Nordamerikas fertiggestellt, was insbesondere auch der Nachwuchsförderung dient. Dafür wurden viele Millionen Dollar investiert, was auch die Ernsthaftigkeit der Verantwortlichen zeigt. Dazu kommen viele volle Stadien und stetig neue Fanclubs. Der Fußball ist im Gegensatz zu Baseball, Football und Basketball noch erschwinglich. Im Baseball sind bei einer Familie schnell mal ein paar hundert Dollar weg.

Es gab die Idee, dass Sie David Beckham als „Gesicht der MLS“ ablösen sollen. Wie kam es dazu und warum wurde daraus nichts?

Torsten Frings: Es war damals nicht klar, ob David Beckham in der Liga bleibt oder zurück nach Europa geht. Für mich kam das aber nicht in Frage, da ich nicht so in den Mittelpunkt gestellt werden wollte – ich musste mich zum damaligen Zeitpunkt ja auch erst einmal eingewöhnen.


 
Wie würden Sie den sportlichen Wert des US-Fußballs beurteilen?

Torsten Frings: Er ist auf einem guten Weg und verbessert sich stetig. Das sah man zuletzt auch am Sieg der MLS gegen den Champions-League-Sieger Chelsea – auch wenn es nur ein Pre-Season-Test war. Insbesondere im Nachwuchsbereich muss angesetzt und die Strukturen verbessert werden.

Wie schätzen Sie die Duelle gegen Thierry Henry und David Beckham ein? Ist das in Ihren Augen noch internationales Niveau?


Torsten Frings: Es macht immer wieder Spaß, gegen andere DP´s (Designated Player, Anmerk. d. Red.) zu spielen, und sie machen nach wie vor oftmals den Unterschied in ihren Teams. Insbesondere, weil ihre Mitspieler auch an ihnen wachsen können – gerade die jüngeren Spieler können sich viel abgucken und lernen.


„Der Umbruch bei Werder war notwendig. Ich hoffe, dass Bremen es wieder in die internationalen Ränge schafft, denn da gehört der Verein einfach hin!“

- Torsten Frings

Haben Sie derzeit Kontakt zu Arne Friedrich, der auch in der MLS, bei Chicago Fire, spielt?

Torsten Frings: Nein. Wir haben jedoch mal miteinander gesprochen. Und immer wenn es gegen Chicago geht, bietet sich ja die Gelegenheit.

Was halten Sie von dem Umbruch bei Ihrer alten Liebe Werder Bremen? Was trauen Sie dem Klub zu?

Torsten Frings: Der Umbruch war notwendig und ich hoffe, die Fans geben dem Team etwas Zeit, sich zu finden. Ich verfolge das aufmerksam, habe auch Kontakt zu Klaus Allofs – wir haben erst kürzlich wieder telefoniert. Es ist richtig, sich für die Zukunft aufzustellen. Wie die Neuen einschlagen, wird man sehen. Ich hoffe, dass Bremen es wieder in die internationalen Ränge schafft, denn da gehört der Verein einfach hin!

VIP-Lounge und Hospitality ist ein großes Thema in Deutschland. Wie spielt sich das hier ab?

Torsten Frings: Alles etwas kleiner, lockerer und bodenständiger. Auch gibt es hier keine hunderte Logen – eher eine oder zwei. In der Director´s Lounge ist zum Beispiel das Buffet viel kleiner als in einer vergleichbaren Loge in Deutschland und es gibt eher auch Pizza und Hot Dog – die Leute mögen es und fühlen sich wohl. Aber auch hier sieht man die Entwicklungen. Gab es die Pizza letzte Saison noch aus dem Karton, ist nun ein Wärmeofen auf dem Buffet.

Viele Fans fragen sich, ob Sie schon Pläne für eine Zeit nach Ihrer aktiven Karriere haben? Werden Sie dem Fußball treu bleiben und womöglich sogar zurück nach Bremen gehen?


Torsten Frings: Ich werde dem Fußball bestimmt treu bleiben. Und bekannt ist ja auch, dass ich mir gut vorstellen könnte, in die Trainerarbeit einzusteigen. Am liebsten natürlich bei Werder Bremen. Es wäre schön, meine Erfahrung und mein Wissen an die Jugend weitergeben zu können.

In exklusiver Zusammenarbeit mit presented by (hier das komplette Interview mit Torsten Frings lesen).

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