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EXKLUSIV - Ein Abwehrspieler der besonderen Art: Philipp Wollscheid über seine außergewöhnliche Entwicklung, Ziele und virtuelle Fußball-Spiele.

Leverkusen. Vor drei Jahren in Saarbrücken, jetzt ruft Europa: Philipp Wollscheid feierte beim 1. FC Nürnberg den Durchbruch und will mit Bayer 04 Leverkusen weiter durchstarten. Kurz vor dem Saisonstart stand er Goal.com Rede und Antwort.

Herr Wollscheid, welche Eindrücke haben Sie bisher vom neuen Verein? Kam der Wechsel zur richtigen Zeit?

Philipp Wollscheid: Das sind bisher positive Eindrücke, ganz klar. Natürlich bin ich davon überzeugt, dass der Wechsel der richtige ist, das ist nach wie vor so. Ich denke, wir werden eine sehr ordentliche Saison spielen, in der Vorbereitung sind wir bisher auch sehr gut, da sind wir alle sehr guter Dinge.

Warum haben Sie sich für Leverkusen entschieden? Angeblich sollen ja der BVB und die Bayern auch an einer Verpflichtung interessiert gewesen sein.

Philipp Wollscheid: Leverkusen war aus meiner Sicht der richtige Schritt für mich zu dem Zeitpunkt. Ich denke, dass ich hier am besten zur Entfaltung kommen und weiter auf hohem Niveau spielen kann und auch meine Einsatzzeiten bekommen werde.

Was sind Ihre Ziele in Leverkusen? Vor zwei Jahren haben Sie noch in der zweiten Mannschaft des 1. FC Nürnberg gespielt, nun heißt das Minimalziel Europa League. Wie gehen sie mit der Situation um?

Philipp Wollscheid: Es hat sich ja nichts verändert, wir spielen immer noch Fußball, auch wenn ich jetzt teilweise gegen andere Mannschaften spiele. Ich freue mich auf die neuen Aufgaben, die jetzt kommen.

Alles zu Bayer 04 Leverkusen!

Welche Erfahrungen nehmen Sie aus Ihrer Zeit in Nürnberg mit?

Philipp Wollscheid: Es ist ja bekannt, dass das meine erste Profistation war. Ich habe da sehr, sehr viel mitgenommen und gelernt, wie das Geschäft läuft.
„Wenn ich das nicht könnte, würde ich nicht auf diesem Niveau spielen

Ihr Werdegang unterscheidet sich von vielen anderen Nachwuchsspielern. Vor drei Jahren deutete nichts darauf hin, dass sie einmal in der Bundesliga oder international spielen. Sie haben bisher nur ein Spiel für die deutsche U20-Auswahl bestritten, an keinen DFB-Maßnahmen teilgenommen und trotzdem in kurzer Zeit den Durchbruch geschafft. Was sind die Vor- und Nachteile einer solchen Entwicklung?

Philipp Wollscheid: Ob das zum richtigen Zeitpunkt den Unterschied macht, glaube ich nicht großartig. Ich muss mich dem Niveau anpassen, sonst hätte ich die Chance nicht bekommen. Ich denke, dass ich die Anforderungen erfülle. Ich muss anfangen, die Zeit nachzuholen, die ich vorher versäumt habe. Wenn ich das nicht könnte, würde ich nicht auf diesem Niveau spielen.

Wann war Ihnen klar, dass mehr als der 1. FC Saarbrücken möglich ist?

Philipp Wollscheid: Ich denke, in der Zeit am Ende beim 1. FC Saarbrücken, wo ich öfter gespielt habe. Ich habe den Eindruck gewonnen, dass ich mich nicht verstecken muss, hatte auch einige Ex-Profis in der Mannschaft und auch als Gegner, da habe ich mir gedacht: „Also, wieso nicht – probieren kann man es mal, mal schauen, was geht.“ Dazu kam, dass ich durch Guido Nickolay (Spielerberater, Anm. d. Red) ein Probetraining bei Nürnberg bekommen habe, so lief es dann.

Wie schätzen Sie Ihre Chancen auf einen Stammplatz ein?

Philipp Wollscheid: Ich will schauen, dass ich gut durch die Vorbereitung durchkomme und dann mal sehen. Ich gehe davon aus, dass ich dabei bin und meine Einsatzzeiten kriegen werde, bis jetzt sieht es ganz gut aus. Aber mein Hauptaugenmerk liegt darauf, fit zu sein und die Vorbereitung zu überstehen, dann wird man sehen.

Wie geht die Mannschaft mit dem ganzen Trubel um Bender und Schürrle um? Ist das ein Thema im Team?

Philipp Wollscheid: Nö, gar nicht so. Man bekommt das natürlich mal über die Zeitung mit, wenn man sie mal aufschlägt, aber im Team nicht. Das sind mit Sicherheit sehr wichtige Spieler für uns und zumindest ich gehe davon aus, dass da nichts passieren wird. Das war überhaupt kein Thema bei uns.



Einige Bundesligaspieler äußerten nun öfter den Wunsch, in der Premier League zu spielen. Teilen sie diesen Traum oder bevorzugen Sie eine andere Liga?

Philipp Wollscheid: Deutschland ist eigentlich sehr schön, natürlich hat England auch seinen Reiz, aber so weit kann man im Fußball sowieso nicht planen. Grundsätzlich bin ich offen für alles, aber ich konzentriere mich jetzt auf die aktuelle Saison.

Gab es bereits einen Anruf von Joachim Löw?

Philipp Wollscheid: Nein.

Ist die WM 2014 ein realistisches Ziel für Sie oder wäre das noch zu früh?

Philipp Wollscheid: Da kann viel passieren, natürlich hat man das im Hinterkopf. Ich will mich jetzt im Verein ordentlich präsentieren, dann wird die Chance früher oder später auch kommen, ansonsten will ich mich damit nicht großartig beschäftigen. Ich bin jetzt in einem Verein, wo man die Chance bekommen kann, aber ich muss erst einmal hier gut spielen.

Würden Sie sich bei Comunio kaufen?

Philipp Wollscheid: Wieso nicht, es ist immer cool, wenn man sich irgendwo selbst spielen oder kaufen kann, auf der Play Station oder sonst wo, das macht wahrscheinlich jedem Spaß.

Sie können ja den Marktwert mit guten Leistungen steigern...

Philipp Wollscheid: (lacht) Klar würde ich mich dann kaufen!

EURE MEINUNG: Wird sich Philipp Wollscheid in Leverkusen durchsetzen?
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