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Raffaels kleiner Bruder richtet's: Ronny rettet Herthas Auftakt

EXKLUSIV - Raffael ist weg, schon holt der kleine Bruder die Kohlen aus dem Feuer: Gegen Paderborn sicherte Ronny den Punkt. Nach dem Spiel sprach der Mann des Abends mit Goal.com.

Berlin. Viel ist geschrieben worden über den Abgang von Hertha BSCs Kreativkopf Raffael. Wohin es ihn ziehen würde, wie viel Hertha für ihn noch kriegen würde, wie wichtig er für die Mannschaft war – gelegentlich wurde um Raffaels Wechsel nach Kiew auch sein Bruder Ronny erwähnt, der Raffael vor zwei Jahren in die deutsche Hauptstadt folgte. Zum 2:2-Saisonauftakte von Hertha BSC gegen den SC Paderborn 07 trat Ronny schon mal einen Schritt weit aus dem Schatten seines großen Bruders.

Ronny prägt Spiel Eins der Post-Raffael-Zeit

Der Mann, dessen Name alleine ihn für einen Verbleib in der Hauptstadt prädestinierte, avancierte mit einem Tor und einer Vorlage innerhalb einer halben Stunde zum Man of the Match und sicherte den Berlinern einen Punkt. In der Vorbereitung spielte Ronny mehrmals im defensiven Mittelfeld, zum Saisonauftakt gegen Paderborn schickte Jos Luhukay allerdings Peter Niemeyer, Fabian Lustenberger und Per Kluge ins Rennen. Ronny kam wie meistens in den letzten beiden Jahren von der Ersatzbank, wurde gemeinsam mit Adrian Ramos in der Mitte der zweiten Halbzeit beim Stand von 0:1 eingewechselt und schoss die Hauptstädter zum Ausgleich.

Südamerikanische Co-Produktion: Ramos legt auf, Ronny zieht ab

Nach Vorarbeit von Ramos legte sich der Brasilianer den Ball an der Strafraumgrenze auf den schwächeren rechten Fuß und zog wuchtig zum 1:1 ab. In der 79. Minute hätte Ronny sich fast revanchiert: Den Kopfball nach seinem Freistoß setzte Ramos aber knapp neben den Pfosten. Durch einen fragwürdigen Elfmeter zur erneuten Paderborner Führung wäre Berlins Einstand in Liga zwei fast schief gegangen. Ronnys Klebe zahlte sich bei einem Freistoß zwei Minuten vor Schluss aber erneut aus: Den scharfen Schuss konnte SC-Keeper Kruse nicht kontrollieren, Allagui staubte den Ball zum Ausgleich ab.

Herthas erstes Tor der neuen Saison: ein Distanzschuss. In der gesamten vergangenen Spielzeit konnte die „alte Dame“ kein Tor von außerhalb des Strafraums erzielen. Dabei ist Ronnys starker Schuss kein Geheimnis: Für Sporting Lissabon schoß er einst ein Tor, das mit an die 210 Stundenkilometer gemessen wurde - angeblich eines der schnellsten je geschossenen Tore. Im Abstiegskampf war der Brasilianer noch am nächsten dran an Herthas erstem Distanztor, aber Glanzparaden oder der Pfosten verhinderten den Einschlag. Dieses Mal saß gleich der erste Schuss. Die Anweisung, öfter mal draufzuhalten, gab es schon früher. „Und ich werde weiter daran arbeiten“, erklärte Ronny nach dem Spiel exklusiv gegenüber Goal.com.



Überbewerten wollte der 26-Jährige seinen erfolgreichen Kurzauftritt aber nicht, machte sich nach dem Spiel als erster auf dem Weg zu den Kabinen. Den Treffer habe er seiner Familie gewidmet, dann dachte Ronny schon an die nächste Woche: „Wir müssen unter der Woche weiter hart arbeiten und an das nächste Spiel denken. Wir brauchen drei Punkte“, betonte er. Seinen Bruder Raffael vermisst er zwar und werde ihn anrufen, aber er hofft auch, „dass er mit seinem neuen Team glücklich wird“, so Ronny.

Luhukay lobt: „Er hat Akzente gesetzt und einen hervorragenden Ausgleich gemacht“

Eine anspruchsvolle Saison liegt vor den aufstiegsambitionierten Berlinern. Eine, in denen die Qualitäten des schussstarken und technisch versierten Südamerikaners nochmal zum wichtigen Baustein für das Projekt Wiederaufstieg werden könnten. Ob es aber für einen Stammplatz im mit hochkarätig besetzten Mittelfeld reicht, wird sich erst noch zeigen. In der vergangenen Bundesligasaison kam Ronny vorwiegend von der Bank. Seit er vor zwei Jahren nach Berlin kam, sind nicht wenige der Meinung, dass der hoch veranlagte Techniker sein volles Potential zu selten abgerufen hat. Vom früheren Trainer Markus Babbel setzte es einst eine verbale Schelte, wegen zu vieler Pfunde.

Ronny sah dem Thema um Position und Einsatzzeiten eher gelassen entgegen: „Ich arbeite einfach weiter – und der Trainer stellt mich dann auf, wie er es für richtig hält“, erklärte er exklusiv gegenüber Goal.com abschließend. Sein Tor und der Assist waren schonmal ein Empfehlung. Jos Luhukay zeigte sich mit dem Auftritt des oft kritisierten Ballkünstlers jedenfalls angetan: „Er hat Akzente gesetzt und einen hervorragenden Ausgleich gemacht“, sagte der frühere Augsburg-Coach nach dem Spiel.

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