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EXKLUSIV - Er war mitverantwortlich für die beste Saison in der Vereinsgeschichte: Paderborns Lukas Kruse weiß nun um die hohe Hypothek der Ostwestfalen.

Paderborn. Der SC Paderborn war in der abgelaufenen Spielzeit die absolute Überraschungsmannschaft der zweiten Bundesliga. Erst am letzten Spieltag verpasste das Team aus Ostwestfalen den möglichen Aufstieg in die Bundesliga. Vor der spannenden neuen Saison sprach Goal.com mit SCP-Keeper Lukas Kruse über Saisonziele und persönliche Themen.

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Im Vorfeld der abgelaufenen Spielzeit war der SC Paderborn als ein ganz heißer Abstiegskandidat gehandelt worden. Nur wenige Monate später staunte ganz Fußball-Deutschland über den kleinen Klub aus der 100.000-Einwohner-Stadt. Mit Blick auf die herausragenden Resultate bemerkte Lukas Kruse gegenüber unserer Seite nicht ohne Stolz: „Wir haben eine sehr gute Serie gespielt und das beste Ergebnis in der Vereinsgeschichte erzielt.“

Lange Zeit dirigierte der reaktionsschnelle Torwart seine Abwehr gekonnt und lautstark. Erst zum Saisonende, besonders am letzten Spieltag beim 0:5 gegen den FC St. Pauli, erlebten die Paderstädter ihr Waterloo und vermiesten damit ihre glänzende Gegentorbilanz. 42 Gegentreffer standen schließlich zu Buche. Der 28-Jährige Schlussmann, den viele Fachleute zu den besten Keepern der letzten Saison zählten, meinte bescheiden: „Die Defensive hat in den meisten Spielen gut gestanden und ich freue mich, dass ich meinen Beitrag dazu leisten konnte.“



„Guter Start wäre wichtig"

Oft steigt das Selbstbewusstsein parallel zu den sportlichen Erfolgen. „Natürlich können wir mit gewachsenem Selbstvertrauen in die neue Saison starten. Aber wir müssen dies auch mit Leistung bestätigen“, fordert Kruse eine breite Brust und neuen Ehrgeiz gleichermaßen. Sicherlich werden nun auch die Ansprüche enorm steigen, denn der fünfte Platz in der Vorsaison hat Begehrlichkeiten geweckt. Eine Euphorie ist in den ersten Wochen an der Pader schon erkennbar gewesen. Kruse hofft auf die ersten Spiele: „Es wird natürlich schwer, das überragende Ergebnis der vergangenen Serie zu wiederholen. Ein guter Start wäre wichtig, um eine erfolgreiche Saison zu spielen.“

Mit Spielern wie Enis Alushi, den es nach Kaiserslautern zieht, den Abwehrspielern Sören Gonther und Florian Mohr, die nach St. Pauli wechseln, Sören Brandy, der zum MSV Duisburg und vor allem 17-Tore-Mann Nick Proschwitz verlieren die Domstädter absolute Leistungsträger, die nur schwer zu ersetzen sind. Trotzdem ist das Urgestein optimistisch: „Einige Spieler sind nicht einfach zu ersetzen. Aber wir haben gute Neuzugänge bekommen, zumeist junge deutsche Spieler mit viel Entwicklungspotenzial.“ Er drückt zugleich seine Hoffnung in Bezug auf die Neuzugänge aus: „Dass sie sich möglichst schnell in Paderborn akklimatisieren und die Abgänge gleichwertig ersetzen.“

Das Paderborner Urgestein

In Paderborn geboren, bis auf wenige Unterbrechungen nur für SCP gespielt: Bis 1995 kickte der Publikumsliebling beim TSV Tudorf und Rot-Weiß Alfen, bevor er 1995 im Alter von zwölf Jahren sich der Jugendabteilung des SC Paderborn angeschlossen hat. Im Jahr 2001 erlebt er im Alter von 18 Jahren sein Debüt in der ersten Mannschaft in der Regionalliga. Kein Wunder, dass er seine enge Verbundenheit betont: „Selbstverständlich habe ich ein spezielles Verhältnis zum SC Paderborn 07, bei dem ich mit kurzen Unterbrechungen seit der C-Jugend spiele. Diese Verbindung wurde auch dadurch gestärkt, dass ich mit dem Verein schon viel erlebt habe.“

Die besondere Beziehung zu den Fans ist beim Eigengewächs  sehr stark ausgeprägt. Der bodenständige Kruse verrät Goal.com seine Beziehung zu der Paderborner Fanszene: „Es gibt einige persönliche Kontakte, aber keine engen Beziehungen. Grundsätzlich hat sich unsere Fanszene sehr positiv entwickelt. Wir freuen uns sehr über die größer gewordene Unterstützung von den Rängen.“ Zur Lösung der Fanproblematik - samt Platzstürmen und Pyro-Diskussion - die sich zuletzt im deutschen Fußball entwickelte, hat er ebenfalls eine eigene Meinung: „Wer gegen die Regeln verstößt, muss angemessen bestraft werden. Die genaue Form hängt immer vom Einzelfall ab. Aber die Bestrafungen sollten auch abschreckende Wirkungen erzielen.“


„Ich verfolge die Entwicklung bei Borussia Dortmund etwas intensiver. Dort ist Beeindruckendes geleistet worden.“


- Lukas Kruse

Zwischen 2008 und 2009 war Kruse er an den amtierenden Double-Sieger Borussia Dortmund ausgeliehen. Sein Verhältnis zu seinem Ex-Verein beschreibt er: „Es gibt nach wie vor gute Kontakte. Naturgemäß sind diese Beziehungen intensiver in Richtung Augsburg, da ich dort länger gespielt habe.“ Beim BVB erlebte er also auch die Premieren-Saison des derzeitigen Erfolgscoaches Jürgen Klopp. Kruse absolvierte in seiner Dortmunder Zeit zwar nur 15 Partien für die Reserve der Gelb-Schwarzen, gab aber zu Protokoll: „Ich kann nur Positives sagen. In meinem halben Jahr in Dortmund hatten wir ein sehr gutes Verhältnis. Ich verfolge die Entwicklung bei Borussia Dortmund etwas intensiver. Dort ist Beeindruckendes geleistet worden.“

Vertrag bis 2015

Kruse gilt als kluges Köpfchen, der sich auch mit der Zukunft des Vereins intensiv auseinandersetzt. Als sportliches Ziel definiert er: „Natürlich setzt man sich entsprechende Ziele. Ich würde mich freuen, wenn wir in der neuen Saison eine ähnlich gute Rolle spielen könnten wie zuletzt.“

An eine mögliche Rückkehr in die Bundesliga möchte er dabei jedoch nicht denken, da er seinen Fokus auf die Aufgabe beim ostwestfälischen Zweitligisten lenkte: „Aktuell konzentriere ich mich voll auf Paderborn. Ich habe hier meinen Vertrag um drei Jahre bis zum 30. Juni 2015 verlängert.“

Vorbild war Peter Schmeichel

Wenn man Lukas Kruse im Torwartspiel intensiv beobachtet, dann fällt neben seiner außerordentlichen Reaktionsschnelligkeit auch sein lautstarkes Dirigieren der Vorderleute auf. Eine Eigenschaft, die er sich von seinem Vorbild abgeschaut hat. Gegenüber Goal.com nennt er einen Namen: „Früher habe ich für Peter Schmeichel geschwärmt, der zwei Mal zum Welttorhüter des Jahres gewählt wurde. Heute gibt es kein konkretes Vorbild mehr.“

„Frisches Blut tut der Liga gut"
 
Es kommt reichlich Prominenz ins Unterhaus des deutschen Fußballs. Mit Hertha BSC, dem 1. FC Kaiserslautern und vor allem dem 1. FC Köln sind drei namhafte Traditionsvereine abgestiegen, die große Ziele haben werden. Kruse ist vorsichtig dieses Trio als klare Aufstiegskandidaten zu benennen: „Die Bundesliga-Absteiger Hertha BSC Berlin, 1. FC Köln und 1. FC Kaiserslautern streben den direkten Wiederaufstieg an. Man wird sehen, wie diese Teams mit dem Druck klarkommen.“

Lukas Kruse freut sich auch, dass neue, unbekannte Teams, wie Sandhausen, Aalen und Regensburg in die Liga aufgestiegen sind. Er begründet: „Frisches Blut kann der Liga nur gut tun. Nicht zuletzt wird die 2. Bundesliga durch die prominenten Absteiger in der neuen Saison auch von den Namen her sehr attraktiv."


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