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EXKLUSIV - Der ehemalige Spieler des 1. FC Saarbrücken sprach exklusiv mit Goal.com über sein Verletzungspech, seine Zukunft und seine Ziele in Nürnberg.

Nürnberg. Mike Frantz spielt seit der Saison 2008/09 für den 1. FC Nürnberg. Mittlerweile ist er fester Bestandteil des „Clubs“ und kam trotz vieler Verletzungen immer wieder zurück und stellte sein Können unter Beweis. Zuletzt gab es eine Anfrage vom 1. FC Köln.

Lange Verletzungspause

Am Anfang des letzten Jahres hatte Frantz mit einer hartnäckigen Zehenverletzung zu kämpfen, doch das war nicht alles. „Die Syndesmoseverletzung hat sich länger hingezogen als vermutet. Das hat mich runtergezogen, was ja normal ist. Aber ich habe mich kurz geschüttelt und die Verletzung angenommen. Danach hatte ich immer wieder Probleme damit, der Muskelfaserriss war auch eine weitere Konsequenz dieser Verletzung“, teilte er im Gespräch mit Goal.com mit.

Frantz weiter: „Wenn man nach einer langen Verletzung wieder fit wird und zum Einsatz kommt, ist es schön zu sehen, dass man topfit zurückkehrt, aber es ist natürlich erst einmal für mich schön, wieder am Spielbetrieb teilnehmen zu können.“

Immer ein Kandidat für die Stammelf

Trotzdem steckte er nie auf und erarbeitete sich immer wieder einen Platz in der ersten Elf: „Wenn ich fit und schmerzfrei bin, bin ich immer in der Lage, im Bundesligaalltag Leistung abzurufen. Das ist die positive Erkenntnis, dass mich selbst negative Ereignisse nicht so schnell umhauen“, stellt Frantz fest.

„Ich glaube, jetzt habe ich genug Verletzungspech gehabt. Ich habe viele Verletzungen in Kauf genommen, indem ich mich für den Verein eingesetzt habe und teilweise mit Blessuren gespielt habe. Ich lebe nach dem Motto, dass jeder irgendwann für seine Investitionen belohnt wird. Ich will versuchen, alle Spiele zu machen und wenn ich gesund bin, habe ich oftmals bewiesen, dass ich torgefährlich bin und über die gesamte Spielzeit zeigen kann, was ich wirklich kann. Wichtig für mich ist, dass ich aus der Vergangenheit gelernt habe, man wird älter und erfahrener. Ich konzentriere mich nun auf die Zukunft. Ich bin voller Selbstbewusstsein und hochmotiviert“, blickt Frantz voller Zuversicht auf die kommende Spielzeit.

Unterstützung für die „Jungen"

Mittlerweile zählt der 25-Jährige zu den „erfahrenen“ Akteuren bei den Franken und will dies an die jungen Talente weitergeben: „Der 1. FC Nürnberg hat sich mittlerweile auch entwickelt, wir haben viele Talente, die auch in der Bundesliga spielen können und Akzente setzen. Da ich nicht mehr zu den „Jungen“ gehöre, ist es natürlich das Ziel, vorneweg zu marschieren und den jungen Spielern die Erfahrung mitzugeben, dass man eben nicht immer alles geschenkt bekommt. Diese Rolle habe ich bei Nürnberg auch angenommen“, erzählt er weiter.

Keine Angst

Der 1. FC Nürnberg schloss die Saison als Zehnter ab, vor allem in der Rückrunde konnte der „Club“ überzeugen: „Ich glaube, dass wir zu den acht, neun Vereinen gehören, die am Anfang der Saison immer nach hinten schauen sollten, was uns aber nicht davon abhalten sollte, mit dem Selbstvertrauen in die Saison zu gehen, welches wir in den letzten drei Jahren in der Bundesliga entwickelt haben. Wir haben aus den Fehlern gelernt. Vor allem wäre in der letzten Saison mehr drin gewesen, wenn das Verletzungspech uns nicht so verfolgt hätte. Wir müssen uns nicht mehr vor den anderen Vereinen verstecken, wie es vielleicht vor drei Jahren war. Wir wollen vom ersten Spiel an eine gute Rolle annehmen.“ Die Ziele sind klar definiert: „Ich möchte meinen Platz, den ich mir erarbeitet habe, festigen, und für uns als Mannschaft natürlich auch den nächsten Schritt machen.“

Wechsel kein Thema

Sein Vertrag läuft noch bis 2013, ein optimaler Zeitpunkt, um sich mit einem Wechsel zu beschäftigen. Frantz äußert sich zum Interesse des 1. FC Köln und bekennt sich klar zum „Club“. „Der 1. FC Köln ist ein absoluter Traditionsverein, die Anfrage hat mich natürlich geehrt, ich glaube aber, der Manager hat relativ schnell gesagt, dass keine Verhandlungsbasis besteht. Im Moment bin ich glücklich und zufrieden in Nürnberg. In der Vorbereitung will man sich zusammensetzen und dann wird man sehen. Wenn man nur noch ein Jahr Vertrag hat, muss man sich immer umschauen. Ich gehe davon aus, auch in der nächsten Saison für den 1. FC Nürnberg zu spielen. Ich hoffe, dass ich noch lange Zeit in Nürnberg spielen werde“, so die klaren Worte des Mittelfeldspielers.

Auch wenn er nachschiebt: „Der Fußball ist aber extrem kurzlebig und man kann nie sagen, was in einem Jahr ist. Ich hab ein Jahr Vertrag, in diesem Jahr will ich das Bestmögliche abrufen und dann wird man sehen, ob ich weiter in Nürnberg bleibe oder ob man sich trennen wird. Momentan sind das eher Spekulationen.“

Mike Frantz und Nürnberg – das passt!

„Das Thema Nürnberg und Mike Frantz passt zusammen, denn Nürnberg steht nicht nur für glückliche und erfolgreiche Phasen, sondern man hat auch schon viel Leid ertragen müssen“, sieht Frantz Ähnlichkeiten mit seiner Karriere. Einen Wechsel kann er sich generell schwer vorstellen. „Ich bin extrem heimatverbunden und konnte mir es damals schon schwer vorstellen, für einen anderen Verein zu spielen. Es hat sich dann so ergeben, dass ich nach Nürnberg gewechselt bin und mittlerweile auch sagen kann, dass ich zu 100 Prozent rot-schwarz geimpft bin. Ich habe auch einen sehr guten Kontakt zur Fanszene“, erzählt er begeistert.

Einen schnellen Abgang aus dem Frankenland wünscht er sich nicht: „Für einen Menschen wie mich ist es sehr schwierig, den Verein zu wechseln, vor allem weil ich nicht nur Spieler, sondern auch Fan des Vereins geworden bin, aber im Fußball ist es leider nicht mehr so wie früher. Es hängt aber immer von beiden Seiten ab, deswegen sollte man nicht so vermessen sein und sagen: „Ich bleibe für immer in Nürnberg“. Wenn es irgendwann mal so sein sollte, werde ich mich auch zu 100 Prozent mit dem nächsten Verein identifizieren. Nach vier Jahren ist aber gerade bei einem Verein wie dem 1. FC Nürnberg eine extreme Prägung da.“

Deutschland macht das Rennen

Auch ein klares Bekenntnis zur EM und der DFB-Mannschaft gab er ab: „Gerade nach den letzten beiden Turnieren gehören wir klar zum Favoritenkreis, aber die EM ist kein Selbstläufer. Den Jungs ist es zu wünschen, besonders der Generation um Lahm und Schweinsteiger, die viel investiert haben und denen am Ende das Quäntchen Glück gefehlt hat, wie im Champions-League-Finale. Es ist langsam wieder an der Zeit, dass Deutschland endlich mal wieder einen Titel holt. Deutschland wird Europameister.“

Eure Meinung: Zählt Mike Frantz in der kommenden Saison weiterhin zu einer festen Größe beim „Club“?

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