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Robert Huth warnt Podolski und Marin: „Die Bundesliga ist langsamer“
EXKLUSIV – Robert Huth freut sich schon auf deutsche Verstärkung auf der Insel. Mit Goal.com sprach er über persönliche Ziele und das Ansehen der Bundesliga in England.
Stoke-on-Trent. Robert Huth wurde Anfang des Monats zusammen mit Ryan Shawcross von seinen Kollegen zum „Players' Player of the Year“ gewählt. Als er den Preis entgegennahm, fand er kurz und knapp die richtigen Worte: „Ich liebe es, für diesen Verein zu spielen.“ Dieser Verein ist Stoke City, bei dem Huth seit Sommer 2009 unter Vertrag steht. Schnell wurde „The Berlin Wall“ zum Publikumsliebling.Nun besteht die Frage, wie lange Huth seinen Fans noch erhalten bleibt. Sein aktueller Vertrag läuft im Sommer nächsten Jahres aus. Exklusiv gegenüber Goal.com konnte Robert Huth nun eine erste Wasserstandsmeldung abgeben: „Wir verhandeln gerade. Ich denke, das dauert noch ein paar Wochen.“ Außerdem erzählte der 27-Jährige im zweiten Teil der großen Interviewserie von seinen Träumen für die Zukunft und sprach im Detail über die Perspektiven von Marko Marin und Lukas Podolski.
Bleibt die Premier League das Maß aller Dinge für Sie?
Huth: Erst einmal ja. Ich gehe davon aus, dass ich hier bleibe, obwohl ich auch gerne mal etwas anderes ausprobieren würde, aber mir gefällt es hier einfach gut. Es macht Spaß und ich komme super klar mit allen. Deswegen sehe ich keinen Grund, die Situation zu verändern.
Wäre die Bundesliga später ein Ziel oder liegen die Träume woanders?
Huth: Ich bin für wirklich alles offen! Ich bin jetzt seit 2000 in England, von daher kann ich mir vorstellen, auch irgendwann noch einmal eine andere Sprache kennenzulernen. Weil irgendwann wird es ja mal ein bisschen langweilig. Mal sehen, was es wird.
„Sich bei Chelsea in die Mannschaft zu spielen, wird schwer für Marin"
Was erwartet denn Spieler aus der Bundesliga wie bald Marko Marin und Lukas Podolski, wenn sie auf die Insel kommen? Was sind die größten Unterschiede der Ligen?
Huth: Wenn ich im Fernsehen Bundesliga sehe, denke ich, dass alles noch einen Schritt langsamer ist. Das hat man ja auch bei Per gesehen. Die ersten paar Monate hat er sich doch schwer getan, denn es ist einfach alles schneller – vielleicht nicht besser in Sachen Technik und Taktik, aber definitiv schneller und aggressiver als das, was Per aus der Bundesliga gewöhnt war. Das Gute ist bei Lukas, dass er mit Arsenal noch die ganze Vorbereitung und das Training hat. Darauf kann er sich dann noch einstellen. Marin selbstverständlich auch! Er hat wahrscheinlich sogar die längere Vorbereitung.
Wer wird sich besser durchsetzen können? Podolski oder Marin?
Huth: Für Marin ist es ein Riesenwechsel! Zu so einem großen Verein zu gehen, das wird schwer für ihn, sich dort in die Mannschaft zu spielen. Und Lukas, er hat fast hundert Länderspiele, richtig? Es wird ihm aufgrund seiner Erfahrung leichter fallen als Marin. Aber wer weiß? Vielleicht täusche ich mich und es wird genau umgekehrt und Lukas tut sich schwerer.
Spielen auch physische Voraussetzungen eine Rolle?
Huth: Ja, Lukas ist etwas athletischer, schneller und kräftiger. Wenn man sich den Lukas so anschaut, der ist eigentlich für die Premier League super gebaut! Man muss schauen, wie er es schafft. Er hat um die 12 Millionen gekostet, das ist natürlich auch ein größerer Druck, mit dem er zurecht kommen muss. Auch Marin war nicht günstig und es haben ja auch nicht viele damit gerechnet, dass es zu diesem Wechsel kommen wird. Aber ich wünsche den beiden viel Erfolg! Es ist ja schön, dass nach Ballack und Jens jetzt wieder ein paar mehr Deutsche in England spielen.
"Cisse... Besser geht es nicht! Er hat alle Rekorde gebrochen!"
Demba Ba und Papiss Demba Cisse haben eine fantastische Saison gespielt. Hätten Sie erwartet, dass die beiden so einschlagen würden?
Huth: Ba war ja schon letzte Saison hier bei West Ham, da hat er auch schon gut gespielt. Zwar nicht so viele Tore gemacht, aber hat immer sehr gut mitgespielt. Sie sind zwar leider abgestiegen, von daher wusste ich schon, was für ein guter Spieler er ist. Aber dass er in den ersten 20 Spielen 16 Tore schießt, das kann man von keinem Spieler erwarten. Tja, und Cisse.. besser geht es nicht! Er hat alle Rekorde gebrochen! Hut ab!

Hat sich das Ansehen der Bundesliga in England verändert?
Huth: Das sieht man schon an den Fernsehrechten. Man kann jetzt viel mehr Bundesliga gucken als noch vor zwei, drei Jahren. Deswegen kann ich jetzt auch wieder Bundesliga gucken! Auch andere Spieler schauen sich die Bundesliga an. Im Moment interessieren sich sicherlich noch mehr Leute für die Premier League, aber die Bundesliga ist auf einem guten Weg, in den nächsten vier, fünf Jahren so interessant wie die Premier League zu werden.
Und wem drücken Sie die Daumen in der Bundesliga?
Huth: Neutral! Ganz neutral schaue ich mir die Spiele an!
Wer ist der beste deutsche Innenverteidiger?
Ganz neutral wird Huth bei der Europameisterschaft sicherlich nicht bleiben. Am Donnerstag folgt der dritte und letzte Teil unserer großen Interview-Serie mit Robert Huth, in dem der Stoke-Verteidiger über seine persönlichen Erfahrungen bei der Nationalmannschaft spricht und Einblick gewährt, was so kurz vor einem großen Turnier in den Spielern vorgeht. Außerdem beantwortet er die Frage aller Fragen: Wer ist der beste deutsche Innenverteidiger?
Eure Meinung: Podolski oder Marin – Hat der Kölsche Jong durch seine Athletik die besseren Karten in England?
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