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Der Innenverteidiger von Fortuna Düsseldorf möchte seinen Karrieretraum verwirklichen. Die Voraussetzungen für einen einen möglichen Aufstieg wurden bereits geschaffen.

Düsseldorf. Nach dem 2:1-Erfolg bei Hertha BSC reicht Fortuna Düsseldorf beim morgigen Rückspiel um den Aufstieg in die Bundesliga bereits ein Unentschieden. Goal.com sprach vor dem kommenden Duell mit Fortuna-Verteidiger Juanan, der diesen Karriereschritt lange erwartet hatte.

Sie haben die Nachwuchsmannschaften von Mallorca, Deportivo durchlaufen und waren dann auch bei Real Madrid, aber am Ende landeten sie in Deutschland?

Juanan: Diese Dinge passieren im Fußball. Ich hatte einen Vertrag mit Real Madrid, sie boten mir eine Verlängerung an, aber das Angebot, das ich von Fortuna Düsseldorf erhalten hatte, war sehr gut. Mir gefiel das Projekt, ich habe es eingehend untersucht und noch vor der Unterzeichnung informierte ich mich über das Team, über die Geschichte des Vereins und die Stadt. Und jetzt, nach einigen Monaten, die ich hier schon verbracht habe, bin ich sehr glücklich. Die Stadt ist spektakulär und ich habe einen professionellen Verein gefunden.

Ist Ihre Geschichte ein Beispiel dafür, wie junge Talente in Spanien verschwendet werden?

Juanan: Ich weiß nicht, ob man das verallgemeinern kann, aber ich habe den besten Job, das weiß ich immer. Ich hatte immer Kontinuität bei allen Mannschaften, in denen ich spielte und jetzt bin ich hierher gekommen. Danach wird alles von vielen Faktoren abhängen.

Mit Deportivo konnten Sie im UEFA-Cup spielen, nicht wahr?

Juanan: Ja, es war eine tolle Erfahrung, wirklich. Ich spielte in der Runde des Intertoto Cups (Qualifikations-Turnier zum UEFA-Cup, Anm. der Red.) und dann, als wir uns qualifizierten, nahm ich auch an einer Partie des UEFA-Cups teil. Alles zur Zeit von Miguel Angel Lotina.

Sie durften bereits mit der ersten Mannschaft Real Madrids trainieren. Welche Gefühle hatten Sie dabei?

Juanan: Ja, ich war glücklich genug, um bei mehreren Gelegenheiten mit der ersten Mannschaft zu trainieren. Die Empfindungen sind, wie man sich vorstellen kann, riesig, besonders wenn man nüchtern über diese Zeit nachdenken kann. Das Training mit den besten Spielern der Welt ist unglaublich und sogar noch unglaublicher für einen Jungen aus der Jugendakademie.

Ich weiß, dass Sie seit langem mit Raul befreundet sind. Was verbindet Sie? Was sieht er an diesen Wochen als wichtig an?

Juanan: Ich halte die Beziehung, aber es ist auch nicht so, dass wir uns jeden Tag sehen. Wir halten Kontakt, weil ich mit ihm mehrere Trainingseinheiten während unserer Zeit bei Real absolviert habe. Er kam zu einigen Spielen von uns und wir haben ein bisschen über den Fußball und das Leben in Deutschland gesprochen. Raul lebt in der gleichen Stadt wie ich, hier in Düsseldorf.



Sie wussten das mit den Kindern von Raul bei der letzten Partie, richtig?

Juanan: Ja. Alles war vorbei, es wurde bestätigt, dass wir uns für die Play-Offs um den Aufstieg in die Bundesliga qualifiziert hatten und als Höhepunkt der Saison verabschiedeten wir uns von den Fans in einer speziellen Art und Weise. Ich sah die Kinder von Raul auf dem Feld, die uns von Zeit zu Zeit besuchen.

Wann haben Sie gemerkt, dass der Moment da war, um ein ausländisches Abenteuer zu wagen?

Juanan: Ich hätte das wirklich nie gedacht. Mein Berater wusste immer, dass es für mich nie wichtig war, zu gehen, weil ich es ihm viele Male gesagt hatte. Ich wollte ein gutes Projekt und es gab immer einige Angebote außerhalb Spaniens.

Was ist Ihnen in Ihrem ersten Jahr bei Fortuna Düsseldorf schwer gefallen?

Juanan: In meinem ersten Jahr hier ist es wichtig, sich an die Sprache, die das schwierigste ist, anzupassen. Es gibt viele Situationen, wo ich etwas zu meinen Teamkollegen sagen möchte, es aber nicht kann, weil es wirklich kompliziert ist. Ich habe einen Übersetzer, der mich zum Verein bringt, um mit der Sprache zu helfen und in meiner Freizeit versuche ich einfach, mich alleine durchzuschlagen. Aber es ist sehr kompliziert. Natürlich habe ich mehrere Anekdoten bezüglich der spanischen Sprache. Beinahe jedes Mal, wenn ich die Straße entlanglaufe, höre ich spanische Wörter und fühle mich wie in meinem Land, weil ich überrascht bin von der „Armada“, die es hier in Düsseldorf gibt.

Sie begannen mit Schwierigkeiten, aber mittlerweile sind Sie unumstritten.

Juanan: Ich wusste, es wird für einen Spieler wie mich schwierig, zum Verein zu kommen und gleich zu spielen, weil es hier besonders in der Verteidigung eine funktionierenden Verbund gab. Sie sind alle großartige Profis und ich musste mir die Minuten verdienen. Jetzt ist zum Glück alles besser und ich spiele viel mehr.

PROFIL | Juan Antonio González (Juanan) - (Fortuna Düsseldorf)
Alter: 25

Vertrag bis: 2015

Geburtsort: Palma (Mallorca)

Position: Innenverteidiger

Bisherige Vereine: Deportivo, Real Madrid Castilla




Ligaeinsätze
: 19

Tore: 2

Welcher Stil bestimmt die Trainingseinheiten im deutschen Fußball? Wie ist der Arbeitsablauf?

Juanan: Hier gab es eine große Überraschung für mich und ich denke, auch für alle anderen, die von außerhalb kommen. Ich war überrascht, weil ich eine andere Vorstellung hatte. Ich dachte, es wäre sehr physisch und die Wahrheit ist, dass es nicht so ist. Alle Trainingseinheiten sind mit dem Ball, es gibt viel Ballbesitz und viel taktische Arbeit, um die Verteidigung zu verbessern.

Sie gelten als absoluter Liebhaber des deutschen Fußballs und sind jetzt mittendrin. Was fällt Ihnen auf? Wie sind die Vereine?

Juanan: Das Wichtigste ist hier, dass man den Fußball lebt. Das ist der Unterschied vom Rest der Welt. Eine Mannschaft in der zweiten Liga wie wir kann 50.000 Fans ins Stadion locken. Das ist einfach unglaublich für mich. Es ist ebenfalls wahr, dass die Stadien praktisch alle neu sind und sehr schön sind.

Mit Blick auf das Spiel gegen Hertha: Wie würden Sie Ihre Mannschaft analysieren? Was sind die Stärken von Fortuna Düsseldorf?

Juanan: Wir sind eine Mannschaft, für die es wichtig ist, den Ball laufen zu lassen, aber trotzdem immer stark und solide zu sein. Wir haben verschiedene Stärken in Strategie und Geschwindigkeit. Das sind unsere prinzipiellen Gefahren.



Auf welche Spieler muss geachtet werden in Ihrer Mannschaft? Wer hat Sie am meisten beeindruckt?

Juanan: Wir haben ein sehr komplettes Team und außerdem einen guten Kader. Einer von denen, die mich überrascht haben, ist Lukimya und auch Ilsö, die beide so viel beigetragen haben. Aber klar ist, dass alle gute Teamkollegen sind und dass mich die gute Atmosphäre im Umkleideraum am meisten beeindruckt hat. Es sind sehr gute Freunde und es gibt hier keine Grüppchenbildung oder so etwas.

Was ist die größte Befürchtung gegen Hertha?

Juanan: Wir wissen, dass sie eine tolle Mannschaft sind und sie haben entscheidende Spieler, die Bundesliga-Erfahrung auf hohem Niveau haben. Aber Angst haben wir keine, wir haben nur Respekt vor einer Mannschaft mit einer großen Tradition. Wir haben unsere Waffen, die wir verwenden wollen, um sie zu schlagen. Sie haben großartige Individualisten, wir aber auch.

Sie haben Ihren Vertrag bis 2015 verlängert. Welche Ziele haben Sie in Düsseldorf?

Juanan: Das erste ist glaube ich sehr klar: wir wollen uns konsolidieren und es liegt in unseren Händen. Es wäre toll für die Fortuna, nach 30 Jahren wieder auf erstklassigem Niveau in der Bundesliga spielen zu können und das zu erleben, muss sehr schön sein.

Eure Meinung: Wer schafft die Relegation? Wünscht ihr euch Fortuna zurück in die Bundesliga?

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