thumbnail Hallo,

EXKLUSIV - Er hat für Bayern und Schalke gekickt und konnte als Fußballer größte Erfolge feiern. Wir sprachen mit Olaf Thon über Guardiola, Farfan und Gelbe Karten.

Gelsenkirchen. Olaf Thon ist ein Mann, den man nicht groß vorstellen braucht. 52 Länderspiele, drei deutsche Meisterschaften und ein WM-Titel sprechen für sich. Im exklusiven Gespräch mit Goal.com hat er uns seine Einschätzungen zum aktuellen Geschehen im Fußball-Geschäft verraten.

Guardiola-Abgang als Glücksfall?

Dabei ging es natürlich auch um Pep Guardiola, der am Freitag seinen Abschied verkündete und in der nächsten Saison nicht mehr Coach des FC Barcelona sein wird. „Josep Guardiola ist ein sehr junger Trainer, aber auch ein sehr erfolgreicher“, so Thon. Während viele Barca-Fans den Weggang des Erfolgstrainers bedauern werden, glaubt der 45-Jährige, dass Guardiolas Abschied sogar ein Glücksfall für die Katalanen sein könnte: „Er hat mit Barcelona einfach die Spitze erreicht. Auch Barcelona muss sich weiterentwickeln und das geht an der Spitze nur mit einem neuen Trainer.“

Thon: Auch Schaaf ist abgenutzt

Thon glaubt aber, dass nicht nur beim FC Barcelona die Zeit für einen Trainerwechsel gekommen sei: „Ich sehe das mit Guardiola ähnlich wie bei Werder Bremen mit Thomas Schaaf - wo einfach die Grenze erreicht ist. Wo frisches Blut rein muss. Es ist nicht so, dass die Trainer schlecht wären oder keine Vision mehr hätte. Da ist es einfach an der Zeit, adieu zu sagen und es gibt doch nichts Schöneres als mit erhobenem Haupt mit den Erfolgen im Rücken abzutreten. Das ist besser als wenn man irgendwann entlassen wird, weil man irgendwie am Trainer-Stuhl klebt. Deswegen kann ich die Entscheidung von Guardiola auch nachvollziehen.“

Freude über Farfans Vertragsverlängerung

Aber auch zu seinem Ex-Klub hat sich der gebürtige Gelsenkirchener geäußert - und der offenbar anstehenden Vertragsverlängerung mit Jefferson Farfan: „Ich denke, dass beide Seiten davon profitieren. Jefferson Farfan wird keinen besseren Verein finden als Schalke 04. Er hat sich hier akklimatisiert und kennt sich hier aus. In meinen Augen gibt es auf Rechtsaußen in der Bundesliga keinen besseren als Jefferson Farfan. Vielleicht noch nicht einmal in Europa! Wenn Barcelona am vergangenen Dienstag einen Farfan gehabt hätte, dann hätten sie höchstwahrscheinlich das Champions-League-Finale erreicht. Ich freue mich, dass mein Lieblingsspieler bei Schalke 04 bleibt.“

Finale ohne Sieben

Weder Jefferson Farfan noch der FC Barcelona werden aber dabei sein, wenn Thons Ex-Klub FC Bayern München und der FC Chelsea sich im Endspiel der Königsklasse gegenüberstehen - genauso wie sieben gesperrte Akteure beider Teams, von denen sich sechs im Halbfinale eine verhängnisvolle Gelbe Karte abgeholt haben.  So kamen Diskussion über Sinn und Unsinn von Gelb-Sperren auf - auch Olaf Thon hat seine Ansicht.

Thon befürwortet Gelb-Sperren

„Ich habe einiges darüber gelesen, auch von Joachim Löw, der das ja abgeschafft haben möchte. Ich persönlich bin da anderer Meinung - und weiß natürlich wie hart das ist, wenn man im Halbfinale eines europäischen Wettbewerbs kämpft und fightet, sich für seine Mannschaft aufopfert und dann im Finale gesperrt ist. Aber, das mit den gelben Karten hat schon seine Richtigkeit. Denn wir wollen ja im Fußball Fair Play und wenn jemand schon so viele gelbe Karten angesammelt hat, dann ist er in vielen Situationen über die Grenzen hinausgegangen. Regeln müssen eingehalten und in diesem Sinne finde ich das vollkommen richtig“, erklärte der Ex-Profi.

Eure Meinung: Hätte Farfan Barca im Halbfinale weiterhelfen können? Sollte Schaaf Werder verlassen? Wollt Ihr eine Abschaffung der Gelb-Sperre im Champions-League-Finale?

Bleibe am Ball und sei Teil des größten Fußball-Netzwerkes der Welt: Folge Goal.com auf oder werde Fan von Goal.com auf !

Wie bleibt ihr unterwegs am Ball? Verpasst kein Ergebnis mehr!

Dazugehörig