Aleksandar Ignjovski im Interview: „Bei Thomas Schaaf kann sich jeder Spieler entwickeln“

EXKLUSIV – An der Weser hat der Jugenstil Einzug gehalten. Einer der jungen Wilden bei Werder ist Aleksandar Ignjovski. Wir trafen den 21-Jährigen Defensivspieler zum Interview!

Von Falko Blöding

Aleksandar Ignjovski verschafft sich Überblick
Getty Images
Bremen. Über eine gefühlte Ewigkeit zog sich im vergangenen Sommer der Transfer von Aleksandar Ignjovski zu Werder Bremen in die Länge. Mit dem Spieler waren sich die Verantwortlichen der Hanseaten schnell einig, es hakte an der Ablöse des vielseitigen Defensiv-Allrounders von OFK Belgrad. Schließlich folge Anfang August die Einigung, für 500.000 Euro lotste Geschäftsführer Klaus Allofs den ehemaligen Münchener nach Bremen.
 
Schnell avancierte „Iggy“, der bei 1860 noch „Aca“ gerufen wurde, bei Werder zum Fanliebling. Mit seiner unaufgeregten Art außerhalb des Platzes und seiner einsatzfreudigen Spielweise auf dem Rasen sammelte er reichlich Pluspunkte. Sein Debüt feierte der serbische Junioren-Nationalspieler ausgerechnet im Derby gegen den HSV am fünften Spieltag und bestand die Feuertaufe bravourös. Mittlerweile ist Ignjovski bei Thomas Schaaf längst gesetzt und absolvierte die vergangenen acht Partien jeweils über die volle Distanz.
 
Wir haben den Bremer Shootingstar zum exklusiven Interview getroffen:

Ihr Wechsel im Sommer hat sich sehr lange hingezogen, doch Sie sind geduldig geblieben. Hand auf's Herz: Wie lange hätten Sie noch auf Werder gewartet und was haben sie gedacht, als Ihre Zukunft so lange in den Sternen stand?
 
Ignjovski: „Klaus Allofs hat mir schon bei einem unserer ersten Gespräche gesagt, dass er mich zu Werder holen möchte, ich aber etwas Geduld brauche. Natürlich war es nicht einfach für mich, dass ich warten musste, aber ich habe Klaus Allofs vertraut und am Ende hat alles geklappt, dafür bin ich ihm sehr dankbar.“

Sie haben bei Werder schon als Linksverteidiger, im defensiven Mittelfeld und auf den Halbpositionen der Raute gespielt. Glauben Sie, dass Ihre Vielseitigkeit für Sie auch zum Verhängnis werden kann, weil Sie sich auf keiner Position festsetzen können? Und welche Position spielen Sie am liebsten?
 
Ignjovski: „Ich sehe das durchweg positiv, dass ich auf mehreren Positionen spielen kann. Dadurch kann ich der Mannschaft sehr flexibel helfen und biete dem Trainer für viele Positionen eine Alternative, wenn Spieler aufgrund von Verletzungen oder Sperren nicht zur Verfügung stehen. Am liebsten spiele ich zwar im defensiven Mittelfeld, aber am wichtigsten ist für mich, dass ich überhaupt spiele und so meine Erfahrungen sammeln kann.“


 
In Bremen rücken gerade ungemein viele junge Spieler in den Kader der „Ersten“. Gleichermaßen äußern Fans und Experten verstärkt die Sorge, die Mannschaft verkörpere nicht mehr die absolute Spitzenklasse der Jahre 2003 bis 2011. Wie bewerten Sie die Entwicklung?
 
Ignjovski: „Werder ist auch heute noch einer der besten Vereine in Deutschland und ich bin davon überzeugt, dass wir auch in dieser Saison eine gute Rolle spielen können. In unserer Mannschaft steckt – auch durch die jungen Spieler - sehr viel Potential und wir können viel erreichen. Aber natürlich brauchen wir auch die Erfahrung von Spielern wie Clemens Fritz, Claudio Pizarro oder Tim Wiese. Die Mischung muss passen, das ist bei uns der Fall.“

Thomas Schaaf gilt als Trainer, der sowohl hart sein kann, aber auch ein feines Händchen im Umgang mit den Spielern haben soll. Wie charakterisieren Sie Ihren Trainer nach rund einem halben Jahr der Zusammenarbeit?

Ignjovski:
„Thomas Schaaf ist ein sehr guter Trainer, der nicht umsonst schon seit so langer Zeit erfolgreich bei Werder tätig ist. Er arbeitet sehr viel und intensiv mit uns und hat genaue Vorstellungen, wie wir spielen sollen. Die offensive, attraktive Spielphilosophie ist etwas Besonderes. Er ist zudem ein Trainer, bei dem sich jeder Spieler entwickeln kann.“

Beim FC Bayern gab es in der letzten Woche heiße Diskussionen um die Verkündung eines angeblichen „Bomben-Transfers“ via Facebook. Sie sind ein Spieler, der Social Media intensiv nutzt, um mit den Fans zu kommunizieren. Was gefällt Ihnen daran und hat Werder diesbezüglich einen Knigge verteilt?
 
Ignjovski: „Das stimmt, ich schreibe bei Twitter, bei Facebook aber nicht mehr. Ich mache das, weil es mir gefällt mit Freunden und Fans auf  diesem Weg zu kommunizieren. Aber ich weiß auch, dass es gewisse Regeln gibt und an die halte ich mich auch.“



Spielen Sie Fußball auch auf der Konsole - vielleicht sogar mit Mannschaftskameraden? Gibt es dabei einen Verein, den Sie immer auswählen und bei dem Sie später gern mal spielen würden?

Ignjovski: „Nein, ich spiele keinen Fußball auf der Konsole. In meiner Freizeit versuche ich abzuschalten und nicht viel über den Fußball nachzudenken. So lade ich meinen Akku wieder auf und kann in jedem Training alles geben.“
 
Abschließend die Frage: Wie geht es die kommenden Wochen bei Werder weiter? Wo landet der Klub am Saisonende?

Ignjovski: „Das Spiel wird sehr, sehr schwierig für uns. Freiburg kämpft um den Verbleib in der Bundesliga. Aber Werder spielt immer, um drei Punkte zu holen und auch am Sonntag wollen wir unbedingt gewinnen. Die drei Punkte wären auch wichtig, um uns am Ende für die Europa League zu qualifizieren – und das wäre ein Ergebnis, mit dem wir zufrieden sein könnten.“

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