Seydou Keita: „Barcelona ist mein Zuhause“

EXKLUSIV - Mali hat das Viertelfinale des Afrika Cups erreicht. Nun steht das Spiel gegen Gabun an. Seydou Keita spricht exklusiv über sein Nationalteam und die fehlenden Giganten.

Übersetzt von Patrick Reichardt

Seydou Keita - Barcelona
Seydou Keita - Barcelona
EXKLUSIV
Von Kingsley Kobo in Libreville

Ein 2:1 Sieg über Botswana am gestrigen Mittwoch brachte Mali den zweiten Gruppenplatz und somit die Teilnahme am Viertelfinale des Afrika Cups 2012. Dort trifft man auf Gabun.

Botswana ging schnell mit 1:0 in Führung, bevor Garra Dembele und Seydou Keita das Spiel drehten und Mali ins Viertelfinale des Afrika Cups brachte. Der Profi vom FC Barcelona sprach exklusiv auf Goal.com nach dem Spiel über seine Rolle im Nationalteam Malis, respektvoll im Bezug auf die geerntete Kritik.

Wie beurteilen Sie ganz persönlich das Level des Afrika Cups 2012, wenn Sie bedenken, dass mit Kamerun, Nigeria, Ägypten und Südafrika einige Topnationen fehlen?

Seydou Keita: Der Afrika Cup ist wettbewerbsfähig. Das frühe Ausscheiden der Senegalesen oder das Erreichen des Viertelfinals des Gastgebers Äquatorialguinea waren große Überraschungen im Turnier. Hören Sie nicht auf die Menschen, die sagen, diese Ausgabe des Afrika Cups ist niveauarm, weil sich die großen Teams nicht qualifiziert haben. Wenn sie nicht hier sind, heißt das, dass sie nicht gut genug waren, sich zu qualifizieren. Schauen Sie, der Wettbewerb beginnt mit der Qualifikation und das ist die finale Phase. Also haben die Topteams das Rennen aufgenommen, doch sind bereits vorher ausgeschieden.

Sie haben einst das Nationalteam Malis verlassen und sind später zurückgekommen. Was ist Ihre neue Mission?

Keita: Das ist das, was sie im Moment sehen. Wir haben dem Team geholfen, hierher zu kommen und geben weiterhin Gas.

Aber Sie sind in Mali persönlich kritisiert worden, weil Sie während der ersten beiden Spiele, besonders gegen Ghana, nicht genug geleistet haben. Ich zitiere einen Hauptstadt-Journalisten:
„Seydou Keita war im Spiel zwischen Ghana und Mali farblos. Ich kann nicht sagen, was mit ihm in diesem Turnier los ist.“ Herr Keita, was ist mit Ihnen los?

Keita: (lacht) Gar nichts. Ich gebe mein Bestes. Ich organisiere, gebe Inspirationen und treibe das Team an. Diese Kritiker scheinen nicht zu wissen, welche Rolle ich spiele, auch nicht mit Barcelona.

Teilen Sie ihnen diese mit.                                      

Keita: (lacht erneut) Meine Aufgabe ist es, die Balance im Mittelfeld aufrecht zu halten. Das bedeutet, ich steuere den Fluss der Pässe von hinten, vorne und den beiden Seiten, während ich mir ansehe, was der Gegner in welchen Regionen mit dem Ball macht. Ich weiß, dass Sie mich Tore machen sehen wollen, aber es ist ein Teamsport und alles, was zählt, ist der Sieg.

Sie haben sich fürs Viertelfinale qualifiziert und treffen nun auf Gabun. Was plant Ihr Team für das Aufeinandertreffen mit dem Gastgeber?

Keita: Wir planen, gegen sie zu spielen, doch das wird ein hartes Match. Gabun wird zuhause und vor 40 000 Zuschauer spielen. Sie haben mit Marokko und Tunesien zwei Turnierfavoriten besiegt und ihre Gruppe gewonnen. Wir werden sicher spielen, als hätten wir nichts zu verlieren. Ich denke, das ist die beste Option für uns, den Druck gering zu halten. Der Weg wird mit diesem Auswärtsspiel sicher nicht einfacher.

Das Turnier endet in elf Tagen und Sie kehren zurück ins Camp Nou in Barcelona. Werden Sie bleiben und irgendwann ihren Vertrag verlängern oder den Verein noch vor Vertragsende (2014) verlassen?

Keita: Ich kann es Ihnen nicht sagen im Moment. Ich liebe Barca, das ist mein Zuhause. Das ist der Ort, an dem ich mein Spiel geformt habe.

Wie bei vielen anderen, die dann den Verein verlassen haben. Wird das bei Ihnen auch der Fall sein?

Keita: Ich würde ihnen liebend gerne eine Antwort geben, wenn ich denn eine hätte.

Eure Meinung: Wird Seydou Keita mit Medaille ins Halbfinale oder gar ins Finale des Afrika Cups einziehen können?

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