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Graham Hunter: Wie Barcelona die Niederlage im Copa-Finale 2011 gegen Real Madrid verkraftete
Goal.com präsentiert exklusive Inhalte aus Graham Hunters Buch über den FC Barcelona. Heute behandelt der Autor die Reaktion auf eine der wenigen Niederlagen gegen Real.
Von Graham Hunter, übersetzt von Rafael Corradino
Getty Images
Das Finale der Copa del Rey im vergangenen Jahr, aus dem Real Madrid als Sieger hervorging, bestimmte auch in diesen Wochen wieder den Rhythmus der prestigeträchtigen und mit Inbrunst geführten Begegnung „El Clasico“.
38 Tage bevor sie im Wembley Manchester United auseinander nahmen, saßen die Spieler des FC Barcelona traurig, geschlagen, erbost und verbittert auf dem Rasen des Mestalla in Valencia. Sie beobachteten den Sieger der Copa del Rey, Real Madrid.
Die Spieler von Pep Guardiola verkörperten die Eigenheiten von Verlierern in Finals. Feuchte Augen, ein leerer Blick in die Ferne - Schmerz.
Es war der zweite „Clasico“ binnen von drei Tagen. Im Estadio Bernabeu wurde das 1:1 nach der Dominanz der Katalanen und einer 1:0-Führung dem Spielverlauf nicht gerecht. Es folgte das epische, nervenzerreissende Pokal-Finale, das Cristiano Ronaldo in der Verlängerung entschied. Zwei Begegnungen in der Champions League sollten noch ausgetragen werden.

Am besten fasste es Emmanuel Adebayor zusammen, mit dem ich noch im Mestalla gesprochen habe. „Mourinho hat uns erklärt, dass die Katalanen nicht Robocop seien“, erklärte der Stürmer. „Es handelt sich um eines der besten Teams der Welt, doch es sind nur Menschen, wie auch wir. Wenn wir also einen hohen Aufwand betreiben und Pressing spielen, werden sie Fehler machen, den Ball verlieren. Wir haben sie einfach angegriffen, so wie es Tiger oder Löwen machen würden. Wir hatten einen größeren Hunger auf den Titel und haben ihn geholt.“
Der Höhepunkt der Nacht war merkwürdigerweise das Filmmaterial, das Sergio Ramos zeigte, der den Pokal vom für die Feierlichkeiten gemieteten Bus fallen ließ. Das Fahrzeug fuhr über die Trophäe. Eine Metapher, welche die Gefühle der Katalanen beschrieb.
Angeblich wurde aufgedeckt, dass eine Kombination aus schlechter Planung des spanischen Verbands und der unehrlichen Taten einiger Securitys für folgendes Szenario gesorgt hatte: Während Real im Stadion noch die Trophäe unter tosendem Applaus der eigenen Fans entgegen nahm, mussten die Katalanen auf dem Feld bleiben, wie Gestrandete.
Diese Behauptungen waren falsch. Manel Estiarte, Olympiasieger, Freund und Berater von Pep Guardiola, hat mir seltene Einblicke in einen der Schlüsselmomente auf dem Weg ins Wembley und das Finale der europäischen Königsklasse 2011 gewährt.
„Es war alleine unsere Entscheidung, im Mestalla auf dem Platz zu bleiben“, erzählte Estiarte. „Im Jahr 2009 haben wir gesehen, wie die Spieler Manchester Uniteds in Rom gelitten und wie die Jungs von Athletic Bilbao in Valencia auf dem Feld geweint haben. Wir bewundern ihre Würde und haben uns anschließend dazu entschieden, auch bei einer Niederlage auf dem Platz zu bleiben. Niemand hat uns gezwungen.“
Tito Vilanova, Guardiolas Assistent, berichtete mir: „Ich hasse es zu verlieren, aber ich habe sehr früh gelernt, dass man nicht immer gewinnen kann. Wenn du weißt, dass du alles in deiner Macht stehende getan hast und deine Chancen hattest, akzeptierst du das Verlieren als Teil des Spiels. Du versuchst dich zu steigern. Du zollst dem Gegenüber Respekt, so wie wir es im Mestalla getan haben.“
Gerard Pique schüttelte die Hand jedes einzelnen Real-Spielers und gratulierte ihm. „Es war nicht leicht, im Finale zu verlieren. Du weißt, wieviele Fans du enttäuscht hast und fühlst mit deinen Kameraden, die alles gegeben haben. Manchmal muss man aber verlieren. Ich denke, Barcelona hat sich das Recht erkämpft, auch mal verlieren zu dürfen und zwar solange wir immer wieder die richtige Einstellung an den Tag legen“, erinnert er sich.
www.backpagepress.co.uk
BARCA: DAS MAKING OF DES STÄRKSTEN TEAMS DER WELT
38 Tage bevor sie im Wembley Manchester United auseinander nahmen, saßen die Spieler des FC Barcelona traurig, geschlagen, erbost und verbittert auf dem Rasen des Mestalla in Valencia. Sie beobachteten den Sieger der Copa del Rey, Real Madrid.
Die Spieler von Pep Guardiola verkörperten die Eigenheiten von Verlierern in Finals. Feuchte Augen, ein leerer Blick in die Ferne - Schmerz.
Es war der zweite „Clasico“ binnen von drei Tagen. Im Estadio Bernabeu wurde das 1:1 nach der Dominanz der Katalanen und einer 1:0-Führung dem Spielverlauf nicht gerecht. Es folgte das epische, nervenzerreissende Pokal-Finale, das Cristiano Ronaldo in der Verlängerung entschied. Zwei Begegnungen in der Champions League sollten noch ausgetragen werden.

Katalanische Träume in Trümmern | Madrid hat Barca geschlagen - ausnahmsweise
Die „Königlichen“ schienen einen psychologischen Vorteil zu haben. Sie haben Barca durch eine sehr physische Spielweise vor eine Aufgabe gestellt, welche die Mannschaft im Finale nicht bewältigen konnte.Am besten fasste es Emmanuel Adebayor zusammen, mit dem ich noch im Mestalla gesprochen habe. „Mourinho hat uns erklärt, dass die Katalanen nicht Robocop seien“, erklärte der Stürmer. „Es handelt sich um eines der besten Teams der Welt, doch es sind nur Menschen, wie auch wir. Wenn wir also einen hohen Aufwand betreiben und Pressing spielen, werden sie Fehler machen, den Ball verlieren. Wir haben sie einfach angegriffen, so wie es Tiger oder Löwen machen würden. Wir hatten einen größeren Hunger auf den Titel und haben ihn geholt.“
Der Höhepunkt der Nacht war merkwürdigerweise das Filmmaterial, das Sergio Ramos zeigte, der den Pokal vom für die Feierlichkeiten gemieteten Bus fallen ließ. Das Fahrzeug fuhr über die Trophäe. Eine Metapher, welche die Gefühle der Katalanen beschrieb.
Am besten fasste es Emmanuel Adebayor zusammen, mit dem ich noch im Mestalla gesprochen habe. „Mourinho hat uns erklärt, dass die Katalanen nicht Robocop seien“, erklärte der Stürmer. |
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Angeblich wurde aufgedeckt, dass eine Kombination aus schlechter Planung des spanischen Verbands und der unehrlichen Taten einiger Securitys für folgendes Szenario gesorgt hatte: Während Real im Stadion noch die Trophäe unter tosendem Applaus der eigenen Fans entgegen nahm, mussten die Katalanen auf dem Feld bleiben, wie Gestrandete.
Diese Behauptungen waren falsch. Manel Estiarte, Olympiasieger, Freund und Berater von Pep Guardiola, hat mir seltene Einblicke in einen der Schlüsselmomente auf dem Weg ins Wembley und das Finale der europäischen Königsklasse 2011 gewährt.
| Gerard Pique schüttelte die Hand jedes einzelnen Real-Spielers und gratulierte ihm. „Es war nicht leicht, im Finale zu verlieren. Du weißt, wieviele Fans du enttäuscht hast und fühlst mit deinen Kameraden, die alles gegeben haben. Manchmal muss man aber verlieren“, errinert er sich. |
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„Es war alleine unsere Entscheidung, im Mestalla auf dem Platz zu bleiben“, erzählte Estiarte. „Im Jahr 2009 haben wir gesehen, wie die Spieler Manchester Uniteds in Rom gelitten und wie die Jungs von Athletic Bilbao in Valencia auf dem Feld geweint haben. Wir bewundern ihre Würde und haben uns anschließend dazu entschieden, auch bei einer Niederlage auf dem Platz zu bleiben. Niemand hat uns gezwungen.“
Tito Vilanova, Guardiolas Assistent, berichtete mir: „Ich hasse es zu verlieren, aber ich habe sehr früh gelernt, dass man nicht immer gewinnen kann. Wenn du weißt, dass du alles in deiner Macht stehende getan hast und deine Chancen hattest, akzeptierst du das Verlieren als Teil des Spiels. Du versuchst dich zu steigern. Du zollst dem Gegenüber Respekt, so wie wir es im Mestalla getan haben.“
Gerard Pique schüttelte die Hand jedes einzelnen Real-Spielers und gratulierte ihm. „Es war nicht leicht, im Finale zu verlieren. Du weißt, wieviele Fans du enttäuscht hast und fühlst mit deinen Kameraden, die alles gegeben haben. Manchmal muss man aber verlieren. Ich denke, Barcelona hat sich das Recht erkämpft, auch mal verlieren zu dürfen und zwar solange wir immer wieder die richtige Einstellung an den Tag legen“, erinnert er sich.
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