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Boris Becker: „Breno sollte sich schlauer anstellen“
EXKLUSIV - Tennis-Legende und Fußballfan Boris Becker redet im zweiten Teil des großen Goal.com-Interviews über Marco Reus, den FC Bayern und die Königsklasse.
Von Maximilian Bensinger
Getty
München. Boris Becker ist nicht nur eine Tennis-Legende, sondern auch ein großer Fan des FC Bayern München. Ein Jahrzehnt lang war der mehrfache Wimbledon-Sieger im Wirtschaftsbeirat des deutschen Rekordmeisters. Immer noch schlägt sein Herz für die „Roten", wie er immer wieder liebevoll sagt, wenn er über die Münchner spricht.
TEIL 1: Boris Becker im Interview über Bayern, Chelsea und die Bundesliga-Rückrunde
Im zweiten Teil des großen exklusiven Interviews mit Goal.com erklärt „Social-Media-Experte" Becker Breno, wie es richtig geht. Außerdem: Wieso freut sich Boris Becker über Dortmunds Reus-Transfer und wer gewinnt eigentlich die Königsklasse?
Kann Borussia Dortmund langfristig ein ernstzunehmender Meisterschaftskonkurrent für die Münchner werden?
Becker: „Das würde ich mir wirklich wünschen. Die Bayern brauchen einen beständigen Konkurrenten. Das würde die Münchner stärken, aber auch die ganze Bundesliga. An dritter Stelle sehe ich da noch den FC Schalke 04. Wenn sich diese drei Mannschaften über mehrere Jahre auf Augenhöhe begegnen, dann würde das dem gesamten deutschen Fußball einen extremen Schub geben. Bei Borussia Dortmund bin ich mir mittlerweile sehr sicher, dass sie das langfristig schaffen können.“
Was macht Sie da so sicher?
Becker: „Sie haben mit Jürgen Klopp einen guten Trainer, den Dortmund bestimmt für die nächsten 10 Jahre an sich binden will. Zudem haben die Westfalen nun das nötige Kleingeld, wenn sie sich regelmäßig für die Champions League qualifizieren. So können auch die richtigen Transfers getätigt werden, was man aktuell an der Reus-Verpflichtung sehen kann. Das war ein wunderbarer Transfer.“
Apropos Reus! War das eine Transferpleite für den FC Bayern?
Becker: „Das wäre zu hart. Sie hatten ihn auch auf dem Einkaufszettel, aber die Dortmunder haben mittlerweile eben auch die monetären Mittel. Ich finde das wichtig, dass wir in Deutschland zwei Klubs mit internationalem Niveau haben, die über solche Möglichkeiten verfügen.“
Muss man sich nicht auch fragen: Wo hätte Reus gespielt? Hat der FC Bayern in diesem Poker nicht alles in die Waagschale geworfen, sondern irgendwann nachgegeben?
Becker: „Der FC Bayern verfügt natürlich über eine ungemeine finanzielle Stärke. Das liegt aber auch daran, weil sie nicht blind junge talentierte Spieler für viel Geld kaufen. Auf den Außenpositionen spielen Leute wie Franck Ribery und Arjen Robben – das sind absolute Weltstars.“

Hätte es Marco Reus bei den Bayern also nicht geschafft?
Becker: „Das kann man noch nicht sagen. Marco Reus ist ein super Spieler, der die Jugend auf seiner Seite hat. Aber er hat sich auf internationaler Bühne noch nicht bewiesen und junge Talente und der FC Bayern – das ist ein schwieriges Unterfangen.“
Wie darf man das verstehen?
Becker: „Als Spieler kommst du nicht zum FC Bayern, um dich noch extrem zu entwickeln. Da musst du schon jemand sein. Die Konkurrenz ist viel zu groß. Rein objektiv betrachtet, ist der Reus-Wechsel zu Dortmund die beste Lösung.“
Im Sommer sollen aber auch beim FC Bayern Hochkaräter verpflichtet werden. Vor allem in der Abwehr soll noch einmal nachgebessert werden. Wie sehen Sie das?
Becker: „Die Innenverteidigung war in der letzten Saison der Schwachpunkt. Das ist mittlerweile deutlich besser. Daniel van Buyten wird jedoch nicht jünger und Breno ist wohl auch keine Alternative mehr. Man muss da sicherlich eine Lösung finden. Es geht aber nicht immer nur gegen Mainz oder Kaiserslautern, sondern auch gegen Barcelona oder Real Madrid. Durch die hohe Belastung muss fast jede Position zweifach mit qualitativ hochwertigen Spielern besetzt sein.“
Sie sprechen bereits die zwei spanischen Branchenführer an. Haben Sie den Clasico verfolgt?
Becker: „Ja, ich habe es mir angeschaut. Das ist eine andere Welt. Wie schnell beide Mannschaften spielen, das ist faszinierend. Da kann sich auch der FC Bayern noch etwas abschauen. Gerade in der Innenverteidigung braucht man da schnelle Leute, die nicht nur in der Luft stark sind.“
Wobei Real Madrid nach dem Führungstreffer enttäuscht hat, oder?
Becker: „Das stimmt. Plötzlich haben sie Barcelona spielen lassen – das ist das Todesurteil gegen die Katalanen.“
Wenn wir schon bei Real Madrid und Barcelona sind. Die Namen fallen auch immer, wenn man von den bajuwarischen Champions-League-Träumen redet. Kann der FCB mithalten?
Becker: „Jedes Team ist über zwei Spiele schlagbar. Es kommt auch immer auf das Glück und die Heimstärke einer Mannschaft an. Der FC Bayern ist zu Hause extrem stark und kann dort jeden schlagen. Das Finale in München ist sicherlich noch einmal ein Motivationsschub. Der FC Bayern kann den FC Barcelona über zwei Spiele sicherlich schlagen.“
Bastian Schweinsteiger sieht den FC Bayern nach den Katalanen als großen Favoriten auf den Champions-League-Titel…
Becker: „Ich denke, dass er da gar nicht so falsch liegt. Es sind noch viele starke Klubs im Rennen. Auf dem Papier ist Barcelona der Favorit, aber Bayern kommt relativ schnell dahinter.“
Ist zwei Jahre nach dem Fast-Triple in dieser Saison das Triple möglich?
Becker: „Für den FC Bayern ist die Meisterschaft immer das allerwichtigste. In dieser Saison gibt es aber eine besondere Konstellation. Das Finale in München ist eine Besonderheit, die den Champions-League-Titel sicherlich fast genauso wichtig macht. Für Lahm und Co. spielt die Champions League bestimmt eine sehr wichtige Rolle, zumal sie diesen Pokal bisher noch nicht gewinnen konnten.“

Eigentlich ist es beim FC Bayern auffällig ruhig. Wenn da nicht der Twitter-Breno wäre…
Becker: „Der Junge ist 22 Jahre alt und hatte schlimme sechs Monate hinter sich. Er stellt sich leider unglücklich an. Ich finde beispielsweise die Aufregung wegen der Tattoo-Geschichte leicht übertrieben. Er kann sich doch am Abend ein Tattoo stechen lassen. Man kann sich auch mit einer leichten Erkältung in den Sessel setzen. Das Problem ist eher, wie er das kommuniziert.“
Er twittert ziemlich viel. Karl Heinz Rummenigge findet sogar zu viel! Auch Sie nutzen Twitter häufig. Ist das ein Fluch oder ein Segen?
Becker: „Es ist etwas, was ich nicht mehr wegdiskutieren kann. Twitter, Facebook und Co. sind wichtige Medien für die ganze Welt. Im Fall Breno ist es eben unglücklich, wie er Twitter einsetzt. Wieso muss er dann dort die Tattoo-Bilder hochladen? Nur deswegen gibt es ja erneut die Diskussion um seine Person. Er sollte sich da schlauer anstellen, wenn er eine große Zukunft im Fußballgeschäft haben möchte. Twitter ist in einer Hinsicht vergleichbar mit schnellen Autos. Man sollte wissen, wie man es nutzt. Aber gerade für Personen des öffentlichen Lebens ist diese Plattform nützlich, da man nicht mehr vom Wohlwollen der klassischen Medien abhängig ist. Man kann sich mit Twitter auch einmal gegen einen Artikel oder eine Überschrift wehren.“
Ihr könnt Boris Becker nicht nur auf Twitter verfolgen. Besucht die Tennis-Legende auch auf Facebook und seid immer informiert, was der deutsche Weltstar gerade macht.
Eure Meinung: Was sagt ihr zu Beckers Aussagen zu Bayern, Reus und Barcelona?
TEIL 1: Boris Becker im Interview über Bayern, Chelsea und die Bundesliga-Rückrunde
Im zweiten Teil des großen exklusiven Interviews mit Goal.com erklärt „Social-Media-Experte" Becker Breno, wie es richtig geht. Außerdem: Wieso freut sich Boris Becker über Dortmunds Reus-Transfer und wer gewinnt eigentlich die Königsklasse?
Kann Borussia Dortmund langfristig ein ernstzunehmender Meisterschaftskonkurrent für die Münchner werden?
Becker: „Das würde ich mir wirklich wünschen. Die Bayern brauchen einen beständigen Konkurrenten. Das würde die Münchner stärken, aber auch die ganze Bundesliga. An dritter Stelle sehe ich da noch den FC Schalke 04. Wenn sich diese drei Mannschaften über mehrere Jahre auf Augenhöhe begegnen, dann würde das dem gesamten deutschen Fußball einen extremen Schub geben. Bei Borussia Dortmund bin ich mir mittlerweile sehr sicher, dass sie das langfristig schaffen können.“
Was macht Sie da so sicher?
Becker: „Sie haben mit Jürgen Klopp einen guten Trainer, den Dortmund bestimmt für die nächsten 10 Jahre an sich binden will. Zudem haben die Westfalen nun das nötige Kleingeld, wenn sie sich regelmäßig für die Champions League qualifizieren. So können auch die richtigen Transfers getätigt werden, was man aktuell an der Reus-Verpflichtung sehen kann. Das war ein wunderbarer Transfer.“
Apropos Reus! War das eine Transferpleite für den FC Bayern?
Becker: „Das wäre zu hart. Sie hatten ihn auch auf dem Einkaufszettel, aber die Dortmunder haben mittlerweile eben auch die monetären Mittel. Ich finde das wichtig, dass wir in Deutschland zwei Klubs mit internationalem Niveau haben, die über solche Möglichkeiten verfügen.“
Muss man sich nicht auch fragen: Wo hätte Reus gespielt? Hat der FC Bayern in diesem Poker nicht alles in die Waagschale geworfen, sondern irgendwann nachgegeben?
Becker: „Der FC Bayern verfügt natürlich über eine ungemeine finanzielle Stärke. Das liegt aber auch daran, weil sie nicht blind junge talentierte Spieler für viel Geld kaufen. Auf den Außenpositionen spielen Leute wie Franck Ribery und Arjen Robben – das sind absolute Weltstars.“

Hätte es Marco Reus bei den Bayern also nicht geschafft?
Becker: „Das kann man noch nicht sagen. Marco Reus ist ein super Spieler, der die Jugend auf seiner Seite hat. Aber er hat sich auf internationaler Bühne noch nicht bewiesen und junge Talente und der FC Bayern – das ist ein schwieriges Unterfangen.“
Wie darf man das verstehen?
Becker: „Als Spieler kommst du nicht zum FC Bayern, um dich noch extrem zu entwickeln. Da musst du schon jemand sein. Die Konkurrenz ist viel zu groß. Rein objektiv betrachtet, ist der Reus-Wechsel zu Dortmund die beste Lösung.“
Im Sommer sollen aber auch beim FC Bayern Hochkaräter verpflichtet werden. Vor allem in der Abwehr soll noch einmal nachgebessert werden. Wie sehen Sie das?
Becker: „Die Innenverteidigung war in der letzten Saison der Schwachpunkt. Das ist mittlerweile deutlich besser. Daniel van Buyten wird jedoch nicht jünger und Breno ist wohl auch keine Alternative mehr. Man muss da sicherlich eine Lösung finden. Es geht aber nicht immer nur gegen Mainz oder Kaiserslautern, sondern auch gegen Barcelona oder Real Madrid. Durch die hohe Belastung muss fast jede Position zweifach mit qualitativ hochwertigen Spielern besetzt sein.“
Sie sprechen bereits die zwei spanischen Branchenführer an. Haben Sie den Clasico verfolgt?
Becker: „Ja, ich habe es mir angeschaut. Das ist eine andere Welt. Wie schnell beide Mannschaften spielen, das ist faszinierend. Da kann sich auch der FC Bayern noch etwas abschauen. Gerade in der Innenverteidigung braucht man da schnelle Leute, die nicht nur in der Luft stark sind.“
Wobei Real Madrid nach dem Führungstreffer enttäuscht hat, oder?
Becker: „Das stimmt. Plötzlich haben sie Barcelona spielen lassen – das ist das Todesurteil gegen die Katalanen.“
Wenn wir schon bei Real Madrid und Barcelona sind. Die Namen fallen auch immer, wenn man von den bajuwarischen Champions-League-Träumen redet. Kann der FCB mithalten?
Becker: „Jedes Team ist über zwei Spiele schlagbar. Es kommt auch immer auf das Glück und die Heimstärke einer Mannschaft an. Der FC Bayern ist zu Hause extrem stark und kann dort jeden schlagen. Das Finale in München ist sicherlich noch einmal ein Motivationsschub. Der FC Bayern kann den FC Barcelona über zwei Spiele sicherlich schlagen.“
Bastian Schweinsteiger sieht den FC Bayern nach den Katalanen als großen Favoriten auf den Champions-League-Titel…
Becker: „Ich denke, dass er da gar nicht so falsch liegt. Es sind noch viele starke Klubs im Rennen. Auf dem Papier ist Barcelona der Favorit, aber Bayern kommt relativ schnell dahinter.“
Ist zwei Jahre nach dem Fast-Triple in dieser Saison das Triple möglich?
Becker: „Für den FC Bayern ist die Meisterschaft immer das allerwichtigste. In dieser Saison gibt es aber eine besondere Konstellation. Das Finale in München ist eine Besonderheit, die den Champions-League-Titel sicherlich fast genauso wichtig macht. Für Lahm und Co. spielt die Champions League bestimmt eine sehr wichtige Rolle, zumal sie diesen Pokal bisher noch nicht gewinnen konnten.“

Eigentlich ist es beim FC Bayern auffällig ruhig. Wenn da nicht der Twitter-Breno wäre…
Becker: „Der Junge ist 22 Jahre alt und hatte schlimme sechs Monate hinter sich. Er stellt sich leider unglücklich an. Ich finde beispielsweise die Aufregung wegen der Tattoo-Geschichte leicht übertrieben. Er kann sich doch am Abend ein Tattoo stechen lassen. Man kann sich auch mit einer leichten Erkältung in den Sessel setzen. Das Problem ist eher, wie er das kommuniziert.“
Er twittert ziemlich viel. Karl Heinz Rummenigge findet sogar zu viel! Auch Sie nutzen Twitter häufig. Ist das ein Fluch oder ein Segen?
Becker: „Es ist etwas, was ich nicht mehr wegdiskutieren kann. Twitter, Facebook und Co. sind wichtige Medien für die ganze Welt. Im Fall Breno ist es eben unglücklich, wie er Twitter einsetzt. Wieso muss er dann dort die Tattoo-Bilder hochladen? Nur deswegen gibt es ja erneut die Diskussion um seine Person. Er sollte sich da schlauer anstellen, wenn er eine große Zukunft im Fußballgeschäft haben möchte. Twitter ist in einer Hinsicht vergleichbar mit schnellen Autos. Man sollte wissen, wie man es nutzt. Aber gerade für Personen des öffentlichen Lebens ist diese Plattform nützlich, da man nicht mehr vom Wohlwollen der klassischen Medien abhängig ist. Man kann sich mit Twitter auch einmal gegen einen Artikel oder eine Überschrift wehren.“
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Goal.com-Umfrage
Die Umfrage läuft vom 16.01.2012 bis zum 23.01.2012
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Hat der Clasico zwischen Real und Barcelona an Glanz verloren?
Nein
54.63%
Ja
45.37%
Goal.com-Flutlicht
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