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Sechs teure Neuzugänge drängen beim englischen Rekordmeister in die Anfangself. Es wird spannend sein, wie United künftig aufläuft. Wir haben ein paar Ideen.

ANALYSE
Von Chris Davie

Nachdem er mehr als 200 Millionen Euro ausgegeben hat, muss Louis van Gaal einen Weg finden, all seine (neuen) Stars bei Manchester United in einem funktionierenden System unterzubringen.

Mit Radamel Falcao, Wayne Rooney und Robin van Persie verfügt der Niederländer nun über drei Sturmspitzen der Extraklasse und damit über ein echtes Luxusproblem. Denn einer von den dreien muss im Normalfall zunächst draußen sitzen.

Wie Falcao wurde auch Daley Blind am letzten Tag der Transferperiode verpflichtet. Der Niederländer ist ein extrem vielseitiger Spieler, der viele Positionen bekleiden kann.

Goal wirft einen Blickt auf die Möglichkeiten, die sich dem Moyes-Nachfolger nun bieten.

ALLE SOMMER-NEUZUGÄNGE MIT AN BORD

Sollte sich van Gaal entscheiden, alle sechs großen Neuverpflichtungen dieses Sommers aufzubieten, wäre eine 4-3-3-Formation wohl die beste Lösung. Allerdings müsste der Coach dabei Kompromisse eingehen.

Obwohl Daley Blind bei der Weltmeisterschaft in Brasilien meist auf der linken Seite in der Abwehr zum Einsatz kam, ist er im defensiven Mittelfeld wertvoller. Jedenfalls schaffte er dort bei Ajax seinen Durchbruch und eine ähnliche Rolle sollte er bei United bekleiden.

In einem 4-3-3 hätten die Red Devils zudem Probleme auf der rechten Seite. Phil Jones und Antonio Valencia könnten dort spielen, auch wenn es nicht ihre beste Position ist. Rafael ist ebenfalls eine Option. In jedem Fall müsste dort ein Spieler stehen, der stark in der Rückwärtsbewegung ist, denn viel Unterstützung aus dem Mittelfeld ist nicht zu erwarten.

KEIN FALCAO

Van Gaals bevorzugte Formation ist aktuell ein 3-5-2. Der ehemalige Bondscoach ist außerdem dafür bekannt, bei seiner Spielerauswahl keine Rücksicht auf Namen oder Verdienste zu nehmen. Müssen also Rooney oder van Persie für Falcao weichen?

Fakt ist: Der Niederländer hat drei Angreifer von enormer Qualität in seinen Reihen. Will er sein bevorzugtes System weiterhin spielen lassen, droht einem von ihnen die Bank.

Während ihrer ersten gemeinsamen Spielzeit im Old Trafford gelangen Rooney und van Persie gemeinsam 38 Tore in der Premier League. In der vergangenen Saison war die Ausbeute nicht so hoch, weil der Niederländer häufig von Verletzungen außer Gefecht gesetzt wurde. Sind sie aber beide fit und in Form, dürfte van Gaal ins Grübeln kommen.

Mit einem Stürmer weniger sähe indes Manchesters Mittelfeld deutlich ausgewogener aus. Michael Carrick oder Daley Blind wären die Absicherung und Ander Herrera könnte in seiner bevorzugten Rolle als Achter auflaufen. Auch Juan Mata käme im zentralen Mittelfeld zum Einsatz und Angel Di Maria könnte auf den linken Flügel Rücken. Auf dieser Position glänzte er jahrelang, erst im Vorjahr rückte er bei Real mehr in die Mitte.

BLIND IM MITTELFELD, VAN PERSIE RAUS

Blind ins Mittelfeld hinter Ander Herrera zu schieben, bedeutete einen Platz für Johnny Evans in der Verteidigung neben Marcos Rojo und Phil Jones.

Wie das torlose Remis gegen Burnley am Samstag allerdings aufzeigte, mangelt es United in dieser Konstellation an einem Defensivspieler, der das Spiel mit guten Pässen eröffnen kann.

Blind beweis bei der Weltmeisterschaft herausragende Fähigkeiten im Passspiel und er könnte die Schwäche als erste Anspielstation im Mittelfeld ausmerzen.

Im Sturm könnten Rooney und Falcao das Duo binden, wobei "Wazza" etwas hinter dem kolumbianischen Nationalspieler agiert.

 EIN MITTELFELD OHNE MATA

Viele Fans und Experten erwarten, dass sich Wayne Rooney noch mehr von einem Stürmer zu einem zentralen Mittelfeldspieler entwickelt. Denkbar, dass er in dem Fall die Rolle Juan Matas als Bindeglied zwischen Mittelfeld und Angriff einnimmt.

Mata hat in dieser Saison noch große Probleme und blieb vor allem im letzten Drittel des Spielfelds ohne Durchschlagskraft.

Der Spanier kreierte nur drei Chancen in den ersten drei Saisonspielen. Damit liegt er klar hinter Chelseas Cesc Fabregas (10) und Eden Hazard (10), Liverpools Raheem Sterling (7) und Aaron Ramsey (6) vom FC Arsenal.

JANUZAJ UND DI MARIA AUF DEN AUßENBAHNEN

Adnan Januzaj stand in dieser Saison noch nicht in Manchester Startelf. Doch der junge Flügelflitzer könnte die ersehnte Langzeitlösung auf der aktuell schwach besetzten rechten Seite sein.

Die Viererkette mit Jones, Marco Rojo, Blind und Luke Shaw sollte für eine stabile Defensive sorgen. Januzaj und Di Maria wären glänzende Optionen auf den Außen. Jedoch wäre van Gaal auch hier gezwungen, einen seiner drei Topstürmer auf die Bank zu setzen.


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