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Noch eine Woche, bis der Transfermarkt dicht macht. Goal zeigt Euch zehn Transfers, die in ihrer Entstehung höchsten Unterhaltungswert hatten.

Von Patrick Reilly & Enis Köylü

Jeder Sommer bietet die Chance auf eine neue Transfersaga und das Jahr 2014 bildet da keine Ausnahme. Ständig gibt es zum Beispiel Neuigkeiten um Arturo Vidal von Juventus Turin und seinen möglichen Wechsel zu Manchester United. Auch um Angel di Maria gibt es seit Wochen Schlagzeilen. Die beiden sind damit in bester Gesellschaft:

Alfredo di Stefano – Barcelona & Real Madrid, 1953
 
Der Stürmerstar, der zum Symbol für Madrids Dominanz in den 1950er Jahren wurde, war eigentlich schon beim Erzrivalen aus Barcelona gelandet. Nachdem di Stefano einige Testspiele für Barca absolviert hatte, schaltete sich auch Real ein und bot seinem Ex-Klub Millionarios eine fette Ablöse für den Argentinier. Es entwickelte sich ein derber Streit, in den sich schließlich auch der Verband einschaltete. Alles rund um diesen kontroversen Wechsel lest Ihr HIER.
 
Patrick Vieira – Arsenal & Real Madrid, 2002-2004
 
Und alle zwölf Monate grüßte das Murmeltier: Ein angeblicher Wechsel von Patrick Vieira zu Real Madrid wurde Anfang dieses Jahrtausends zur jährlichen Veranstaltung. Nach dem Abschied Claude Makeleles aus der spanischen Hauptstadt suchten die „Blancos“ verzweifelt nach einem beinharten Mittelfeldspieler in der Zentrale. Patrick Vieira war ihr Wunschkandidat und im Sommer 2004 wäre der Wechsel fast über die Bühne gegangen: Arsenal hatte eine 30-Millionen-Offerte für seinen Kapitän akzeptiert, doch der machte in letzter Minute einen Rückzieher. Er fühlte sich im Vergleich zu den anderen „Galacticos“ unterbezahlt. Vieira blieb noch ein Jahr in London und wechselte dann zu Juventus Turin.
 
John Obi Mikel - Lyn zu Manchester United/Chelsea, 2006
 
Ein wahrlich umstrittener Transfer inklusive kontroverser Interviews, Morddrohungen und einer Millionenablöse für einen Klub, für den er nie gegen den Ball getreten hatte! Manchester United entdeckte Mikel 2003 bei der U-17-Weltmeisterschaft. Er wechselte jedoch zu Lyn Oslo, um später eine Arbeitsgenehmigung für England zu erhalten. An seinem 18. Geburtstag wurde Mikel offiziell ein Spieler von ManUnited. Er gab im Dress der „Red Devils“ eine Pressekonferenz und betonte, er freue sich, zu diesem Klub zu kommen.

Dann schaltete sich der FC Chelsea ein und behauptete, ebenfalls eine Übereinkunft mit dem Spieler zu haben. Mikel erhielt Morddrohungen aus seiner Heimat Nigeria und war bei einem Spiel von Lyn Oslo plötzlich spurlos verschwunden. Er gab ein TV-Interview, in dem er verkündete, er sei von Manchester unter Druck gesetzt worden und wolle viel lieber zu Chelsea wechseln. Die FIFA wurde eingeschaltet und der Streit sollte vor Gericht geklärt werden. Das wollte Chelsea aber nicht und zahlte insgesamt 23,6 Millionen Euro Entschädigung: 5,9 Millionen Euro erhielt Lyn, 17,7 Millionen Euro gingen an United. Oslos Sportdirektor Morgan Andersen wurde wegen seiner Rolle in diesem Hickhack sogar wegen Betrugs verurteilt.

Rafael van der Vaart – Hamburger SV & Valencia, 2007
 
Rafael van der Vaart wollte 2007 unbedingt zum FC Valencia wechseln. Er formulierte seinen Wunsch mehrfach öffentlich und ließ sich zur Krönung des Theaters auch noch mit einem Trikot von „Los Che“ ablichten. Der HSV war davon wenig angetan und lehnte das 14-Millionen-Euro-Angebot aus Spanien ab. Van der Vaart reagierte auf seine Weise und sagte ein Europapokalspiel wegen Rückenschmerzen ab. Diese hatte er sich angeblich zugezogen, als er seinen Sohn auf den Arm nehmen wollte...

Die Spitznamen „van der Farce“ und „van der Verrat“ dominierten in der Folge die Schlagzeilen. Der ehemalige Ajax-Star blieb schließlich noch ein Jahr an der Elbe, wo er eine starke Saison spielte und schließlich zu Real Madrid wechselte. Zu Weihnachten bekam er damals übrigens von seinen Hamburger Mannschaftskameraden ein Valencia-Trikot geschenkt.

Cristiano Ronaldo – Manchester United & Real Madrid, 2008 & 2009
 
Nach seiner überragenden Saison 2007/08 mit 42 Pflichtspieltoren drängte Cristiano Ronaldo mit aller Macht auf einen Wechsel zu Real Madrid. Als Manchester United sein Veto einlegte, erklärte der Star, der rund 160.000 Euro pro Woche verdiente, er fühle sich wie ein moderner Sklave. Ronaldos möglicher Wechsel war DAS Thema jenes Sommers und als er Anfang der Transferperiode 2009 dann seinen Wechsel nach Madrid öffentlich machte, trauerten viele Medienvertreter, dass es keine Wiederholung dieses Spektakels gab.
 
Franck Ribery – FC Bayern & Real Madrid, 2009
 
Real Madrid befand sich in jenem Sommer im Kaufrausch. Nach den Verpflichtungen von Cristiano Ronaldo und Kaka sollte ein weiterer offensiver Mittelfeldspieler und Bayerns Franck Ribery war das Objekt der Begierde. Die „Blancos“ warben ganz unverhohlen um den französischen Linksaußen, vor allem Real-Berater Zinedine Zidane meldete sich mehr als einmal zu Wort. Ribery selbst erklärte der L’Equipe: „Ich habe mir meine Gedanken gemacht und ich will wechseln. Entweder ist es Real oder niemand.“ Die Bayern erklärten ihn trotzdem für unverkäuflich und viele rechneten damit, dass der Transfer dafür in diesem Sommer vollzogen werde. Aber Pustekuchen, Ribery verlängerte stattdessen vorzeitig bis 2015 beim damaligen Beinahe-Triple-Gewinner.
 
David Villa – Valencia & diverse Klubs, 2008/2009
 
Welcher europäische Spitzenklub mit dem nötigen Kleingeld in der Kriegskasse wurde 2008 und 2009 eigentlich nicht mit David Villa in Verbindung gebracht? Zunächst war sein Wechsel zum FC Chelsea angeblich bereits fix. Roman Abramovich war soll ihm ein Jahresgehalt in Höhe von rund 13 Millionen Euro angeboten haben. Dann hieß es wieder, Manchester United sei in der Pole Position, ehe es ein Angebot von ManCity in Höhe von knapp 50 Millionen Euro gegeben haben soll. Villa wollte jedoch nicht auf die Insel, sondern in Spanien bleiben. Im Dezember 2009 erklärte der Torjäger: „Ich werde die Tür für Real Madrid und Barcelona nicht verschließen. Ich bin 27 Jahre alt und ich weiß nicht, was die Zukunft bringen wird.“ Noch vor Spaniens Triumph bei der Weltmeisterschaft in Südafrika wechselte er für 40 Millionen Euro nach Barcelona.
 
Cesc Fabregas – Arsenal & Barcelona, 2010 & 2011
 
Gefühlte 200 Neuigkeiten, Wasserstandsmeldungen und Dementis begleiteten das Werben des FC Barcelona um seinen ehemaligen Schützling Cesc Fabregas. Nahezu jeder Offizielle und Spieler der Katalanen gab seinen Senf zur „Causa Fabregas“ hinzu. Bei der spanischen Feier des WM-Titels 2010 zogen seine Kollegen dem 23-jährigen symbolisch ein Barca-Trikot über. Alles Werben und zwei offizielle Angebote an den FC Arsenal nützten nichts, die „Gunners“ wollten ihren Kapitän nicht hergeben und Fabregas bekannte sich schließlich zu seinem Klub. Die Fortsetzung des Theaters folgte ein Jahr später und Mitte August 2011 erfüllte ihm Arsenal seinen Wunsch und seine Karriere bei den Nordlondonern war vorüber.
 
Neymar – Santos & Barcelona/Real Madrid, 2011-2013
 

Europas Elite meldete früh Interesse am brasilianischen Ausnahmetalent an. Neymar hatte während der Copa Libertadores 2011 nachhaltig auf sich aufmerksam gemacht. Chelsea war der erste Klub, der um ihn warb, schon bald gesellten sich Barcelona, Real Madrid und bizarrerweise auch Anzhi Makhachkala dazu. Schnell kristallisierte sich beim Stürmer ein Wechsel in die Primera Division heraus.

Real galt dabei lange als Favorit, brachte aber keinen Deal zustanden. Neymar betonte, er wolle bis zur WM 2014 in seiner Heimat bleiben. Dann machte Barca ernst und in einem undurchsichtigen Geschäft  wurde der Wechsel schließlich über die Bühne gebracht. Auch Last-Minute-Versuche der Blancos, diesen Transfer noch zu verhindern, scheiterten.

Gareth Bale – Tottenham & Real Madrid, 2013
 

Mit außergewöhnlichen Vorstellungen in Serie führte Gareth Bale Tottenham um ein Haar in die Champions League. Dass die Spurs ihn halten können, war in dem Moment unwahrscheinlich, als sie den Einzug in die Königsklasse am letzten Spieltag verpassten. Bale hatte wenige Monate zuvor einen neuen Vertrag unterschrieben und der knallharte Klubboss Daniel Levy wollte den Waliser auf keinen Fall ziehen lassen. Er zierte sich lange Zeit und feilschte mit Real um die Ablöse. Am vorletzten Tag der Transferperiode gab er schließlich nach und Bale wurde für 91 Millionen Euro zum zweitteuersten Fußballer aller Zeiten.

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