thumbnail Hallo,

Messi, Suarez, Neymar und Cuadrado in einem Team – Barca plant ein 3-2-3-2

Die Vorbereitung und die Testspiele liefen für Barca sehr gut. Mit einer ungewöhnlichen Formation sollen die Gegner wieder überrascht und Angriffswirbel entfacht werden.

Von Ben Hayward

Der FC Barcelona steckt im Wandel. Ein neuer Trainer ist im Amt, neue Spieler wurden verpflichtet und nachdem der Klub jahrelang an seiner 4-3-3-Formation festhielt, könnte nun in der Saison 2014/15  auch auf diesem Gebiet ein frischer Wind wehen.

Barca hat in den vergangenen Jahren generell auf das 4-3-3 vertraut. Aber vor allem Pep Guardiola experimentierte während seiner vierjährigen Amtszeit immer wieder herum und feilte an der Taktik. Gerne stellte er während einer Partie auf ein 3-4-3 um. Im Finale der Klub-WM überraschte er einst den FC Santos mit einer Aufstellung, die viele Experten als 3-7-0 bezeichneten. Und auch ein 3-3-4 ließ er mehrfach spielen.

Seit Guardiolas Abschied ist Barcelona deutlich ausrechenbarer geworden. In der vergangenen Spielzeit wurde Trainer Tata Martino häufig für seine Taktik kritisiert und am Ende ging Barca bei den großen Titeln leer aus.

Dem neue Coach Luis  Enrique ist sehr bewusst, dass die Gegner sich in den letzten Spielzeiten immer besser auf Barcelonas Stil einstellten und er will nun im Camp Nou wieder mehr Abwechslung reinbringen. Es sollen wieder verschiedene Systeme beherrscht werden und eine hochinteressante Variante, die viel Spektakel verspricht, ist ein schwer einschätzbares 3-2-3-2.

                      DYNAMISCHES DUO | Messi könnte in Barcas Angriff hinter Suarez agieren

Luis Enrique hat sich offiziell noch nicht entschieden, wer seine Nummer eins ist. Marc- Andre ter Stegen und Claudio Bravo duellieren sich um den Platz zwischen den Pfosten. Nachdem der ehemalige Gladbacher allerdings verletzungsbedingt einige Tage pausieren muss, dürfte Bravo erstmal die Nase vorn haben. Beide Torhüter eint die Stärke hervorragend mitspielen, ein Spiel lesen und eröffnen zu können. Die Qualität der beiden Schlussmänner als Ausputzer ist für Enrique wichtig, denn sie erlaubt es ihm, mit einer sehr hoch stehenden Abwehrreihe zu verteidigen.

In der Verteidigung bekommt Neuverpflichtung Jeremy Mathieu einen Platz an der Seite Gerard Piques. Der dritte Defensivspieler wird entweder Jordi Alba, der verletzte Neuzugang Thomas Vermaelen oder Marc Bartra sein. Dani Alves spielt unterdessen in den Planungen seines Trainers keine tragende Rolle und darf bei einem passenden Angebot in diesem Sommer wechseln.

Javier Mascherano könnte ebenfalls in der Abwehrreihe auflaufen. Allerdings war Luis Enrique von den Vorstellungen des Argentiniers bei der WM im defensiven Mittelfeld so beeindruckt, dass er den 30-Jährigen vorwiegend dort einsetzen möchte. Mascherano kann sich dennoch zurückfallen lassen, wenn es die Spielsituation erfordert. Das gilt auch für Sergio Busquets. Er ist im Vergleich zu Mascherano die etwas kreativere Version auf der Doppelsechs. Und dann ist da noch Sommerneuzugang Ivan Rakitic. Er ist in der Lage, die Rolle des tief stehenden Spielgestalters ebenso zu bekleiden.

Vor den Abräumern wird ein offensives Dreiermittelfeld für Wirbel sorgen. Dabei sind zwei echte Flügelspieler eingeplant. Neymar für die linke Seite und auf rechts duellieren sich Pedro und Wunschspieler Juan Cuadrado vom AC Florenz. Das Interesse am kolumbianischen Nationalspieler ist zwar in den vergangenen Tagen abgekühlt, jedoch nach wie vor vorhanden. Xavi, Andres Iniesta und Rakitic sind allesamt Kandidaten für die Position in der Mitte. Auch Lionel Messi könnte dort eingesetzt werden, falls Luis Enrique mit Luis Suarez und Neymar ganz vorne spielen möchte.

 

So könnte Barcelona diese Saison in einem 3-2-3-2 aussehen

Suarez ist wegen seines Bisses gegen Giorgio Chiellini bei der Weltmeisterschaft bis Ende Oktober gesperrt. Dennoch arbeitet Enrique schon jetzt akribisch an einem Plan, wie er die Stärken aller Topstars in einem System zur Geltung bringen kann. Gleichzeitig muss die Balance innerhalb des Teams gewahrt und die Abwehr stabil bleiben.

"Luis Enrique ist Barca durch und durch. Er mag das 4-3-3", verriet eine Quelle aus dem Klub Goal. "Aber er schätzt auch andere Grundordnungen und er wird sich nicht scheuen, sie zu mischen. Das 3-2-3-2 ist einem 3-5-2 sehr ähnlich und es ist eine der Alternativen, die er im Kopf hat. Wichtiger als das System an sich ist aber natürlich, wie die Spieler darin arbeiten."

Der Schlüssel zu jeder Formation ist also Flexibilität.

"Eine Drei-Mann-Abwehr ermöglicht es den Außenspielern bei Ballbesitz anzugreifen. Mascherano und Busquets lassen sich in diesem Fall fallen und sichern ab", erläuterte unsere Experte weiter. "Ein Fünfer-Mittelfeld inklusive Doppel-Sechs ist klar darauf ausgerichtet, den Ballbesitzer zu dominieren. Außerdem verspricht es mehr defensive Stabilität, als wir das zuletzt erlebt haben. Es könnte also eine Win-Win-Situation sein.“

Weiter vorne hätte Messi wieder mehr Räume und könnte sich zurückziehen, wie er es in den vergangenen Jahren so erfolgreich tat, seit er nicht mehr auf der rechten Seite spielt.

Unser Insider dazu: "Messi wäre einer der beiden Stürmer, seine Rolle bliebe aber nahezu unverändert. Er soll sich fallen lassen und sich am Spielaufbau beteiligen und bereits rund um den Sechzehner gefährlich sein. Neymar und andere können davon profitieren, in Räume stoßen und selbst Torgefahr ausstrahlen."

"Luis Enrique hat als Verteidiger, Mittelfeldspieler und Stürmer für Barca gespielt. Er will all das Wissen, das er gesammelt hat, nutzen, um die bestmögliche Aufstellung zu finden. Es wird totalen Fußball geben."

Dazugehörig